Neben der neuen Ortsmitte gab es auch noch weitere Themen im Bonstetter Gemeinderat, die noch vor der Sommerpause behandelt werden mussten.
Ab dem 1. Oktober gilt die gesetzliche Verpflichtung zum Bau von Stellplätzen. Entsprechende Regelungen muss künftig jede Gemeinde treffen. Die Gemeinde Bonstetten hat sich der neuen Satzung der Verwaltungsgemeinschaft Welden angeschlossen, worin es heißt, dass für Wohnungen bis 40 Quadratmeter Wohnfläche gemäß Wohnflächenverordnung ein Stellplatz erforderlich ist, für größere Wohnungen zwei Stellplätze. Für diesen Beschluss votierten die Gemeinderäte mit Mehrheit von zehn zu drei Stimmen.
Verkehrssituation wird in Gemeinderat diskutiert
Die Gemeinde will sich mit einem Zuschuss an der neuen Flutlichtanlage des SV Bonstetten beteiligen. Die vorhandenen Halogenscheinwerfer sollen durch stromsparendes LED-Flutlicht ersetzt werden und kosten nach Angaben des Sportvereins rund 34.000 Euro. Der Eigenanteil des Vereins beträgt 37 Prozent, 30 Prozent übernimmt der Bayerische Fußballverband. Es bleibt ein ungedeckter Rest von 33 Prozent, den jetzt die Gemeinde in einem einstimmig gefassten Beschluss übernehmen wird.
Stefan Günter (Grüne) hatte einen Antrag auf Sicherstellung der 30er-Verordnung gestellt, um den laufenden Verkehr auf den Nebenstraßen nachhaltig zu verbessern. Er wünscht sich Geschwindigkeitskontrollen sowie Anbringung geeigneter Markierungen auf den Straßen. Eine Beschilderung soll zur Verbesserung der Sichtbarkeit beitragen, dass es sich um Tempo 30 handelt. Durch die Baugebiete und der vielen Zuzüge nehme die Verkehrsbelastung für Anwohnende stetig zu, hieß es in der Begründung. Er forderte eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde auf den Nebenstraßen. Besonders der Feierabendverkehr sei das Problem.
Bonstetten: Gedenktafel und Vortrag
„Es gab in den letzten Jahren keine tödlichen oder schweren Unfälle in Bonstetten“, stellte Klaus Weber (UW) fest. „Warum soll ich dann regulieren und kontrollieren, wenn nichts passiert?“ Daniel Schmid (FW) hat Probleme mit den Lkws, die durch Bonstetten fahren. An markanten Punkten könne man durchaus kleinere Barrieren einbauen, aber in Maßen, argumentierte er. Besonders die Ortsausfahrten Richtung Adelsried oder Kruichen sei ihm da ein besonderes Anliegen .„Wie erreicht man die Menschen, die zu schnell fahren? Man muss jede getroffene Maßnahme auch zu Ende denken“, erklärte Zweiter Bürgermeister Bernd Adam (CSU). Der Antrag von Stefan Günter wurde knapp mit sechs zu sieben Stimmen abgelehnt.
Adam stellte den Antrag, eine Gedenktafel für die drei Euthanasie-Opfer des NS-Regimes zum Gedenken an die zivilen Opfer von Gewalt und Krieg der Gemeinde Bonstetten zu errichten. Diese drei Opfer stammten aus Bonstetten, die im Rahmen der Euthanasie-Aktion nach Österreich gebracht, wo sie durch Gaseinwirkung ermordet wurden, erklärte Adam. Auch Dorfhistoriker Georg Knöpfle, der dieses Thema umfangreich recherchiert hatte, sprach davon, diese drei Menschen aus der Vergessenheit herauszuholen. Die Gedenkplatte soll auf einem Betonfundament am Kriegerdenkmal befestigt werden. Das Angebot beläuft sich auf 3.000 Euro. Die Einweihung zusammen mit einem Vortrag von Georg Knöpfle soll am 15. November stattfinden. Der Antrag für die Anschaffung einer Gedenktafel mit dem Vorschlag wurde einstimmig angenommen.
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