Elias und Stefan Papke bastelten ein Bienenhotel auf dem Nachhaltigkeitsmarkt in Gersthofen.Foto: Marcus Merk
Mitten auf dem Gersthofer Rathausplatz stand am Sonntag ein Wald, verborgen in einem Zelt. Dieser Wald und Wasserspiele für Kinder waren die beiden Neuheiten auf dem dritten Nachhaltigkeitsfest in Gersthofen. Im Zukunftswald erfuhren die Gäste, welche Bäume in unserer Region noch stehen werden, wenn die durchschnittlichen Temperaturen weiter ansteigen. Die Antwort auf diese Frage lockte die Menschen ebenso an, wie die Stände rund um das Thema Umweltschutz, gemischt mit vielen Möglichkeiten, selbst etwas zu gestalten.
Bike and Fun präsentierten sich auch auf dem Nachhaltigkeitsfest Gersthofen.Foto: Marcus Merk
"Die Veranstaltung ist jetzt schon erfolgreicher als damals", sagte Wera von Witzleben von der Stadt Gersthofen mittags glücklich. Im vergangenen Jahr sei es viel zu heiß gewesen. Dagmar Walter und Julia Schiemann, zuständig für Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei der Stadt, hatten den Markt organisiert. "Wir möchten, dass das Thema Nachhaltigkeit mit Spaß weitergegeben wird und in den Köpfen bleibt", meinte Letztere.
Das Nachhaltigkeitsfest lockte viele Familien nach Gersthofen
Familien lockte das große Angebot an Mitmachaktionen. So ließ sich ein Bub bei den Naturfreunden Gersthofen ein T-Shirt bedrucken. Andere bastelten ein eigenes Wildbienenhotel. Auch Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle hoffte, dass das Mitmachen und die vielen Inspirationen der einzelnen Stände zu einem Umdenken oder Umsetzen nachhaltiger Maßnahmen zu Hause beitragen können.
Zum Nachhaltigkeitsfest in Gersthofen gehörte ein Zukunftswald.Foto: Marcus Merk
Etwa die Stoffwindeln von Ramona Lindenau aus Untermeitingen und Susanne Berger aus Vilgertshofen. "Wir wollen zeigen, dass es nicht schwer ist, nachhaltige Windeln zu verwenden", erzählten die beiden. "Uns ist Umweltschutz schon wichtig, aber manchmal muss man Kompromisse machen", erklärte Nora Grünecker aus Hirblingen. Bei den Windeln habe Stoff aus praktischen Gründen nicht funktioniert.
Bainkas wilde Kräuterei betrieb auch einen Stand auf dem Nachhaltigkeitsfest in Gersthofen.Foto: Marcus Merk
Am Stand des Augsburger Landratsamtes war das Glücksrad der Renner. Vertreten waren an dem Stand neben dem Abfallwirtschaftsbetrieb auch die Energieberatung, "dafür interessieren sich viele", meinte Tanja Karaman. Ein großer Magnet war auch der Stand der Stadt Gersthofen selbst, wo über die Förderung privater PV-Anlagen informiert wurde. Gegenüber erklärte Familie Scherer von der Firma Equatronic aus Gersthofen ein Aluminiumdach, das aus der Abwärme der angebrachten der PV-Anlage Wärme zum Heizen gewinnt - auch einem kritischen Zimmermann, der auf dem Fest unterwegs war.
Die neuen Wasserspiele lockten die Kinder auf dem Nachhaltigkeitsfest in Gersthofen an.Foto: Marcus Merk
An der nächsten Ecke warben Christine Mitzkat und Vladimir Lutz für kulinarisch-kulturelle Stadtführungen durch Augsburgs Altstadt. Wen diese Information hungrig machte, der konnte sich an verschiedenen Ständen mit vegetarischen und veganen Speisen stärken.
Im Gersthofer Rathaus wurden Dirndl anprobiert
Oder einen Blick ins Rathaus werfen. Dort verkaufte die Action Hoffnung Secondhand-Dirndl. 200 Stück hatte Margot Mengele dabei. Zeitweise reichten die drei Umkleidekabinen gar nicht, dann wurde improvisiert. Auch Claudia Hamacher wurde schnell fündig. "Ich kaufe alles Secondhand, weil ich gar nicht einsehe, für neue Klamotten so viel Geld hinzulegen", sagte die Bobingerin. Statt Geld legte sie dann ihre Füße hoch und ließ sie sich von Teresa Schwaiger massieren. Die hat seit 2022 einen Massagesalon in Gersthofen und war zum zweiten Mal auf dem Gersthofer Nachhaltigkeitsmarkt. "Ich bin für die innere Nachhaltigkeit zuständig", sagte sie und lachte.
Zum dritten Mal fand in Gersthofen der Nachhaltigkeitsmarkt statt. Teresa Schwaiger massierte Claudia Hamacher aus Bobingen die Füße.Foto: Cordula Homann
Zusammen mit der Musik verschiedener Bands klang das Fest am Sonntagabend gemütlich aus. Vielleicht dachte mancher da noch über den Wald der Zukunft nach. In dem erst heimische Vögel zwitschern, dann die Nadelbäume absterben und schließlich neue Baumsorten aus südlichen Ländern verzweifelt versuchen, mit dem fremden Boden und seinen Pilzen zu kommunizieren. Und die Vögel klingen auch ganz anders.