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Gessertshausen: Ricarda Lang ist bei ihrem Besuch beeindruckt

Gessertshausen

Was Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang in Gessertshausen beeindruckt hat

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    Ungefähr 150 Menschen kamen in Gessertshausen zusammen, um Ricarda Lang zuzuhören und mit ihr zu diskutieren.
    Ungefähr 150 Menschen kamen in Gessertshausen zusammen, um Ricarda Lang zuzuhören und mit ihr zu diskutieren. Foto: Marcus Merk

    „Ich hätte nie damit gerechnet, dass so viele Leute hier sind“, sagte eine sichtlich beeindruckte Ricarda Lang am Sonntagnachmittag, kurz bevor sie das Sportheim in Gessertshausen wieder verließ. Zuvor hatte die ehemalige Fraktionschefin der Grünen in knapp zwei Stunden zunächst unter dem Motto „Kaffee, Kuchen, Klartext“ zunächst ihre Gedanken zur aktuellen politischen Lage kundgetan und anschließend mit Grünen-Gemeinderätin Minza Tapkan und und deren Kollegen Vincent Pux, sowie Landratskandidat Felix Senner, aber vor allem mit vielen der knapp 150 Besucherinnen diskutiert. Dabei ging es nicht nur darum, Fragen zu stellen, gleich mehrere Themen erhitzten die Gemüter.

    „Es war nicht nur eine Befragung, sondern es gab auch Kontroversen, das fand ich gut und ich komme gern wieder“, sagte Lang am Ende. Dass sie überhaupt nach Gessertshausen kam, hatte sich in der Planung ihrer Wahlkampf-Tour durch Bayern ergeben: „Ich hatte an dem Tag ohnehin einen Termin in Augsburg und dann kam die Anfrage und es hat gut gepasst. Es ist auch wichtig, nicht nur in den Städten zu sein, sondern auch aufs Land zu fahren.“ Diesen Kontrast nahm auch Grünen-Kreisvorsitzende Juliane Vinzelberg auf, als sie bei ihrer Anmoderation die Tourstationen Augsburg, Nürnberg, München und Gessertshausen nacheinander aufzählte und Lacher erntete.

    Ricarda Lang greift Unionspolitiker in Gessertshausen an

    Lang sprach anfangs über aktuelle Herausforderungen der Politik und nannte auch die Sichtbarkeit von Frauen in der Kommunalpolitik als einen wichtigen Punkt. Es sei wichtig, dass Politiker und Politikerinnen nahbarer seien und sich mehr so einbrächten, wie sie als Menschen seien. Dann könne man den Wählerinnen und Wählern auch besser auf Augenhöhe begegnen, sagte sie.

    Sie sprach zudem über die Klimakrise und darüber, dass man Klimaschutz vor allem machen solle, um Menschen zu schützen, und teilte auch aus: „Wut sollte kein treibender Faktor sein, aber ich bin wütend“, sagte sie in Bezug auf die von der Union losgetretene Teilzeitdiskussion. „Arbeit ist wichtig, aber wir sind mehr als Arbeit.“ Wirtschaftsministerin Katherina Reiche nannte sie bezogen auf Ölförderungen eine „komplette Fehlbesetzung“, außerdem, so Lang, habe sie das Gefühl, die Union würde den Menschen zu wenig zutrauen.

    Um erneuerbare Energien ging es zunächst bei den Fragen der Bürgerinnen und Bürger an Lang und die Kommunalpolitiker. Ein Mann wollte wissen, wie er Solarstrom einspeisen könne und Lang gab ihm eine Anlaufstelle mit. Der Zugang zu erneuerbarem Strom müsse vereinfacht werden, waren sich alle einig. Das war aber nicht bei allen Themen so.

    Lang widerspricht einer Besucherin

    So wurde das Verhalten der Grünen bei der Mercosur-Abstimmung im Europäischen Parlament kritisiert. Lang stimmte zu und erklärte die Dynamik der Vorgänge im Europäischen Parlament. Die Besucherinnen und Besucher im Sportheim äußerten ihren Unmut über die gemeinsame Abstimmung mit politisch rechten Parteien, und auch Lang stimmte zu. Als es um das Abstimmungsverhalten mit der AfD ging, ließ sie sich auf eine Diskussion ein.

    „Ich halte es für einen Fehler, die Zusammenarbeit mit der AfD von Themen abhängig zu machen“, sagte sie, nachdem eine Bürgerin meinte, man müsse auf Themen achten und sollte bei sinnvollen Anträgen der AfD zustimmen. Lang führte aus, dass man sich an die eigenen Vorgaben und Versprechen halten müsse. Dafür gab es, wie für mehrere vereinzelte Aussagen der Bundestagspolitikerin, Applaus.

    Generell waren hinterher die meisten zufrieden: „Ich fand es richtig gut“, freute sich Katja Treischl aus Bobingen: „Die Atmosphäre war entspannt und es wurde Klartext geredet.“ Ganz anders sah das Wolfgang Hörmann aus Gessertshausen: „Ich habe keine neuen Erkenntnisse gewonnen, die Politiker sagen auf allen Veranstaltungen das Gleiche.“ Hörmann war als Nicht-Mitglied der Grünen eher in Unterzahl, genauso wie Rainer Wiedemann aus Aretsried, dem die Veranstaltung aber gefallen hat: „Ich kenne Frau Lang nur aus dem Fernsehen, aber finde, dass die Grünen gute Sachen machen.“ Was ihm besonders gefällt: „Ich war bis vor Kurzem noch Lehrer und habe mich immer viel um migrantische Schüler gekümmert, dass sich die Grünen auch um Ausländer sorgen, finde ich sehr gut.“ Auch in der Brandmauer-Diskussion um die AfD war er mit Ricarda Lang einer Meinung, Überrascht habe ihn, dass so viele Menschen den Weg nach Gessertshausen gefunden haben. Auch das hatte er an diesem Nachmittag mit Ricarda Lang gemein.

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