Als ein „buntes Bild der Kirche“ mit vielen Fahnen, bezeichnete Domvikar Dominik Zitzler die Feier der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) in Hainhofen zu ihrem 120-jährigen Gründungsfest. Am Josefstag 1906 - damals war es noch ein Feiertag - war sie gegründet worden. Ziele der KAB sind Personalität, Solidarität und Subsidiarität mit der Orientierung am Gemeinwohl, führte Zitzler in der Predigt aus. Die Vereinsfahne, die den Kirchenzug anführte, gibt es seit 1910. Neben der Vertretung der Stadt Neusäß waren alle Ortsvereine von Hainhofen und Schlipsheim beim Festgottesdienst dabei: Feuerwehr, Schützen, Unterhaltungsverein, Männergesangverein, Sport, Maibaumfreunde, KAB-Verbindungen und viele Gäste.
Seit 1971 sind auch Frauen Teil der Bewegung
Vorsitzende Annemarie Uhrle gab einen Abriss der KAB-Geschichte: vom Katholischen Arbeiterverein bis 1936, über den Begräbnisverein als Denkname während der NS-Zeit, der offiziellen Wiedergründung 1952 als Katholisches Werkvolk bis zur KAB ab 1971, als dann auch Frauen dazugehörten. Mit Bildungsarbeit und Geselligkeit bereichert die KAB die Pfarrgemeinde und Dorfgemeinschaft in Hainhofen. Bürgermeister Richard Greiner führte in seinem Grußwort die Gründungssituation vor Augen. 1906 war der Faktor Arbeit geprägt von langen Arbeitszeiten am Fließband. Papst Leo XIII. hatte mit der Enzyklika Rerum Novarum 1891 den Mensch in den Mittelpunkt der katholischen Soziallehre gerückt. „Dieser Grundgedanke ist aktueller denn je“, so Greiner. Viele Hände hatten das Fest mit der Einbindung KAB in die Pfarrei vorbereitet. Ein anschließender Stehempfang zur Begegnung und zum Austausch rundeten das Fest ab.
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