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Kommentar: Die Balance beim Scherzen

Kommentar

Die Balance beim Scherzen

Jana Tallevi
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    Reihenweise Mülltonnen standen am Morgen des 1. Mai unter dem Maibaum in Welden.
    Reihenweise Mülltonnen standen am Morgen des 1. Mai unter dem Maibaum in Welden. Foto: Andreas Lode

    Im Grund genommen ist es ganz einfach mit dem Brauchtum in der Freinacht: Von der ursprünglichen Bedeutung her räumen dabei Jugendliche auf, was am folgenden Feiertag, also dem 1. Mai, nicht einfach rumstehen soll. So ist es üblich, herum stehende Mülltonnen, Gartenbänke, Gießkannen oder Besen zu verziehen und unter den Maibaum zu legen. Damit wollte man ursprünglich auf dem Dorf dem Nachbarn oder der Nachbarin sagen: Du hast nicht gut genug aufgeräumt, dein Anwesen ist für unsere Gemeinschaft nicht ordentlich genug. 

    Nicht dazu gehört jedoch alles, was gefährlich werden könnte. Ausgehobene Gullideckel gehören definitiv dazu. Gefahrenstellen für Unbeteiligte zu schaffen, das geht zu weit. Was auch zu weit geht: Dinge kaputt machen und unter den Maibaum legen. Das hat weder mit Brauchtum noch mit Spaß etwas zu tun. 

    Ein Spaß ist jedoch, was die Maiwichtel seit einigen Jahren in ihrem kleinen Ort Baiershofen machen. Das ganze Dorf wird dabei mit seinen Eigenheiten auf die Schippe genommen, fast jeder bekommt sein Fett weg. Allerdings ist auch für Außenstehende klar: Hier stimmt die Chemie untereinander, es wird keine bösartige Grenze überschritten. Baiershofen zeigt: Echte Scherze müssen nicht unter die Gürtellinie gehen.

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