Als Arbeitnehmer und Arbeitnehmerin mag man sich verwundert die Augen reiben: Haben wir uns in der Vergangenheit wirklich auf unverantwortliche Weise krankgemeldet, sodass wir jetzt die Zeche für die hohen Kosten für krankgemeldete Kolleginnen und Kollegen zahlen sollen? Angesichts der aktuellen Debatten um eine Kürzung der Weiterzahlung des Gehalts oder des Lohns im Krankheitsfall, also des Krankengelds, könnte man fast diesen Schluss ziehen.
Zu wenig Personal, zu viele Aufgaben: das macht krank
Betrachtet man jedoch die individuelle Belastung in den unterschiedlichen Arbeitsstellen, muss man das jedoch fast für einen schlechten Witz halten. Ob in der Pflege, in vielen weiteren sozialen Berufen, aber auch in Verwaltungen, schlicht und einfach im Büro oder im Handwerksbetrieb: Überall ist Personal knapp, wer arbeitet, hat in den vergangenen Jahren nicht nur gefühlt immer weitere Aufgaben dazubekommen. Das belastet - und macht krank.
Der Blick muss in Richtung Prävention gehen
Ein stärkerer Blick auf Prävention statt auf Bestrafung von Krankheiten scheint deshalb eine logische Aufgabe. Ihrer Ausrichtung gemäß, machen üblicherweise Gewerkschaften auf solche Zusammenhänge aufmerksam. Doch im Landkreis Augsburg haben es Gewerkschaften zunehmend schwer. Nicht nur die Bildung von Betriebsräten ist bis jetzt nicht in jedem größeren Betrieb Standard. Auch Arbeitnehmer selbst kehren den Gewerkschaften zunehmend den Rücken. Dass in der Folge Forderungen wie nach einer kürzeren Zahlung von Krankengeld erst mal unwidersprochen bleiben, ist auch eine Folge davon.
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