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Landkreis Augsburg: Über 30 Wertstoffhöfe machen dicht im Landkreis Augsburg

Landkreis Augsburg

Über 30 Wertstoffhöfe machen dicht im Landkreis Augsburg

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    Einer von 50 Wertstoffhöfen im Landkreis ist dieser hier in Diedorf.
    Einer von 50 Wertstoffhöfen im Landkreis ist dieser hier in Diedorf. Foto: Marcus Merk (Archiv)

    Das System Wertstoffhof wird im Landkreis Augsburg komplett neu aufgestellt. Das hat der Werkausschuss jetzt beschlossen. Es geht vor allem darum, den Betrieb der Sammelstellen in Zukunft so zu organisieren, dass es rechtlich keine Probleme gibt. Arbeitssicherheit, Abfallrecht, Immissionsschutz, Gewässerschutz und auch der Brandschutz sind zu beachten. Viele Wertstoffhöfe sollen bis 2035 geschlossen werden. 

    Die Auflagen würden laufend strenger werden, erklärte die Leiterin des Abfallwirtschaftsbetriebs Daniela Bravi. Auch die Personal- und Folgekosten für die kleinteilige Sammlung über die aktuell 50 Wertstoffhöfe würden aus dem Ruder laufen. Falsch sortierte Materialien sorgen außerdem immer wieder für Ärger mit den Entsorgern. Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein Minus von knapp 550.000 Euro eingefahren. Die Modernisierung der Wertstoffsammlung sei kein Luxus, sondern nüchterne Notwendigkeit, um zukunftsorientiert zu arbeiten. Daran ließ Bravi bei der Vorstellung des Konzepts keinen Zweifel. 

    Landkreis Augsburg will 14 moderne Wertstoffzentren schaffen

    432 Kilo Abfall entfallen statistisch auf jeden der gut 260.000 Einwohner im Landkreis. Davon werden 270 Kilo verwertet, der Rest wird zum Großteil verbrannt. Einige Wertstoffhöfe sind verkehrsgünstig gelegen und gut ausgestattet, andere auf unbefestigtem Grund nur über Feldwege zu erreichen. Während der kurzen Öffnungszeiten wird sortiert, über die Annahmemöglichkeiten diskutiert und so manch schweres Teil über Treppen in Container balanciert. Ein Zustand, der so nicht bleiben kann.

    Die heutigen Wertstoffhöfe sollen bis 2035 nach und nach durch vierzehn Wertstoffzentren ersetzt werden. Sieben der Sammelstellen werden das Prädikat "Plus" tragen und buchstäblich alles plus Problemmüll annehmen. Der maximale Anfahrtsweg zur nächstgelegenen Sammelstelle soll für jeden Landkreisbürger zehn Kilometer nicht überschreiten. Mit praktischer Verkehrsführung, wetterfester Überdachung, längeren Öffnungszeiten, mehr Fachpersonal und Containern, die bequem von oben befüllt werden können, stehe beim "smarten Wertstoffzentrum" die Effizienz bei Recycling und Wiederverwertung im Fokus, hofft Bravi.

    Sondermüll muss nicht mehr zu bestimmten Terminen entsorgt werden

    Materialien wie behandeltes Holz, für die bisher ein weiterer Weg zu privaten Entsorgern nötig war, können im neuen Konzept gebührenpflichtig angenommen werden. Sondermüll muss künftig nicht mehr bis zu den zweimal im Jahr stattfindenden Annahmetagen gelagert werden. Mit modernem Kassensystem wird die Erfassung von gebührenpflichtigem Material nach Gewicht ermöglicht, digitales Containermanagement erleichtert den Ablauf. Noch vor Entsorgung und Recycling steht die direkte Weitergabe von Dingen, die ein zweites Leben verdient haben. Die Möglichkeit, gut Erhaltenes abzugeben, im Idealfall auch direkt vor Ort in Form einer Mitnahmebörse zu organisieren, sei das Ziel, unterstrich Bravi die Maxime der Wiederverwendung, die gleich nach der Müllvermeidung komme. 

    Rund 15 Millionen Euro würde es kosten, die heutigen Sammelstellen in einen rechtssicheren Zustand zu versetzen. Damit wären sie aber immer noch weit entfernt von dem, was einen modernen Wertstoffhof ausmacht. Die aktuell veranschlagten Kosten für Neu- und Umbauten von insgesamt 14 Wertstoffhöfen, die künftig die Entsorgung sicherstellen sollen, liegen bei knapp 21 Millionen Euro. Losgehen soll es mit dem Neubau eines Umweltkompetenzzentrums mit Wertstoffhof, Gebrauchtwarenbörse, Informationszentrum für Schulen und dem Betriebssitz des Abfallverwertungsbetriebs in Schwabmünchen 2026.

    "Vollsortimenter plus" entsteht unter anderem in Königsbrunn und Neusäß

    Wertstoffhöfe als sogenannte Vollsortimenter Plus sollen in Meitingen, Neusäß, Stadtbergen, Dinkelscherben, Königsbrunn, Schwabmünchen und Hegnenbach entstehen. Hier kann das ganze Jahr über auch Problemmüll abgegeben werden. Weitere Vollsortimenter sind für Langweid-Foret, Nordendorf, Zusmarshausen, Diedorf, Langenneufnach, Bobingen und Untermeitingen geplant. Neubauten sind neben Schwabmünchen in Stadtbergen-Leitershofen, Dinkelscherben, Königsbrunn und Neusäß nötig. Grundstücke müssen teilweise noch gesucht werden. Eine Überdachung des neuen Wertstoffhofes und eine zusätzliche Problemmüllannahmestelle bekommt Meitingen. In Hegnenbach fehlt noch ein Sozialcontainer für die Mitarbeiter. 

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