Am Plauderbänkle bei der Boulebahn in Stadtbergen fand eine besondere Open-Air-Lesung statt, passend zum Ehrentag des Grundgesetzes. Die Initiative der Stadtberger Bürgerin Silke Behrens verwandelt sechs Bänke im Stadtgebiet in Orte der Begegnung: Wer Platz nimmt, signalisiert Gesprächsbereitschaft. Behrens begrüßte die Gäste. Das Plauderbänkle stehe für Begegnung, für Gespräche, Zuhören und gemeinsames Verweilen. Dass die Veranstaltung mit dem ersten Ehrentag des Grundgesetzes zusammenfalle, empfinde sie als doppelt passend. Unterstützt wird die Aktion von Bürgermeister Paulus Metz.
Unter dem Motto „Stadtberger Stimmen“ lasen vier Mitwirkende aus bekannten Werken: Vorlesepatin Anette Kuhrmeier trug Loriots „Rede an die Jugend“ sowie die humorvolle Geschichte „Die perfekte Avocado“ vor. Marina Lötschert las aus Kapitel 21 des „Kleinen Prinzen“ die berührende Begegnung zwischen dem Prinzen und dem Fuchs, mit dem unvergesslichen Satz „Man sieht nur mit dem Herzen gut - das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“. Paulus Metz brachte Mark Twains Essay „Die Schrecken der deutschen Sprache“ zu Gehör, und Uwe Tüchler vom Theater8 präsentierte Jura Soyfers „Weltuntergang“, eine zeitlose Satire über den Wahnsinn der Welt. Helmut Göller rundete den Nachmittag musikalisch ab und schloss mit dem Protestlied „We Shall Overcome“, einem Appell für Zusammenhalt und gegen Missstände jeder Art. (AZ)
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