Auf Eventualitäten vorbereitet zu sein, das versucht der Markt Meitingen unter anderem im Zusammenhang mit Freiflächenphotovoltaik und mit Öko-Ausgleichsflächen. Einen Zwischenstand ihrer Arbeiten in Sachen "Landschaftspflegerisches Entwicklungskonzept" präsentierten jetzt drei Mitarbeiter des von der Gemeinde beauftragten Planungsbüros Lars-Consult dem Marktgemeinderat.
Meitingen hat 2800 Quadratmeter Fläche
Der Markt Meitingen beheimatet zahlreiche Unternehmen, darunter mehrere große Betriebe – und mehr oder weniger alle, so Bürgermeister Michael Higl, hätten sich auf die Fahnen geschrieben, früher oder später klimaneutral zu sein. Nicht auszuschließen, dass entsprechend auch Anfragen zum Bau von Windrädern oder Freiflächenphotovoltaikanlagen auf die Gemeinde zukämen. Während Windanlagen privilegiert seien und von Begünstigten vielerorts gebaut werden könnten, brauche es für Photovoltaikanlagen "auf der grünen Wiese" Zustimmung der Gemeinde. Entsprechend lautete eine der Aufgaben an das Planungsbüro, infrage kommende Flächen im Gemeindegebiet vorzuschlagen.
Dazu, so Stadtplaner Bernd Munz, habe man anhand verschiedener (Ausschluss)kriterien zunächst sämtliche Flächen des Gemeindegebiets aussortiert. Von rund 2800 Hektar Fläche des Marktes Meitingen blieben rund 56 Hektar übrig. Die größten Areale befinden sich südwestlich von Herbertshofen zwischen Lechstahl und der neuen B2, westlich von Meitingen entlang der Bundesstraße 2 Richtung Langenreichen sowie südlich von Langenreichen.
Jede Gemeinde hat ein Öko-Konto
Zweites großes Thema von Lars-Consult: das Meitinger Ausgleichsflächenkonzept. Hintergrund in dieser Angelegenheit: Laut Bürgermeister Higl verfügt jede Kommune über ein sogenanntes Öko-Konto. Auf dieses Konto könne man quasi einzahlen, indem man beispielsweise für den Naturschutz weniger wertvolle Flächen zu Biotopen oder Ähnlichem aufwerte. Und von diesem Konto könne man gleichsam abbuchen, wenn im Ort neue Straßen, Baugebiete, Gewerbeflächen ausgewiesen werden sollen.
In Meitingen möchten Verwaltung und Gemeinderat ihre Öko-Ausgleichsflächen ganzheitlich und mit einem zugrunde liegenden Konzept erhalten oder angelegt wissen. Für die Planer ist es deswegen gleichsam Vorgabe, "Korridore" des Umweltschutzes zu bewahren und zu gestalten - und das mit Blick auf Flächen, die bereits im Besitz des Marktes sind.
Biotope entlang der Schmutter
Derartige Korridore, Grünachsen, erstrecken sich im Gemeindegebiet zuvorderst entlang dreier Fließgewässer, nämlich des Lechs, der Schmutter sowie des Viehweidbachs bei Langenreichen. Damit, so hieß es, könnten nicht zuletzt für die Landwirtschaft besser geeignete Flächen als Nutzflächen erhalten bleiben, während weniger geeignete Regionen am Rande von Gewässern Richtung Biotopflächen "aufgewertet" würden.
Der Zwischenstand wurde vom Marktgemeinderat zur Kenntnis genommen, als Nächstes erwartet man nach Abschluss aller Arbeiten die Vorlage des fertigen Konzeptes.