Wer trennt den Kopf von Haustieren ab? Diese Frage beschäftigt aktuell die Polizei. Sie nannte als mögliches Motiv „Satanskult“. Foto: Felix Kästle, dpa (Symbolbild)
Der Fall erschüttert Tierliebhaber in der Region. Zwei Tierbesitzer mussten zuletzt eine grausige Entdeckung machen. Ihren Haustieren wurde der Kopf abgetrennt. Alles deutet darauf hin, dass ein Mensch verantwortlich ist. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden Fälle zusammenhängen. Doch die Suche nach einem Täter bleibt bislang erfolglos. Als mögliches Motiv nannte die Polizei zuletzt „Satanskult“. Bislang ist das nur ein Verdacht. Gibt es in der Region eine solche Szene?
Tote Haustiere ohne Kopf im Landkreis Augsburg aufgetaucht
Die toten Haustiere tauchten vor einigen Tagen in Ortsteilen von Diedorf und Horgau auf. Wie berichtet, lagen sowohl Kater Leopold als auch Kaninchen Zamba tot im Garten ihrer Besitzer. Nach ausführlichen Untersuchungen der toten Tiere sind sich die Ermittler sicher, dass die Köpfe mit einem scharfen Gegenstand abgetrennt wurden. Wer dahintersteckt, bleibt bislang unklar. Robert Schmidt, Chef der Polizei in Zusmarshausen, sagt: „Momentan gibt es keinen neuen Ermittlungsansatz.“ Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. „Satanskult“ ist eines der möglichen Motive. Einer der ermittelnden Polizisten vermutete im Gespräch mit unserer Redaktion, dass der Täter aus einer „schwarzen Szene“ stammen könnte.
Claudia Servo und ihr Partner Sven Walter fanden ihr Kaninchen Zamba tot im Garten - ohne Kopf. Die Polizei geht davon aus, dass auch der Kopf von Kater Leopold (rechts) von einem Unbekannten abgetrennt wurde. Foto: Andreas Lode, privat
Der Begriff umfasst diverse Weltanschauungen, die sich auf die Figur des Satans beziehen. Als Satanisten werden gemeinhin Menschen bezeichnet, die den Teufel als Gegenspieler Gottes verehren. Klaudia Hartmann hat sich als Leiterin des Fachbereichs religiöse Sondergemeinschaften und Weltanschauungsfragen beim Bistum Augsburg umfänglich damit befasst. Sie sagt: „Satanisten meinen, das einzig wahre Gefühl ist der Hass.“ Grundsätzlich gebe es im Satanismus auch Strömungen, die Tierköpfe zu Ritualen missbrauchen. Dass es in der Region eine größere Szene von Satanisten gibt, kann die Expertin aber nicht feststellen. Im Gegenteil.
„Satanskult?“ - Expertin berichtet von anderen Sekten und Strömungen
Seit rund 20 Jahren schon beschäftigt sich Hartmann mit extremen Glaubensgemeinschaften, Verschwörungstheoretikern und anderen Schwurblern. An die Beratungsstelle des Bistums wenden sich Menschen, die entweder selbst in solchen Szenen aktiv sind, oder deren Angehörige. Von Satanisten habe die Expertin in diesen Gesprächen bislang kaum gehört. „Es gab ein paar Geschichten, bei denen ich das nicht ausschließen könnte“, sagt sie. „In den meisten Fällen handelte es sich aber um Jugendliche, die provozieren wollten.“ Zum Beispiel mit satanistischen Symbolen oder Praktiken. Damit sollen bewusst religiöse Gefühle verletzt werden, meint Hartmann. Mit allem, was „Teufelszeug“ ist, ließe sich nun mal schockieren. Echte Überzeugung steht in der Regel aber kaum dahinter, berichtet die Expertin.
Hilfe für Angehörige und Aussteiger aus extremen Gemeinschaften
Tatsächlich gibt es auch in der Region etliche andere extreme Gemeinschaften, die das Leben ihrer Anhänger negativ beeinflussen können. Hartmann berichtet etwa von der weltweit operierenden, extremistischen Organisation Scientology oder von der umstrittenen südkoreanischen Neureligion Shincheonji. Zunehmend melden sich auch Betroffene, die von fragwürdigen Gesundheitscoaches unter Druck gesetzt werden. Sie werden bei der Anlaufstelle des Bistums beraten. Dabei suchen die Experten das Gespräch, versuchen aufzuklären und zu vermitteln. Mehr Informationen dazu gibt es im Internet unter www.bistum-augsburg.de/weltanschauung.
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