Es war ein Schock nicht nur für die Familie, sondern auch für viele ihrer treuen Stammkundinnen und Stammkunden in Diedorf: Ende März ist überraschend Monika Berchtenbreiter, die Pächterin und Wirtin des Bistros Flair am Rathausplatz, gestorben. Grund dafür war eine schwere Erkrankung, dennoch kam ihr Tod im Alter von 75 Jahren zu diesem Zeitpunkt überraschend. Was wird jetzt aus dem beliebten Treffpunkt?
Die gute Nachricht: Noch ist das Bistro Flair geöffnet, zumindest jeweils donnerstags bis samstags. Der Hintergrund ist jedoch ernst, zumindest für die Familie. Monika Berchtenbreiter hatte das Bistro mehr als 30 Jahre lang geführt. Der Pachtvertrag ging dann jedoch ins Erbe über und konnte von den Hinterbliebenen erst mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist aufgelöst werden. Noch bis Ende Juni betreiben jetzt Tochter Daniela Wieser und Sohn Andreas Berchtenbreiter mithilfe weiterer Familienmitglieder das Lokal weiter.
Ein Lokal zu eröffnen, war immer schon der Traum von Monika Berchtenbreiter
Für Daniela Wieser ist es auch so, als ob sie den Lebenstraum der Mutter ein Stück weiterführen würden. Denn genau das war das kleine Bistro mitten in Diedorf. Monika Berchtenbreiter entstammte einer Familie, die aufgrund der Nachkriegsereignisse flüchten musste und kam genau in dieser Zeit zur Welt. Schon ihre Eltern betrieben in ihrem Wohnhaus in der Grubbühlstraße ein Lokal, dort wuchs Monika Berchtenbreiter praktisch auf. Dennoch führte für sie der Weg in die Berufstätigkeit zunächst in ein Steuerbüro. Als die Kinder groß waren und sich ihre privaten Lebensumstände änderten, traute sie sich dann im Sommer 1995, ihren alten Traum gemeinsam mit einer Bekannten zu realisieren.
1999 übernahm Monika Berchtenbreiter dann das Bistro Flair allein und gab ihre Anstellung in einem Steuerbüro auf. Vor allem das Stammpublikum blieb ihr die ganzen Jahre treu. Besonders beliebt war der Donnerstag, wenn die Pächterin selbst kochte, auch über die kleinen Gerichte hinaus, die auf der Karte standen. Sonntags kamen dann oft Gäste, um den hausgemachten Kuchen zu probieren.
Ihr Arbeitstag begann immer mit dem Einkaufen fürs Bistro
Ans Aufhören hatte die Wirtin bislang noch nicht ernsthaft gedacht, so Tochter Daniela Wieser. Ihr Arbeitstag begann immer mit einem Frühstück in einem Balletshofer-Café in Stadtbergen, um dann für das Bistro einzukaufen und alles vorzubereiten. „Sie hat immer gesagt, ‚dieses Jahr mache ich auf jeden Fall noch‘“. Dennoch fiel ihr die Arbeit nicht mehr so leicht und die Familie half zuletzt viel mit. Wie groß ihre Beliebtheit war, zeigt die große Gemeinschaft, die zu ihrer Trauerfeier kam. Danach kam man, natürlich, im Bistro Flair zusammen. Wie es ab Juli mit dem Bistro weitergeht, ist noch offen.
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