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Podiumsdiskussion Ustersbach: Was kann der Kreistag für Gemeinden auf dem Land tun?

Ustersbach

Podiumsdiskussion: Was kann der Kreistag für die Gemeinden auf dem Land tun?

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    Die Kandidatinnen und Kandidaten auf der Bühne im Forum Ustersbach von rechts nach links: Marion Repansky (Moderation), Anton Rittel (Freie Wähler), Ludwig Lenzgeiger (CSU), Lisa Wolf (Junge Union), Anja Völk (SPD), Marwin Hillenbrand (Grüne), Andreas Schulz (Linke) und Markus Naß (Moderation).
    Die Kandidatinnen und Kandidaten auf der Bühne im Forum Ustersbach von rechts nach links: Marion Repansky (Moderation), Anton Rittel (Freie Wähler), Ludwig Lenzgeiger (CSU), Lisa Wolf (Junge Union), Anja Völk (SPD), Marwin Hillenbrand (Grüne), Andreas Schulz (Linke) und Markus Naß (Moderation). Foto: Angelika Ortner

    In etwa fünf Wochen stehen die Kommunalwahlen an. Um den Bürgerinnen und Bürgern die Wahl zu erleichtern, veranstaltete der Verein Aktive Bürger Ustersbach eine Podiumsdiskussion, zu der sechs Kandidatinnen und Kandidaten für den Kreistag im Forum Ustersbach zusammenkamen. Dabei ging es unter anderem um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum, die Finanzen kleiner Gemeinden wie Ustersbach und die Anbindung des ländlichen Raums an den Nahverkehr, speziell mit Blick auf den Bahnhof in Mödishofen.

    Wie kann die ärztliche Versorgung auf dem Land verbessert werden?

    Unter der Moderation von Markus Naß und Marion Repasky diskutierten Anja Völk (SPD), Lisa Wolf (Junge Union), Ludwig Lenzgeiger (CSU), Anton Rittel (Freie Wähler), Andreas Schulz (Linke) und Marwin Hillenbrand (Grüne).

    Zunächst kamen Naß und Repansky auf die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum zu sprechen: „In Ustersbach müssen wir in unsere Nachbargemeinden fahren, wenn wir zum Arzt müssen. Wie kann sich die medizinische Versorgung in Gemeinden wie Ustersbach verbessern?“ Lenzgeiger (CSU), Rittel (Freie Wähler) und Wolf (Junge Union) hoben daraufhin die Bedeutung des Universitätsklinikums hervor. Lenzgeiger warf den Vorschlag von Landesstipendien in den Raum, um jungen Ärztinnen und Ärzten einen Anreiz für den ländlichen Raum zu geben. Rittel ergänzte: „Man muss auch über die Möglichkeit einer Landarztquote nachdenken.“ Völk (SPD) wies auf die medizinischen Versorgungszentren (MVZ) hin, wie in Fischach, die flächendeckend errichtet werden sollen. Zunächst sei es aber wichtig, eine gute Anbindung zu Kommunen mit einem MVZ zu schaffen, dem stimmte auch Hillenbrand (Grüne) zu. Schulz (Linke) sah die Problematik eher im Aufbau des Gesundheitssystems, welches zu stark an privatwirtschaftlichen Faktoren hängen würde.

    Danach leitete die Moderation zu den Finanzen über. Im Landkreis muss gespart werden, weshalb die Kreisulage angehoben werden könnte. Bedeutet: Alle Gemeinden im Landkreis müssten noch mehr Geld an den Landkreis abdrücken. Grund für die brisante Haushaltslage im Landkreis sind unter anderem die steigenden Kosten für Personal und andere Pflichtaufgaben. Hillenbrand (Grüne) sagte, dass die Erhöhung der Kreisumlage als letztes Mittel galt und schon vorher Einsparungen im Landkreis gemacht wurden: „Klar ist aber auch, dass es auf allen kommunalen Ebenen eine Finanzierungsnot gibt.“ Er forderte mehr Geld vom Bund und vom Freistaat, damit der Landkreis seine Aufgaben auch erfüllen kann.

    Lisa Wolf (Junge Union) schlug eine stärkere Förderung der lokalen Wirtschaft als Lösung vor: „Wir haben ganz viele tolle Unternehmen im Landkreis. Die müssen wir fördern und unterstützen, genauso wie junge Menschen, die hier gründen wollen.“ Lenzgeiger (CSU) stellte zunächst fest, dass es beim Sparen immer unangenehm wird. Dennoch sei es wichtig, nicht nur nach oben zu schimpfen, sondern konkrete Sparmaßnahmen vorzuschlagen. Auch Rittel (Freie Wähler) stellte fest, dass der Landkreis sparen müsse. Dabei gehe es insbesondere um Personaleinsparungen, aber auch um die Prüfung der Effizienz von laufenden Kosten. Völk (SPD) schlug vor, das Investitionspaket des Bundes direkt an die Kommunen auszuzahlen. Das sei auch die Forderung ihrer Partei im Landtag.

    Gibt es Hoffnung für den Bahnhalt in Mödishofen?

    Daraufhin leitete das Moderationsteam auf den öffentlichen Nahverkehr über und fragte, wie der ländliche Raum verstärkt an den Nahverkehr angebunden werden kann. Zudem wollte Repansky wissen, wie die Chancen für eine Reaktivierung des Bahnhaltes in Mödishofen stehen.

    Anton Rittel (Freie Wähler) wies darauf hin, dass beim AVV der Landkreis und die Stadt zusammenarbeiten müssen. Wirtschaftlich sei es sehr schwierig, Buslinien auf dem Land aufrechtzuerhalten. Dabei müssten Querverbindungen effizient genutzt werden, eine andere Möglichkeit sei ein On-Demand-System, von welchem er hoffe, dass es sich durchsetzt. Ludwig Lenzgeiger (CSU) machte Hoffnung auf eine Reaktivierung des Bahnhaltes Mödishofen, da dieser im Kreistag wieder in die Nahverkehrsplanung aufgenommen wurde. Die Entscheidung liege jedoch bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). „Da muss die Gemeinde immer wieder vorstellig werden und dranbleiben, dann kann das klappen“, ergänzte er. Dem pflichteten auch Lisa Wolf (Junge Union) und Anja Völk (SPD) und Marwin Hillenbrand (Grüne) bei. Es sei wichtig, mehr Verkehr von der Straße auf die Gleise zu bringen und hierfür bestehende Strecken mit mehr Zustiegsoptionen zu nutzen. Andreas Schulz (Linke) wies noch auf die Wichtigkeit eines Verkehrskonzepts hin, um den Bahnhalt in die Verkehrsplanung einzubinden.

    Im Schlusswort waren sich die Kandidatinnen und Kandidaten einig. Veranstaltungen wie diese Podiumsdiskussion seien wichtig, um die Bürgerinnen und Bürger in der Politik mitzunehmen. Moderatorin Marion Repasky beendete die Veranstaltung mit dem Aufruf: „Geht wählen!“

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