„Wer einmal sexualisierte Gewalt erlebt hat, trägt oft ein Leben lang an den Folgen“, bedauert Pfarrer Alan Büching von der evangelischen Kirchengemeinde Diedorf-Fischach. „Deshalb ist es unsere Pflicht als Kirchengemeinde, hinzuschauen, zu schützen und vorzubeugen“, betont er. Ein umfassendes Schutzkonzept sei deshalb nach den Vorgaben der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern zur Prävention erstellt worden. Es soll Menschen in allen Bereichen des Gemeindelebens – von der Kinder- und Jugendarbeit bis hin zu den Seniorenkreisen – wirksam vor Grenzverletzungen und Übergriffen schützen. „Es setzt vor allem ein Zeichen für Aufmerksamkeit, Verantwortung und gelebte Fürsorge“, erklärt Pfarrer Büching.
Gemeindemitglieder wurden nach Gefährdungssituationen befragt
Begonnen hatte die Erarbeitung des Konzepts mit einer Risiko- und Potenzialanalyse. Dabei wären mit Mitarbeitenden und Gemeindeglieder konkrete Gefährdungssituationen identifiziert worden. „Ein wichtiger Bestandteil war die Beteiligung der Gemeinde“, sagt Alan Büching. Zahlreiche Menschen hätten sich mit ihren Perspektiven und Erfahrungen eingebracht – sei es durch ausgefüllte Fragebögen oder persönliche Gespräche. Das nun vorliegende Schutzkonzept umfasse neben klaren Verhaltensregeln auch verbindliche Standards für Schulungen von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Zudem wurde ein strukturiertes Verfahren für den Umgang mit Verdachtsfällen erstellt.
Das Schutzkonzept kann im Pfarramt eingesehen werden
„Es ist kein einmaliger Abschluss, sondern ein wachsendes Instrument, das regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird“, erläutert Pfarrer Büching. Das Schutzkonzept könne auf Wunsch im Pfarramt eingesehen werden. Auch auf der Internetseite der Gemeinde seien alle Informationen dazu zusammengefasst. (AZ)
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