Nach seinem Sieg in der Stichwahl ging es für Markus Winterhalter (Freie Wähler) direkt auf ein dreitägiges Seminar, zur Vorbereitung auf sein neues Amt als Aystettens Bürgermeister. Seitdem hospitiert der 44-Jährige bei Amtsinhaber Peter Wendel, der ihn ins Tagesgeschäft einführt und mit ihm verschiedene Einrichtungen der Gemeinde besucht. Dabei lernt Winterhalter die Aufgaben des Bürgermeisters kennen, vieles davon ist für den Polizeibeamten noch Neuland. Dennoch ist seine Vorfreude auf die neue Herausforderung groß. Die ersten Themen, die er nach seinem Amtsantritt am 1. Mai in Angriff nehmen will, stehen schon fest.
„Habe den Anspruch, bei allen Themen mitreden zu können“
Die Unterschiede zwischen seiner Arbeit als Polizeibeamter und dem Amt des Bürgermeisters seien nicht so ausgeprägt, wie man von außen vermutet. Dennoch gibt der 45-Jährige zu: „Ich habe schon Respekt vor der Fülle an Aufgaben, die auf mich zukommt.“ Dabei stellt Winterhalter hohe Erwartungen an sich selbst: „Ich habe den Anspruch, bei allen Themen mitreden zu können und mich in alle Themenbereiche, mit denen ich mich bisher nicht so gut auskenne, reinzuarbeiten.“ Zurzeit hat er noch die Möglichkeit, von Amtsinhaber Peter Wendel zu lernen. Wendel unterstützte Winterhalter schon im Wahlkampf und hilft auch bei seiner Vorbereitung auf die Arbeit als Bürgermeister. „Immer wenn ich Fragen habe, kann ich zu ihm kommen“, sagt Winterhalter. Auch die Amtsübergabe hat Wendel schon geplant.
Hauptstraße, Bildungscampus und Vereinsförderungen – viel los in Aystetten
Bei schönem Wetter findet am 30. April die Maifeier in Aystetten statt, dort soll der Schlüssel der Kommune von Wendel an Winterhalter übergeben werden. Trotz des Respekts vor den damit einhergehenden Aufgaben überwiegt bei Winterhalter die Vorfreude: „Ich will gemeinsam mit den Menschen in der Gemeinde Ideen entwickeln und umsetzen.“ Dafür trifft er schon die ersten Vorbereitungen. Mit Teilen des neu gewählten Gemeinderats hat Winterhalter bereits Gespräche geführt, mit Blick auf die konstituierende Sitzung will er noch ein Angebot schaffen, bei dem sich alle Beteiligten zusammensetzen und unterhalten können. Auch der „durchweg positive“ Austausch mit den Mitarbeitern der Gemeinde stimme ihn optimistisch. Schon vor seinem Amtsantritt gibt es einige Themen, die sich der 44-Jährige vorgenommen hat.
Ein großes Thema im Haustürwahlkampf sei die Hauptstraße mit den dazugehörigen Halteverbotszonen gewesen. Das ist im Gemeinderat nichts Neues, in der Vergangenheit kam dieses Thema immer wieder auf den Tisch. „Ich will für die Hauptstraße eine nachhaltige Lösung für die breite Mehrheit finden“, sagt Winterhalter. Um diese zu finden, hat er schon erste Ideen, will diese jedoch zunächst mit den betroffenen Personen besprechen. Auch die Vereinsförderungen sind dem neuen Bürgermeister wichtig. „Die Vereine sollen weiter Förderungen erhalten. Diese müssen sich aber in einem vernünftigen Rahmen der Möglichkeiten befinden“, betont Winterhalter. Dabei seien auch zweckgebundene Förderungen eine Option. Finanziell steht Aystetten mit Blick auf den geplanten Bildungscampus mit Mensa und das neue Rathaus vor Herausforderungen.
Winterhalter: Aystettens neue Ortsmitte soll ein Ort der Begegnung werden
„Mit dem Bildungscampus wird sich die Ortsmitte ein wenig weg von der Hauptstraße entfernen“, vermutet Winterhalter. Die derzeitige Ortsmitte mit dem dazugehörigen Dorfplatz ist für ihn ein wichtiger Ort in Aystetten: „Hier kommt man viel in Kontakt mit den Menschen, gerade im Wahlkampf war das der zentrale Platz für uns.“ Im geplanten Bildungscampus sieht er vorwiegend Chancen für die Gemeinde: „Wir werden dem Konzept der offenen Ganztagsschule mit guter Verpflegung für alle gerecht. Durch die neuen Räumlichkeiten können wir einen Ort des Zusammenkommens schaffen.“ Der neue Platz soll aber auch abseits von der Schule und Kinderbetreuung genutzt werden, beispielsweise für Veranstaltungen oder Festivitäten. „Die Ortsmitte soll ein Ort der Begegnung und des Zusammenkommens sein. Ich will sie mit Leben füllen“, erklärt Winterhalter. Die Kinderbetreuung, welche ein wichtiger Bestandteil des Bildungscampus darstellt, ist für Winterhalter ein Thema, das ihm auch aufgrund seiner drei Kinder am Herzen liegt.
Denn nicht nur bei Winterhalter selbst ist die Vorfreude auf den Amtsantritt als Aystettens neuer Bürgermeister groß. Auch seine Ehefrau Valerie und ihre drei Kinder im Alter von zehn, sieben und drei Jahren sind mächtig stolz auf ihn. Am Wahlabend unterstützten die vier ihn und waren die ersten Gratulanten nach dem Wahlerfolg.
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