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So verlief die konstituierende Sitzung im Gemeinderat Gessertshausen

Gessertshausen

Neue Kräfte, alte Strukturen? Wie sich der Gemeinderat Gessertshausen mit dem neuen Bürgernetz aufstellt

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    Bürgermeister Jürgen Mögele (rechts) begrüßt die Neuen im Gemeinderat Gessertshausen (von links): Martin Dörle, Stefanie Ziegler, Dominik Wehr, Bernhard Weber, Ferdinand Ziegler, Simon Wiedemann.
    Bürgermeister Jürgen Mögele (rechts) begrüßt die Neuen im Gemeinderat Gessertshausen (von links): Martin Dörle, Stefanie Ziegler, Dominik Wehr, Bernhard Weber, Ferdinand Ziegler, Simon Wiedemann. Foto: Gemeinde Gessertshausen

    Für eine konstituierende Sitzung gibt es ein festes Drehbuch. Unterscheiden kann sich die Dramaturgie. In Gessertshausen begann die neue „Legislatur“ mit einem expliziten Dank an das alte Sitzungsgremium und die scheidenden Gemeinderäte. „Es zählte hauptsächlich das Argument“, beschrieb Bürgermeister Jürgen Mögele (CSU) die letzten Jahre. Widerhall fanden seine Worte in der Dankesrede von Brigitte Seemüller. Sie saß zuletzt sechs Jahre für die Grünen im Gemeinderat. Seemüller lobte die konstruktive Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg. Außer ihr werden im neuen Gremium nach ebenfalls sechs Jahren Florian Steiner und Engelbert Kugelbrey (beide CSU) nicht mehr vertreten sein, nach vier Jahren Nathalie Geis (Freien Wähler), nach insgesamt zehn Jahren Roman Wimmerl (SPD) und nach 18 Jahren Herbert Schaller (CSU).

    Neu im Gemeinderat ist für die CSU Martin Dörle, der bei der Kommunalwahl im März die meisten Stimmen geholt hatte. Für die Freien Wähler ist Simon Wiedemann neu hinzugekommen, für die SPD Dominik Wehr. Die drei verlorenen Sitze von CSU (2) und Grünen (1) hat eine neue Partei für sich verbuchen können: das Bürgernetz Gessertshausen (BNG). Es ist ein Bündnis aus Parteilosen, die sich zur Kommunalwahl zu einer Bürgerliste zusammengefunden haben. Drei ihrer Vertreter wurden von den Bürgerinnen und Bürgern auf die Plätze 6 bis 8 gewählt: Ferdinand und Stefanie Ziegler sowie Bernhard Weber.

    Mit der neuen Partei kommt Bewegung ins Gremium

    Mit der neuen Partei kommt Bewegung ins Gremium. Das war bei der Wahl der Bürgermeister spürbar. Zweiter Bürgermeister ist erneut Herbert Schalk (SPD); er war der einzig vorgeschlagene Kandidat. Für das Amt des zweiten Stellvertreters gab es neben Michael Oberlander (CSU) einen weiteren Vorschlag aus dem Bürgernetz. „Es mangelt an Frauen in der Kommunalpolitik“, fasste Ferdinand Ziegler (BNG) eine Erfahrung aus dem Wahlkampf zusammen und schlug seine Mutter Stefanie Ziegler vor. Sie habe das nötige Knowhow und habe in der freien Wirtschaft gearbeitet. Am Ende konnte sie sechs von 17 Stimmen auf sich vereinen.

    Eine rege Diskussion entspann sich bei der Vertreterbestellung für den Zweckverband Wasser. Wie berichtet, will sich dieser Verband zum kommenden Oktober auflösen. Bisher lag die Koordination für den Hochwasserschutz an Anhauser Bach und Schwarzach bei der Gemeinde Diedorf. Ende letzten Jahres hatten Diedorf, Schwabmünchen, Gessertshausen und Großaitingen für den Austritt gestimmt. Bobingens Bürgermeister Klaus Förster, der den Verband in anderer Form erhalten wollte, wurde bei der Kommunalwahl abgewählt. Bis Oktober müssen die genannten Gemeinden nun klären, wie ein weiteres Bemühen um den Hochwasserschutz aussehen kann. Bis dahin werden die bisherigen Vertreter Theodor Saßen (Grüne) und Christian Fendt (CSU) die Gemeinde Gessertshausen im alten Zweckverband vertreten. Das wurde mehrheitlich beschlossen. Drei Gegenstimmen kamen vom BNG.

    Aufregung bei der Bildung der Ausschüsse

    Aufregung gab es bei der Besetzung der Ausschüsse. In allen, außer dem Rechnungsprüfungsausschuss, ist die BNG mit jeweils zwei Mitgliedern vertreten – andere Parteien mit ähnlicher Fraktionsstärke teilweise nur mit einem Mitglied. Im Rechnungsprüfungsausschuss allerdings sitzt nur ein Vertreter aus dem Gemeinderat. Das war und bleibt Vincent Pux (Grüne). Problematisch war dies für das Bürgernetz. Anscheinend war es in die Vorabsprachen nicht eingebunden. „Alle Fraktionen haben sich getroffen. Keiner hat uns gefragt“, betonte Stefanie Ziegler und bedauerte, dass ihre Fraktion auch zu anderen Themen nicht gehört worden war. „Mir ist das jetzt wurscht, Vincent Pux kann das schon machen“, sagte sie am Ende einer aufgeregten Debatte, aber richtig finde sie diese Vorgehensweise nicht.

    Alles sei jetzt gleich, auch alle Bürgermeister seien dieselben. „Wie wollen wir so vertrauensvoll zusammenarbeiten“, fragte sie in die Runde. Ihre Partei hatte vor der Kommunalwahl eine offene und ehrliche Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern gefordert. „Nur mit Transparenz und ehrlichem, bürgernahem Austausch entstehen Lösungen, die unsere Gemeinde voranbringen“, steht im Wahlprogramm der BNG. Bürgermeister Mögele verwies auf die Kürze der Zeit. Auch sei das BNG vor der Sitzung auf ihn nicht zugekommen. Mit „Schön, dass Ihr dabei seid!“ versuchte sein Stellvertreter Schalk die Wogen zu glätten.

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