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Spitzer-Areal Neusäß: Wohnbauprojekt sorgt weiter für Diskussionen

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Spitzer-Areal in Neusäß: Investoren planen günstige Eigentumswohnungen

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    Auf der westlichen Schmutterseite auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks Spitzer ist eine Wohnbebauung geplant. Doch noch sind sich die Eigentümer und die Stadt Neusäß nicht über die Details einig.
    Auf der westlichen Schmutterseite auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks Spitzer ist eine Wohnbebauung geplant. Doch noch sind sich die Eigentümer und die Stadt Neusäß nicht über die Details einig. Foto: Jana Tallevi

    Es war ein Moment, in dem das verbliebene Publikum nach bereits dreistündiger Sitzung des Neusässer Planungs- und Umweltausschusses kurz die Luft anhielt. Würde jetzt jemand die Fassung verlieren? Gerade hatte das Planerteam für die neue Bebauung auf dem Grundstück des ehemaligen Sägewerks Spitzer seine aktuellen Pläne vorgestellt. Dabei ging es im Detail um jede Veränderung eines Parkplatzes, den Aufstellungsort der Mülltonnen und den Schutz von Fledermäusen - um dann buchstäblich im letzten Satz die Katze aus dem Sack zu lassen: Nach reiflicher Überlegung wolle man nun doch keinen geförderten oder vergünstigten Wohnraum für die Vermietung anbieten. Denn dafür gebe es in Neusäß in dieser Form keinen Markt.

    Seit 20 Jahren ist eine mögliche Bebauung des Spitzer-Areals immer wieder Thema in der Verwaltung und den Gremien der Stadt. Nach vielen Gesprächen und Vermittlungsversuchen hatte es zuletzt einen Kompromiss gegeben. Das ehemalige Sägewerk wird abgerissen (bis auf einen Teil, in dem Fledermäuse leben), die neue Bebauung wandert komplett auf den westlich der Schmutter gelegenen Teil des Grundstücks. Damit ist übrigens auch das Wasserwirtschaftsamt mit Blick auf ein mögliches Hochwasser einverstanden. In einem Bestandsgebäude sollen Reihenhäuser, in zwei weiteren Gebäuden Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen untergebracht werden. In einem weiteren Neubau, der direkt an der Staatsstraße von Hammel nach Neusäß liegen soll, wird es ebenfalls Wohnungen geben, die einfacher ausgestattet sein sollen, beispielsweise ohne Keller.

    Der Anteil der geförderten Wohnungen soll 20 Prozent betragen

    Nach Absprache mit der Stadt war vereinbart, dass dort staatlich geförderter Wohnraum entstehen soll. Genau wie auf dem Schuster-Gelände war von einem Anteil von 20 Prozent des insgesamt entstehenden Wohnraums die Rede. Der werde auch erreicht, so Architektin Michaela Ausfelder. Doch dann: Eine Markterkundung habe ergeben, dass in Neusäß ein solches Objekt mit zehn Mietwohnungen im geförderten Bereich nicht wirtschaftlich betrieben werden könne. Man wolle deshalb vorschlagen, diese Wohnungen ebenfalls am regulären Immobilienmarkt zu verkaufen, aber eben wegen des niedrigeren Standards zu einem günstigeren Preis, so Ausfelder. Auch das könnte als ein besonderes Modell von erschwinglichem Wohnungsbau gelten. Wie würde der Ausschuss darauf reagieren?

    Der Bürgermeister sendete eine Warnung an die Investoren

    Um es vorwegzunehmen: Die Verärgerung war den Stadtratsmitgliedern und auch Bürgermeister Richard Greiner deutlich anzumerken. Was das denn für eine Markterkundung sei, die ergeben habe, dass geförderte Mietwohnungen nicht passend für die Lage vor Ort seien, wollte Jörg Roehring wissen. Schließlich arbeite man seit Jahrzehnten vor Ort und wisse genau, wie gesucht diese Art von Wohnungen sei, anders als die Architektin aus München, so der CSU-Stadtrat weiter. Auch der Bürgermeister machte in Richtung der Eigentümerfamilie deutlich, dass man dabei sei, eine Grenze zu überschreiten. „Hier im Raum sind wirklich viele für das Projekt über ihren Schatten gesprungen“, sagte er und meinte unter anderem die Stadträte der Grünen und der SPD, die lange gegen eine jegliche Bebauung so nahe an der Schmutter waren. Im Gegenzug erwarte man nun auch ein partnerschaftliches Verhalten von den Investoren. Die Sitzung endete ohne einen Beschluss zu dem Thema. Zunächst soll es weitere Gespräche mit dem Bauwerber und der Verwaltung geben.

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