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Aystetten verliert in der Nachspielzeit

Fußball-Landesliga

Aystetten verliert erst in der Nachspielzeit

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    Obwohl 80 Minuten in Unterzahl lieferte der SV Cosmos Aystetten (von links Arlind Qarri, Marcel Burda, Maximilian Heckel iund Raphael Marksteiner) dem 1. FC Sonthofen einen aufopferungsvollen Kampf.
    Obwohl 80 Minuten in Unterzahl lieferte der SV Cosmos Aystetten (von links Arlind Qarri, Marcel Burda, Maximilian Heckel iund Raphael Marksteiner) dem 1. FC Sonthofen einen aufopferungsvollen Kampf. Foto: Oliver Reiser

    Noch lange nach dem Schlusspfiff saßen Trainer Thomas Hanselka, sein Co Maximilian Berger und Sportdirektor Zlatko Mijailovic mit versteinerten Mienen im Auswechselhäuschen. Vergeblich suchten sie nach Worten, die bittere und unglückliche 1:3-Heimniederlage des SV Cosmos Aystetten gegen den 1. FC Sonthofen zu analysieren. Nach 90 Minuten hatte es noch so ausgesehen, als würden die ab der zehnten Minute in Unterzahl spielenden Cosmonauten einen 1:0-Vorsprung aus Minute neun mit leidenschaftlichem Kampf gegen einfallslose Gäste ins Ziel bringen. Doch dann schlug das Schicksal gnadenlos zu und der Ball noch dreimal im Aystetter Kasten ein.

    Aystetter Führung durch ein Slapstick-Tor

    Es war ein kurioses Spiel, das ein bisschen an eine Comedy-Vorstellung erinnerte. So staunten die Zuschauer zum ersten Mal ungläubig, als Sebastian Streit das Kunststück fertig brachte, den Ball aus drei Metern am Tor vorbei zu köpfen (6.). Obwohl man kurzfristig auf Kapitän Fabian Krug und Dominik Isufi verletzungsbedingt verzichten musste, ging Aystetten drei Minuten später in Führung. Nach einer slapstickartigen Fehlerkette, die schon im Mittelfeld begann, schoss ein Abwehrspieler den nachsetzenden Dejan Durasinovic an und der Ball flog in hohem Bogen über den Torwart zum 1:0 ins Netz. Die Freude darüber schlug in Entsetzen um, als Torhüter Arthur Mayer im Gegenzug nach einem Handspiel außerhalb des Strafraums die Rote Karte sah (10.). Wieder einmal waren die Aystetter in Unterzahl. Doch das war kaum zu merken. Im Gegenteil: Die Hausherren hatten sogar die große Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Nach einem Foul an Marcel Burda gab es einen Elfmeter, mit dem Sebastian Kempf jedoch kläglich an FC-Schlussmann Marco Zettler scheiterte (18.). Bei einem Konter über Edward Schäfer zielte Kevin Makowski nur knapp vorbei (23.). Sonthofen konnte aus der Überzahl kaum Kapital schlagen. Ein Pfostenschuss von Maurice Jaumann (37.) war die beste Gelegenheit im ersten Abschnitt.

    Auch Schiedrichtergespann mit Komik-Einlage

    Auch nach dem Wechsel stellten sich die Allgäuer gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Hausherren - allen voran Marcel Burda - unbeholfen an. Statt mit der Brechstange agierten sie mit dem Dünnbrett-Bohrer, umkreisten zwar den Strafraum wie den Kreis beim Handball, kamen jedoch kaum zu einem nennenswerten Abschluss. Daniel Mrozek, der nach dem Platzverweis von Mayer ebenso wie später Luigi Iovane nach der Verletzung von Durasinovic zu seinem Saisondebüt kam, verhinderte mit einer spektakulären Fußabwehr (50.) und bei einem Weitschuss (81.) den Ausgleich. Die reguläre Spielzeit neigte sich dem Ende zu, da pfiff Schiedsrichter Richard Conrad nach einer Attacke von Raphael Marksteiner an Tim Lorenz einen Strafstoß. Eine äußerst harte Entscheidung, doch Musa Youssef wars egal. Er verwandelte zum 1:1.

    Schiedsrichter-Assistentin Martina Bachmann verlor ihre Fahne und musste ihr Arbeitsgerät wieder herrichten.
    Schiedsrichter-Assistentin Martina Bachmann verlor ihre Fahne und musste ihr Arbeitsgerät wieder herrichten. Foto: Oliver Reiser

    Nicht nur in dieser Aktion trugen die Unparteiischen zur unfreiwilligen Komik der Partie bei. Beim Elfmeter für Aystetten sah ein Sonthofener Spieler Gelb, der das Foul gar nicht begangen hatte. In Halbzeit zwei verlor die wild winkende Assistentin Martina Bachmann ihre Fahne. Die Aystetter fanden das alles nicht zum Lachen, denn in der zweiten Minute der Nachspielzeit köpfte Tim Lorenz dann zum 1:2 ein. Drei weitere Zeigerumdrehungen später, als die Cosmonauten mit Mann und Maus den Ausgleich erzwingen wollten, lief Musa Youssef vom Strafraum aus mutterseelenallein auf das Aystetter Tor zu und vollendet zum 1:3-Endstand in einem unglaublichen Spiel. „Das ist bitter. Aber mit einem Mann weniger gehen dir halt irgendwann die Körner aus“, so ein niedergeschlagener Thomas Hanselka.

    SV Cosmos Aystetten: Mayer - Qarri, Heckel, Marksteiner, Schäfer - Kempf, Toth, Schwab (11. Mrozek), Durasinovic (61. Hanrieder) - Burda (8. Iovane), Makowski.

    Tore: 1:0 Durasinovic (9.)., 1:1 Yuossef (90./Elfmeter), 1:2 Lorenz (90.+2), 1:3 Youssef (90.+5). - Schiedsrichter: Conrad (FC Bayern München). - Zuschauer: 118. - Rot: Mayer (Aystetten/10./Handspiel). - Bes. Vorkommnisse: Kempf (Aystetten) scheitert mit Elfmeter an Zettler (18.).

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