Im vergangenen Jahr ist der TSV Gersthofen erst am letzten Spieltag an der Relegationsteilnahme gescheitert. Jetzt soll unter dem neuen Trainer Ajet Abazi ein neuer Anlauf in Richtung Landesliga unternommen werden. Ob die Mannschaft um Torjäger Fabian Bühler dazu in der Lage ist? Der Kick-Off-Check könnte Antworten geben.
Hin & weg: Fünf Fohlen aus dem eigenen Stall
Mit Spielertrainer Michael Panknin, Admir Omerbegovic, Belmin Bojic (alle SV Wörnitzstein-Berg), Kapitän Manuel Lippe (FC Affing), seinem Stellvertreter Marco Ruppenstein (TSV Aindling) haben gestandene Spieler den TSV verlassen. Dazu Antonio Stoykowski, Dino Rekanovic (beide TSV Täfertingen), Moritz Buchart (TSV Dasing) und Winter-Neuzugang Mustafa Mujezinovic (TSV Neusäß). Neu sind Luigi Manfreda (SV Mering), Joachim Markaj (SC Griesbeckerzell), Vitaly Blinov (FC Burgkirchen) und Torhüter Julian Lippmann (SSV Alsmoos-Petersdorf). Dazu kommen mit Daniel Mrkalj, Kubilay Özcan, Luca Zamfir, Tobias Bühler und Marco Jelusic fünf Kicker aus dem eigenen Nachwuchs. „Das ist die Philosophie des TSV Gersthofen“, erklärt Ajet Abazi, dass man die guten Spieler nicht mehr ziehen lassen will. „Außerdem arbeiten wir gerne mit jungen Spielern zusammen.“
Coach & Co.: Disziplin, Respekt und gute Manieren
„Der nächste Schuss muss sitzen“, hatte Abteilungsleiter Rico Kornisch gesagt, als man sich nach nur einer Saison im gegenseitigen Einvernehmen schon wieder von Spielertrainer Michael Panknin getrennt hatte. Mit Ajet Abazi konnte nun ein weiterer Hochkaräter aus der regionalen Szene verpflichtet werden. Der 49-Jährige, der zu Regionalliga-Zeiten beim FC Augsburg gespielt hat, kam vom Bayernligisten Türkspor Augsburg. Mitgebracht hat er seinen Co-Trainer Roland Pankratz. „Es macht einen Riesenspaß. Alle ziehen super mit und das Rundumpaket passt“, sagt der ehemalige Keeper, der mit Abazi seit Jahren ein Gespann bildet. Bei beiden stehen Disziplin, Respekt und gute Manieren auf der Tagesordnung. Für das Torwarttraining ist der ewig junge Richard Kozurek (73) zuständig. Als Physiotherapeut unterstützt Thomas Hockenmaier das Trainerteam, als Betreuerin Sonja Heigemeier. Goran Boric und Klaus Wünsch fungieren als sportliche Leiter.
Glücks- & Sorgenkinder: Torjäger ist verletzt
Dass Robin Widmann noch einige Zeit ausfallen wird, war bekannt. Der 28-Jährige hat jedoch inzwischen wieder das Training aufgenommen. In der Vorbereitung verletzten sich Vitaly Blinov, Kenan Kunalic und Fabian Bühler. „Er hat im Testspiel beim TSV Neusäß versucht, einen Eckball direkt zu nehmen und das Tor des Jahres zu erzielen. Das ist in die Hose gegangen“, berichtet Trainer Ajet Abazi. Der 35-Tore-Mann, der zur Überraschung vieler Experten in Gersthofen geblieben ist, musste gegen den FC Augsburg zuschauen (Abazi: „Das war bitter für ihn.“) und wird wohl auch den Auftakt verpassen. „Jetzt müssen wir improvisieren“, sagt der Trainer, der deshalb keine Hau-Ruck-Aktionen plant. „Wir wollen so oder so mit Gersthofer Jungs arbeiten“, bezeichnet Abazi seine Kicker aus dem eigenen Nachwuchs als „Glückskinder“ und kündigt an: „Den einen oder anderen werden wir am ersten Spieltag in der Startformation sehen.“ Einen guten Eindruck hat in der Vorbereitung auch Fareed Lawal aus der zweiten Mannschaft hinterlassen.
Test & Taktik: Viele Erkenntnisse gewonnen
In der Vorbereitung gab es Hochs und Tiefs. Der 0:6-Auftaktklatsche in Oberweikertshofen und dem 0:9 gegen den Bundesligisten FC Augsburg standen Siege in Hollenbach, gegen den FC Königsbrunn (jeweils 2:1) und die TSG Thannhausen (1:0) gegenüber. „Wir haben viele Erkenntnisse gewonnen“, sagen Abazi und Pankratz. Unter anderem, dass man auch ohne die Unterschiedsspieler Bühler und Blinov bestehen kann.
Start & Ziel: Auftaktspiele gegen zweite Mannschaften
Die Auftaktspiele beim Aufsteiger FC Gundelfingen II und gegen den TSV Nördlingen II lösen gemischte Gefühle aus. „Gegen zweite Mannschaften von Bayernligisten ist es immer schwierig, weil man nicht weiß, wer da spielt“, sagt Ajet Abazi. Am dritten Spieltag steht dann der Kracher beim TSV Meitingen, den Abazi neben Wertingen und Wörnitzstein zu den Favoriten zählt, auf dem Programm. „Das Potenzial ist da. Es muss nur geformt werden“, hofft Abazi trotzdem, dass die Verletzten schnell zurück sind. „Wenn alle Mann an Bord sind, haben wir eine gute Mannschaft.“ Dann will der TSV Gersthofen um den Aufstieg mitspielen.
Prognose: Als letztjähriger Tabellendritter geht der TSV Gersthofen als Favorit ins Rennen. Um diese Rolle aber wirklich auszufüllen, braucht man einen fitten Torjäger Fabian Bühler, der sein Visier wieder richtig eingestellt hat.
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