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Fußball: Der TSV Dinkelscherben bricht einen Fluch

Fußball

Der TSV Dinkelscherben bricht einen Fluch

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    Zunächst hatten die beiden Torjäger Thomas Kubina und Phillip Schmid getroffen, dann sorgte Haken Avci mit dem 3:1 für die Vorentscheidung zu Gunsten des TSV Dinkelscherben im Relegationsspiel gegen den TSV Lautrach-Illerbeuren. Torwart Eugen Rimmer ist chancenlos.
    Zunächst hatten die beiden Torjäger Thomas Kubina und Phillip Schmid getroffen, dann sorgte Haken Avci mit dem 3:1 für die Vorentscheidung zu Gunsten des TSV Dinkelscherben im Relegationsspiel gegen den TSV Lautrach-Illerbeuren. Torwart Eugen Rimmer ist chancenlos. Foto: Oliver Reiser

    „Heute muss der Fluch gebrochen werden!“ Nicht nur Abteilungsleiter Martin Mehr erinnerte sich an jenes denkwürdige Spiel am Ende der Saison 2005/06, als der TSV Dinkelscherben im Mindelheimer Stadion schon mit einem Bein in der Bezirksoberliga stand. Er war damals als Spieler mit dabei. Ebenso wie Michael Leutenmayr oder Alexander Guggemos. „Dann kam die 120 Minute“, erinnerte sich auch der ehemalige Torjäger noch genau. Durch einen Torwartfehler kam der VfB Durach noch zum Ausgleich. Das anschließende Elfmeterschießen ging verloren. Seitdem hat der TSV Dinkelscherben nie mehr ein Relegationsspiel um den Aufstieg gewonnen. Zuletzt gab es 2017/18 eine 0:3-Niederlage gegen Türk Kempten.

    Dinkelscherbens Josef Kastner bedankt sich bei den Fans.
    Dinkelscherbens Josef Kastner bedankt sich bei den Fans. Foto: Oliver Reiser

    Über 600 Zuschauer in Mindelheim

    Am Samstagnachmittag sollte sich das ändern. Mit einem 3:1-Sieg gegen den TSV Lautrach-Illerbeuren nahmen die Lila-Weißen die Lila-Weißen die erste Hürde auf dem Weg in die Bezirksliga. Mehr oder weniger souverän. „Es war ziemlich zäh“, stellte dann auch Trainer Michael Finkel fest. Für die über 600 Zuschauer aber war es ein höchst unterhaltsamer Nachmittag. Beide Mannschaften traten unter dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ das Gaspedal 90 Minuten voll durch, agierten offensiv ohne Ende. „Solch ein Spektakel wollen die Zuschauer dich sehen“, schmunzelte Finkel. Vielleicht war es aber auch der Tatsache geschuldet, dass die Torfabriken damit die Aussetzer ihrer Abwehrreihen vertuschen wollten. Sollte es im modernen Fußball-Sprech den Begriff „vogelwild“ noch geben – er würde darauf zutreffen. Statt 3:1 wäre durchaus ein Ergebnis von 10:5 möglich gewesen.

    Thomas Kubina traf zum 1:0 für den TSV Dinkelscherben.
    Thomas Kubina traf zum 1:0 für den TSV Dinkelscherben. Foto: Oliver Reiser

    Das begann schon in der zweiten Minute, als zwei Dinkelscherbener gemeinsam zum Kopfball hochstiegen und die Allgäuer dadurch zur ersten Chance kamen. „Wenn es in Relegationsspielen gegen den Abstieg geht, ist der Druck viel höher“, zeigten sich Martin Mehr und TSV-Vorsitzender Bernhard Lehner vor Spielbeginn völlig entspannt. Wesentlich nervöser agierten die Kicker in den ersten Minuten auf dem Feld. Auch nachdem Thomas Kubina bereits nach elf Minuten zum 1:0 traf. „Das Tempo halten die nicht durch“, schrie Lautrachs Keeper Eugen Rimmer. Denkste! Im Lautracher Strafraum brannte es weiterhin lichterloh, doch Phillip Schmid, der nach einem Ausrutscher seines Gegenspielers völlig blank vor dem Keeper stand, scheiterte er mit seinem Lupfer (16.). Statt 2:0 stand es zwei Minuten später 1:1. Lautrach-Illerbeuren operierte ausschließlich mit langen Bällen. An einem davon säbelte Simon Motzet vorbei, so dass Tobias Köhl freie Bahn hatte. Ein Treffer aus dem Nichts.

    Weiter geht die wilde Fahrt

    Und weiter ging die wilde Fahrt. Im Gegenzug legte Schmid für Hakan Avci quer, dessen Schuss von Stephan Kern von der Linie gekratzt wurde. Auf der Gegenseite musste Flügelflitzer Josef Kastner gegen Alexander Pertlwieser auf der Linie klären, nachdem Dinkelscherbens Hintermannschaft wieder mal die Orientierung verloren hatte (25.). Nachdem Torjäger Phillip Schmid zei weitere Gelegenheiten ausgelassen hatte, traf er schließlich im Stil eines Klassestürmers zum 2:1-Pausenstand (35.). Auch die Fans beider Lager, die lautstark für Stimmung sorgten, benötigten nun ein Verschnaufpause.

    Phillip Schmid erzielte das 2:0. Hier nimmt ihm Lautrachs Torwart den Ball vom Kopf.
    Phillip Schmid erzielte das 2:0. Hier nimmt ihm Lautrachs Torwart den Ball vom Kopf. Foto: Oliver Reiser

    Auch im zweiten Durchgang waren Quer- und Rückpässe an einer Hand abzuzählen. Es ging weiter mit Hurra nach vorne. Und schon in der 52. Minute sorgte Hakan Avci nach einem Zuckerpass von Mittelfeld-Abräumer Julian Kugelbrey für das 3:1. Die Vorentscheidung? Mitnichten, denn die Allgäuer gaben bis zur letzten Sekunde nicht auf, hatten durch Kern zwei Chancen aus der Distanz (61. und 65.), Tobias Köhl (75.) und Marin Bössenroth (89.) scheiterten an TSV-Keeper Lukas Kania, der bei seinen Ausflügen a la Petar Radenkovic weit vor seinem Tor nicht immer den sichersten Eindruck hinterlassen hatte. Als Pertlwieser einen Volleyschuss knapp vorbei feuerte, hatten die Lautracher ihr Pulver verschossen. Der letzte Höhepunkt gehörte wieder dem TSV Dinkelscherben: Paul Holand setzte den Ball an die Querlatte (90.+3).

    Der Fluch ist zwar jetzt gebrochen, aber wenn es am kommenden Mittwoch um 18.15 Uhr voraussichtlich in Wiesenbach im alles entscheidenden Spiel gegen den TSV Babenhausen geht, sollte der TSV Dinkelscherben nicht so fahrlässig mit seinen Chancen umgehen und in der Abwehr konsequenter zu Werke gehen.

    TSV Dinkelscherben: Kania – Holand, Motzet, Micheler, Berchtenbreiter (88. Hörtensteiner) – Kastner (68. Sirch), Kugelbrey (83. Mayrock), Singl (61. Zeller), Avci (68. Brecheisen) – Schmid, Kubina.

    TSV Lautrach-Illerbeuren: Rimmer – Graf (87. Schwamm), Kern, Kehrle (58. Jehle), Kasper (71. Kneppler) - Gromer, Pertlwieser (82. Hengler), Bischof, Kraus - Fischer, Köhl.

    Tore: 1:0 Kubina (9.), 1:1 Köhl (18.), 2:1 Schmid (32.), 3:1 Avci (53.). – Schiedsrichter: Stadlmayr (Donaumünster). - Zuschauer: 591.

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