Am Sonntag hat der FC Bayern München seinen 37. deutschen Meistertitel auf dem Rathausbalkon gefeiert. Das könnte dem TSV Gersthofen noch bevorstehen, der am Freitagabend nach dem 1:1 gegen den VfR Jettingen mit Cevapcici und Lamm den Titel in der Bezirksliga Nord gefeiert hat. „Lange Zeit sah es so aus, als ob keiner aufsteigen will. Dann ist es plötzlich ganz schnell gegangen“, kommentierte Bezirksvorsitzende Sabrina Hüttmann, die in Gersthofen eine Meisterschale überreichte, die Entscheidung. Nachdem die Konkurrenten immer wieder patzten, war der TSV Gersthofen nach drei Siegen in Folge plötzlich durch und konnte am Spielfeldrand feiern.
„Das war eine herausragende Saison, in der einfach alles zusammengepasst hat“, zeigte sich Trainer Ajet Abazi, der die Jubelstürme und Sektduschen seiner Spieler aus sicherer Entfernung beobachtete, eher als stiller Genießer. „Für viele Außenstehende mag es selbstverständlich wirken, dass wir Meister geworden sind - aber das war es definitiv nicht“, blickte er im Stadionheft auch auf zwei Tiefpunkte zurück. So musste man sechs Spiele am Stück bestreiten, in denen beide Stammtorhüter ausgefallen sind. „Daniel Brexel ist überragend eingesprungen“, so Abazi, der sich auch auf Akteure aus der von Christoph Reperger betreuten U23, die in der Kreisklasse Nord den Relegationsplatz zur Kreisliga bereits sicher hat, verlassen konnte, als im August urlaubsbedingt viele Spieler fehlten. „Diese junge Mannschaft macht mich unglaublich stolz und sie hat sich den Meistertitel nach diesem Schlussspurt absolut verdient“, zieht Abazi verbal den Hut. Was ihn ganz besonders freut: „Wir haben mit Luca Zamfir, Danijel Mrkalj und Tobias Bühler drei A-Jugendliche in die erste Mannschaft eingebaut.
Neuzugänge mit Regional- und Bayernliga-Erfahrung
Wenn also bereits in zweieinhalb Wochen die Vorbereitung startet, werden auch die ersten drei Neuzugänge am Start sein: Vom Bayernliga-Absteiger Türkspor Augsburg kommt Mert Akkurt. Der 23-jährige Mittelfeldspieler zählte in den letzten beiden Spielrunden zum Stammpersonal des künftigen Gegners in der Landesliga. Zuvor war der in der Jugend beim TSV Schwaben Augsburg ausgebildete Türke beim SV Türkgücü Königsbrunn und bei der TG Viktoria Augsburg in der Bezirksliga am Ball. Über Regionalliga-Erfahrung verfügt Torhüter Patrick Sander, der nach über einjähriger Pause wieder ins Geschehen eingreift. Der 23-Jährige hat die kompletten Bundesliga-Nachwuchsteams des FC Augsburg durchlaufen und gehörte dann dem Kader der U23 an. Zuletzt stand Sander zu Beginn der Saison 2024/25 beim TSV Schwaben Augsburg zwischen den Pfosten. Dritter Neuzugang ist Markus Einsiedler, der mit dem derzeitigen Allgäuer Kreisligisten TV Bad Grönenbach schon Bezirks- und Landesliga gespielt hat. Der 27-Jährige ist ebenfalls im Mittelfeld zuhause.
Aystetten: Die ersten Neuzugänge sind fix
Sehr emotional wurde es beim SV Cosmos Aystetten, als Vorsitzender Thomas Pflüger schweren Herzens vier Spieler verabschiedete. Torjäger Kevin Makowski versucht sich beim (Noch-)Regionaligisten TSV Schwaben Augsburg, Niklas Frank, der mit einer Glanzparade den zum Klassenerhalt notwendigen Punkt festhielt, wechselt zum Bayernligisten FC Gundelfingen. Ein Wiedersehen wird es mit Maximilian Heckel und Dominik Isufi geben, die sich dem Ligakonkurrenten TSV Aindling anschließen. Nach 203 Spielen (Heckel) und 168 Partien (Isufi) für die Cosmonauten hatten die beiden ziemlich feuchte Augen, als sie sich im Mannschaftskreis verabschiedeten: „Wir sind stolz, in dieser Truppe gespielt zu haben“, fasst es Maximilian Heckel zusammen.
Um die entstandenen Lücken zu schließen, führen Sportdirektor Zlatko Mijailovic und Abteilungsleiter Christian Zohner derzeit viele Gespräche. Die ersten beiden Neuzugänge sind bereits fix: Isufis Position auf der rechten Außenbahn könnte künftig Maximilian Schmid einnehmen. Der 21-Jährige, der seine fußballerische Ausbildung beim FC Stätzling gemacht hat, kommt vom Bezirksligisten SV Mering. Schmid ist der Sohn des langjährigen Torhüters und Trainers des TSV Neusäß, Stefan Schmid. Die Rolle des Torjägers soll Serhat Fidan spielen. Der 23-Jährige kommt vom Kreisklassisten TSG Augsburg, hat in dieser Saison aber auch schon 13 Spiele in der Landesliga für den TSV Rain absolviert. Zuvor war der Angreifer, der beim TSV Schwaben ausgebildet wurde, beim TSV Bobingen und Türkgücü Königsbrunn in der Bezirksliga am Ball.
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