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Fußball-Nachlese: Wohl dem, der eine gute Bank hat

Fußball-Nachlese

Wohl dem, der eine gute Bank hat

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    Bruder-Wechsel. Gerstofens Trainer andreas Jenik (links) und Sebastian Hoffmann (Mitte) schicken den lange verletzten Okan Yavuz (rechts) für seinen Bruder Oktay (Nummer 10) aufs Feld.
    Bruder-Wechsel. Gerstofens Trainer andreas Jenik (links) und Sebastian Hoffmann (Mitte) schicken den lange verletzten Okan Yavuz (rechts) für seinen Bruder Oktay (Nummer 10) aufs Feld. Foto: Oliver Reiser

    Mit den offiziellen Eröffnungsspielen sind am Wochenende die Fußballer der Bezirksligen in die Saison 2023/24 gestartet. Während im Norden beim Aichacher Derby VfL Ecknach – SC Griesbeckerzell rund 750 Zuschauende zugegen waren, fanden sich im Süden bei der Partie SV Egg an der Günz gegen SpVgg Langerringen nicht einmal 300 ein. Hätten beide Aufsteiger das Heimspiel gehabt, wären es bestimmt noch mehr geworden.

    Den ersten Ballkontakt der neuen Saison in Egg an der Günz hatte Bürgermeister Wolfgang Walter. Zuvor marschierten die Vertreter aller 16 Teams, begleitet von G-, F- und E-Jugendlichen in den jeweiligen Trikots, in einer bunten Parade auf den Platz. Als großer Favorit in der neuen Saison gilt nach einer Umfrage unter den Vereinsvertretern der SV Cosmos Aystetten, der in der vergangenen Saison erst knapp in der Relegation zur Landesliga gescheitert war.

    Das Leben selbst schwer gemacht

    Die Cosmonauten machten es sich zum Auftakt wieder einmal selber schwer. Nach überzeugendem Aufgalopp mit einer 2:0-Führung verfiel man in den Glauben, dass sich die Sache schon von alleine regeln würde. Die SG Niedersonthofen/Martinszell spielte da nicht mit, machte den Hausherren schwer zu schaffen und kam zum 2:1-Anschlusstreffer.

    Aussichtslos mit 1:3 schien der TSV Dinkelscherben gegen den Favoriten SV Türkgücü Königsbrunn zurück zu liegen. Doch die Reischenau-Kicker zeigten Moral. Der nach einer Hüftoperation lange außer Gefecht gesetzte Kapitän Maximilian Micheler erzielte nach seiner Einwechslung den 2:3-Anschlusstreffer (73.), Albin Mamaj zwei Minuten später den 3:3-Ausgleich. Die 230 Zuschauenden hatten ihr Vergnügen an dieser Partie. Am Ende war auch TSV-Trainer Michael Finkel zufrieden: „Wir waren gerade am Anfang überhaupt nicht im Spiel, waren vielleicht auch zu nervös, aber wie wir dann Mitte der zweiten Halbzeit nach einem 1:3 zurück gekommen sind, uns nicht aufgegeben haben und an uns geglaubt haben, dafür zolle ich meiner jungen Mannschaft großen Respekt. Natürlich hatten wir am Ende sogar den Siegtreffer auf dem Fuß, aber insgesamt geht das Unentschieden in Ordnung.“

    350 Besucherinnen und Besucher hatten sich auch in Lechauen eingefunden, um das Auftaktspiel des TSV Meitingen gegen den mit ehemaligen Regionalligaspielern gespickten SV Wörnitzstein-Berg mitzuerleben. Sie erlebten allerdings eine 1:2-Heimniederlage, weil sich die Hausherren durch Zeitstrafen und Gelb-Rote Karten selber schwächten.

    Ohne Punkte blieb auch der FC Horgau. Die Kleeblätter mussten sich beim TSV Rain II mit 0:1 geschlagen geben und stehen jetzt im ersten Heimspiel gegen den Landesliga-Absteiger TSV Hollenbach schon unter Zugzwang.

    Auch der zweite Landesliga-Absteiger in der Bezirksliga Nord, der TSV Gersthofen, ist mit einem 2:1-Sieg gegen den VfR Jettingen erfolgreich gestartet. Danach sah es zunächst nicht aus, denn in den ersten 30 Minuten spielte eigentlich nur der letztjährige Vizemeister. Jettingens Trainer Konrad Nöbauer sah den Bemühungen seiner Jungs zungenschnalzend zu und lobte: „Wir hätten das Spiel in dieser Phase beenden können. Dermaßen zielstrebig und schnörkellos habe ich die Mannschaft noch nie spielen sehen.“ Das einzige, was fehlte, war eine Portion Kaltschnäuzigkeit. Allein deshalb stand es zum Seitenwechsel nur 0:1 anstatt 0:3, was durchaus möglich gewesen wäre, weil die neu formierte Gersthofer Mannschaft noch Startschwierigkeiten hatte.

    Qualitätsvorteile im zweiten Durchgang ausgespielt

    „War der Sieg verdient?“, fragte TSV-Präsident Manfred Lamprecht, der sich zur Pause zu einem weiteren Termin aufgemacht hatte. Aufgrund der zweiten Halbzeit kann diese Frage mit ’ja’ beantwortet werden, weil das Trainergespann Andreas Jenik/Sebastian Hoffmann von der Bank die entscheidenden Qualitätsvorteile nachschieben konnte. „Da haben wir das Spiel kontrolliert“, freute sich Hoffmann über den geglückten Start und den großen Kader. Zu guter Letzt kam sogar noch Kapitän Okan Yavuz, der in den Relegationsspielen so schmerzhaft vermisst wurde, nach seinem Kreuzbandriss zu einem Comeback. „Nächste Woche kann wieder alles anders aussehen“, dachte Sebastian Hoffmann bereits an das Auswärtsspiel beim TSV Wertingen am kommenden Freitag.

    Sein Jettinger Kollege Nöbauer befand im Rückspiegel: „Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt. Für die gute erste Halbzeit können wir uns leider nichts kaufen.“

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