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Tischtennis: Langweids Katharina Schneider

Tischtennis

Eine wie Thomas Müller: Langweider Urgestein Katharina Schneider beendet Karriere

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    Nach 25 Jahren Tischtennis in Langweid legt Tischtennisspielerin Katharina Schneider den Schläger beiseite.
    Nach 25 Jahren Tischtennis in Langweid legt Tischtennisspielerin Katharina Schneider den Schläger beiseite. Foto: Marcus Merk

    Was Thomas Müller für den FC Bayern München ist Katharina Schneider für den TTC Langweid – eine Vereinsikone. 25 Jahre hat sie in der Hochburg am Lech Tischtennis gespielt, ganz egal, ob der Verein unter FC, Müllermilch oder jetzt TTC Langweid firmiert hat. Im Gegensatz zum Fußballer Thomas Müller durfte die 39-Jährige den Zeitpunkt ihres Abschieds selbst bestimmen und hat nun den Tischtennis-Schläger beiseite gelegt.

    TTC Langweid: Die Karriere von Katharina Scneider

    „Alle haben Bescheid gewusst, dass ich am Ende der Saison aufhöre. Ich habe gemerkt, dass ich ohne Training nicht mehr die tragende Rolle spielen kann. Außerdem wollte ich keine Verpflichtungen mehr haben“, gibt sich Katharina Schneider bescheiden. Zum Abschluss hat sie aber noch in der ersten Männermannschaft des TTC Langweid neben dem 17-jährigen Eigengewächs Andre Thiebau, dem ukrainischen Spitzenspieler Yuri Sandulenko, Timur Carcevshi und Marco Bröll dazu beigetragen, dass der Aufsteiger die Saison mit Platz vier in der Verbandsliga und einem positiven Punktekonto von 23:17 abschließen konnte.

    Zwei Langweider Tischtennis-Ikonen. Der Ex-Vorsitzende Gert Jungbauer und Katharina Schneider.
    Zwei Langweider Tischtennis-Ikonen. Der Ex-Vorsitzende Gert Jungbauer und Katharina Schneider. Foto: Oliver Reiser

    Tischtennis war ihr Leben. Mit neun Jahren hat Katharina Schneider begonnen. Über die örtlichen Mini-Meisterschaften kam sie bis zu den bayerischen Titelkämpfen. Nie ließ sie sich entmutigen. Nachdem sie in Schrobenhausen aus dem Stützpunkttraining rausgeflogen war, weil ihre Technik zu schlecht war, ist die für ihren Kampfgeist bekannte Sportlerin im Alter von zwölf Jahren dann nach Langweid gewechselt. In Würzburg besuchte sie als erstes Mädchen das Internat des Bayerischen Tischtennis-Verbandes und trat für den TTC Ochsenfurt an die Platte. Ihre Zielstrebigkeit führte sie in die deutsche Nachwuchsspitze. 2003 wurde sie mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister der Jugend und konnte auch das DTTB-Top-12-Ranglistenturnier der Mädchen gewinnen.

    Katharina Schneider war an der letzten deutschen Meisterschaft des TTC Langweid beteiligt. Ding Yaping, Aya Umemura, Krisztina Toth, Katharina Schneider und Trainerin Csilla Batorfi.
    Katharina Schneider war an der letzten deutschen Meisterschaft des TTC Langweid beteiligt. Ding Yaping, Aya Umemura, Krisztina Toth, Katharina Schneider und Trainerin Csilla Batorfi. Foto: Marcus Merk (Archivbild)

    Später war Schneider in Schwabhausen aktiv, hat aber immer noch im Leistungszentrum in Langweid trainiert. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sie 2005 wieder in der Hochburg am Lech landen würde. Dort war sie an zwei deutschen Meistertiteln beteiligt. Als der TTC Langweid 2007 den letzten von insgesamt Titeln errang und sich dann nach dem Ausstieg des Hauptsponsors freiwillig in die dritte Liga zurückzog, ging Katharina Schneider diesen Weg mit. Zusammen mit Martina Erhardsberger übernahm sie das Coaching und das Management der Mannschaft, konnte sogar den Titelgewinn in der 3. Bundesliga feiern.

    Aus familiären Gründen zog sich Katharina Schneider dann vom Leistungssport zurück. Der Zeitaufwand für Training und Spiel, der im ersten Damenteam notwendig gewesen wäre, ließ sich mit dem Familien- und Berufsleben nicht vereinbaren. Ein Vierteljahrhundert hat Tischtennis ihr Leben bestimmt, nun spielen zwei junge Männer die Hauptrolle in ihrem Leben. Vor drei Jahren ist die Juristin, die halbtags am Landgericht in Augsburg arbeitet, selbst Mutter geworden. Das erste Kind, das ihre Frau Ines vor sechs Jahren ebenfalls nach einer Samenspende zur Welt gebracht hat, kommt jetzt in die Schule. Deshalb hat man in diesem Sommer nochmal einen längeren Urlaub mit dem Wohnwagen unternommen.

    Tischtennis: Nach dem Duschen auf die Männer gewartet

    Seit vier Jahren hat Katharina Schneider nur noch aus Spaß an der Freude und ohne jegliches Training in der Langweider Männermannschaft gespielt. „Das hat schon richtig Spaß gemacht bei den Männern. Außerdem musste man nicht so weit fahren“, plaudert Katharina Schneider aus dem Nähkästchen und beantwortet mit einem Lächeln die Frage, wie das denn mit dem Umziehen und Duschen sein, wenn Männer und Frauen gemeinsam in einem Team spielen: „In den meisten Hallen gibt es eine zweite Kabine. Außerdem bin ich ganz schnell im Umziehen und Duschen. Meist habe ich hinterher auf die Männer warten müssen.“

    Immer mit vollem Einsatz und höchster Motivation: Katharina Schneider
    Immer mit vollem Einsatz und höchster Motivation: Katharina Schneider Foto: Marcus Merk

    Ob Katharina Schneider doch wieder zum Schläger greift, wenn einer ihrer Söhne Gefallen an der schnellsten Rückschlagsportart findet? „Der Größere, der bald sechs Jahre alt wird, ist derzeit verrückt nach Fußball, spielt bei der TSG Stadtbergen in der G-Jugend“, lacht die stolze Mama. „Aber wenn einer von ihnen mal Tischtennis spielen will, dann würde ich natürlich nicht nein sagen.“ Ansonsten kann sich durchaus vorstellen, mal in der Halle zum Training vorbeizuschauen. „Nicht nur wegen Tischtennis, sondern vor allem um die Leute in diesem tollen Verein zu treffen.“

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