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Warum zwei Bauvorhaben in Diedorf so lange dauern

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Zwei Beispiele aus Biburg: Warum Bauvorhaben oft so lange dauern

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    Denis Letz (links, im Bild mit seinen Auszubildenden Lennart Heinz und Lucas Sailer) plant seit Jahren, seinen Metallbaubetrieb in Biburg zu erweitern. Nach fünf Jahren ist der Bauantrag jetzt genehmigungsreif.
    Denis Letz (links, im Bild mit seinen Auszubildenden Lennart Heinz und Lucas Sailer) plant seit Jahren, seinen Metallbaubetrieb in Biburg zu erweitern. Nach fünf Jahren ist der Bauantrag jetzt genehmigungsreif. Foto: Marcus Merk

    Es sind Paradebeispiele dafür, wie lange Bauvorhaben in Deutschland dauern können. Seit rund fünf Jahren wollen zwei Bauherrn in Biburg ihr Bauland beziehungsweise ihren Betrieb entwickeln. Bisher wurden nur Stellungnahmen ausgetauscht – zwischen Behörden, Anwohnern und der Gemeinde. In einem Fall bremst das Landratsamt, im anderen gab es starke Bedenken von Anwohnern. Was auf beide zutrifft: Wegen der besonderen Lage hatte das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Donauwörth Fragen und deutliche Hinweise. Es geht vor allem um Oberflächenwasser, das nachweislich auf beiden Grundstücken nicht ausreichend versickern kann.

    Wie berichtet, will Stahl + Metallbau Letz in Biburg seinen Handwerksbetrieb erweitern. Um der Nachfrage nach Balkonen, Zäunen, Treppen und Vordächern nachzukommen, benötigt die Firma Platz. 2012 wurde sie von Denis Letz gegründet, der selbst zur Fraktion „Wir für Diedorf“ (WfD) gehört und Mitglied im Diedorfer Gemeinderat ist. Sein Firmengelände liegt unweit des Flüsschens Biber und somit in einem Gebiet, für das es eine wasserrechtliche Genehmigung braucht, sobald eine bestimmte Bebauungsfläche überschritten wird. Darauf weist das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Donauwörth mit Nachdruck in seiner Stellungnahme hin, bisher wäre dies im Bebauungsplan nicht vermerkt gewesen. Doch was folgt, wenn das jetzt „redaktionell“ geändert wird? Es muss ein Rückhaltebecken auf dem Gelände geschaffen werden, das einem hundertjährlichen Regenereignis standhält. Und die Dächer der neuen Firmenhalle müssen so beschaffen sein, dass Regenwasser nicht zu schnell ablaufen kann. Beides sei schon im Entwässerungskonzept des Ingenieurbüros Scholl, das für dieses Vorhaben speziell erstellt wurde, enthalten, meint die Gemeinde. Dem WWA fehlen jedoch Daten zur Größenberechnung des Rückhaltebeckens, das für das Gelände vorgesehen ist. Die Gemeinde kann das nicht nachvollziehen. Für sie sind auch alle Fragen, auch zum Arten- und Schallschutz, ausgeräumt. Der Gemeinderat hat daher in seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien den Bebauungsplan einstimmig beschlossen. Dennis Letz kann jetzt loslegen und seinen Bauantrag beim Landratsamt genehmigen lassen.

    Das Landratsamt kennt den Handwerksbetrieb überhaupt nicht

    Eine entsprechend lange Verfahrensdauer ist kein Einzelfall. Das hatte Stadtplaner Werner Dehm von Opla bereits vor einem Jahr der Redaktion bestätigt. Seine Firma plant die Betriebserweiterung in Biburg. „Das erleben wir überall“, sagt Dehm. Er kenne Firmen, die deshalb lieber auf eine Erweiterung verzichten würden. Im Fall Biburg verwundert allerdings eine Feststellung des Landratsamts in Zusammenhang mit dem Immissionsschutz. Es schreibt in seiner Stellungnahme vom 10. Juli 2025, dass von fachlicher Seite ein Metall verarbeitender Betrieb am geplanten Standort derzeit nicht bekannt sei und schließt daraus: „Daher wird der gesamte Metall verarbeitende Betrieb am Standort als Neuerrichtung der genehmigten Lager-Halle betrachtet.“ Den Firmeninhaber Denis Letz, der inzwischen zehn Mitarbeiter beschäftigt, dürfte trösten, dass ihn zumindest die Handwerkskammer bei seiner Betriebserweiterung unterstützt.

    Beim zweiten Bauvorhaben mussten viele Fragen ausgeräumt werden. „Trotz frühzeitiger Beteiligung hat es lange gedauert“, konstatiert Ina Mangold vom Diedorfer Bauamt. Es geht um ein kleines Baugebiet in Kreppen. Ein Eigentümer will am nordöstlichen Ortsrand sein eigenes Gelände entwickeln. Wie berichtet, hatte er damit 2019 die Anwohner rund um den Alten Postweg aufgeschreckt. Sie hatten Sorge, der Bau der im Flächennutzungsplan ausgewiesenen fünf Häuser würde die Situation bei Starkregenereignissen für ihre Grundstücke verschlechtern. Auch Fragen des Artenschutzes standen im Raum. 30 bis 40 Bäume sollten nach Meinung eines Anwohners der Sache zum Opfer fallen. Im Gemeinderat der Stadt Neusäß waren ebenfalls Befürchtungen laut geworden, die Entwässerung und Erschließung des Hanggeländes wäre zu schwierig. Die Anwohner hatten sich deshalb zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen und juristischen Beistand gesucht. Diese Bedenken sind jetzt ausgeräumt.

    Der Eigentümer in Biburg hat inzwischen umgeplant

    Inzwischen hat der Eigentümer umgeplant. Auf dem großen Grundstück wird nur ein selbstgenutztes Haus entstehen. Gehölze bleiben erhalten, neue Hecken müssen, wie einst von Bürgern gefordert, nicht gepflanzt werden. Nach einem Gutachten eines promovierten Biologen und Ornithologen sind auch keine besonderen Vogelarten betroffen. Zum Thema Hochwasserschutz gibt es ein Entwässerungskonzept der Firma Sweco. Vorgesehen ist ein Rückhaltebecken oberhalb des Hanggrundstücks, mit dem sich bei Starkregen auch die Situation für die umliegenden Grundstücke verbessern sollte. Grundwasser oder Wasseradern, wie von Nachbarn angenommen, wurden bei Bohrungen auf dem Grundstück nicht gefunden. Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan gebilligt. Jetzt können sich alle Behörden und Anwohner nochmals dazu äußern.

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