Windkraft im Landkreis Augsburg: Petition gegen Windräder im Holzwinkel
Emersacker/Heretsried
Petition gegen Umzingelung: Wie geht es mit den Windkraftplänen im Holzwinkel weiter?
Ein Ausschuss des Landtages befasst sich mit zwei Windkraft-Vorranggebieten im Holzwinkel. Die Anzahl der Windräder könnte sich halbieren. Das ist der Stand.
Zu viele Windräder im Holzwinkel? Mit dieser Thematik befasste sich nun der Wirtschaftsausschuss des Landtages.Foto: Marcus Merk (Symbolbild)
Windkraft ist in Emersacker ein Dauerthema. Vier Vorranggebiete in unmittelbarer Nachbarschaft der Holzwinkelgemeinde wurden in den Regionalplan aufgenommen. Für einige sind das in Summe zu viele, auch für Bürgermeister Karl-Heinz Mengele. Deswegen startete der Rathauschef eine Petition, die er im August einreichte. Mit Erfolg, denn das Thema wurde nun im Wirtschaftsausschuss des Landtages diskutiert. Was das für den Bau der Anlagen bedeutet.
Karl-Heinz Mengele, Bürgermeister der Gemeinde Emersacker, hat eine Petition gegen zwei Windkraft-Vorranggebiete eingereicht.Foto: Siegfried Karner
Petition gegen Windkraftanlagen: Ausschuss diskutiert
Zum einen geht es um das Vorranggebiet Nummer 27, das sich auf dem Flur der Gemeinde Zusamaltheim (Kreis Dillingen) im Nordwesten Emersackers befindet. Auf dem Lerchenberg wurde eine Fläche von 256 Hektar ausgewiesen. Wie viele Windräder dort entstehen könnten, ist nicht bekannt. Ganz anders ist die Situation beim Vorranggebiet 28 „Stettener Kreuz“. Auf einer Fläche von 443 Hektar könnten zwischen Emersacker, Lauterbrunn und Laugna bis zu zehn Anlagen entstehen. Diese befinden sich ebenso nicht auf Emersacker Flur, sondern gehören zu Laugna. In seiner Petition forderte Mengele die vollständige Streichung der beiden Vorranggebiete: „Eine solche einseitige Konzentration widerspricht nicht nur den Zielen des Naturschutzes und des nachhaltigen Klimaschutzes, sondern auch dem Prinzip einer fairen und sozial ausgewogenen Lastenverteilung.“
In Emersacker wollen viele eine Umzingelung durch Windräder verhindern.Foto: Sebastian Richly
Der Emersacker Bürgermeister war bei der Ausschusssitzung in München vor Ort und erläuterte den Abgeordneten die Situation. Die Abgeordneten kamen zu dem Schluss, dass es für die Holzwinkelgemeinde ein im regionalen Vergleich hoher Anteil an Windkraftanlagen sei. Der Ausschuss ging dabei von 16 Windrädern in den beiden Vorranggebieten aus.
Zwar gab es keine Entscheidung darüber, ob die Vorranggebiete aus dem Regionalplan genommen werden, doch Karl-Heinz Mengele fühlt sich bestätigt. „Es wurde diskutiert und die Meinungen wurden ausgetauscht. Meine Petition wurde gewürdigt. Ich sehe das als weiteren kleinen Schritt, denn offensichtlich haben auch viele Abgeordnete den Eindruck, dass eine solche Anzahl von Windkraftanlagen für eine Gemeinde zu viel ist.“ Wenn eine Petition als „gewürdigt“ gilt, bedeutet dies, dass das Anliegen von der zuständigen Stelle formell entgegengenommen, inhaltlich ernsthaft geprüft und im Rahmen des Petitionsverfahrens berücksichtigt wurde. Es handelt sich um eine offizielle Anerkennung der eingereichten Beschwerde.
Windräder auf dem Ottilienberg kommen nicht
Auf dem Ottilienberg bei Biberbach waren ursprünglich weitere zwölf Windkraftanlagen geplant, die auch von Emersacker aus zu sehen gewesen wären. An der Grenze zwischen den Landkreisen Dillingen und Augsburg hätten die rund 270 Meter hohen Windräder dort auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern gebaut werden sollen. Die Betreiberfirma zog den Bauantrag im Herbst 2025 zurück.
Zurück zur Petition: Formell ist das parlamentarische Verfahren nun abgeschlossen. Ob daraus konkrete Änderungen resultieren, liegt nun vor allem beim Regionalen Planungsverband und den weiteren Abstimmungsprozessen. Mengele: „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber ich hoffe, dass sich die handelnden Personen genauer mit unserer Situation befassen und ihren ursprünglichen Plan überdenken.“
Das sei auch im Sinne der Demokratie. „Wir beobachten mit Sorge, dass die kommunale Planungshoheit gezielt unterlaufen wird. Dieses Vorgehen ist nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern gesellschaftlich höchst brisant.“ Eine endgültige Entscheidung werde aber wohl noch dauern. „Die Stellungnahmen der Gemeinde müssen noch bewertet werden. Ich gehe nicht davon aus, dass in diesem Jahr noch eine Entscheidung fallen wird“, so Mengele.
Windräder: Emersacker stimmt Anlagen zu
Nicht betroffen von der Petition sind die Vorranggebiete zwischen Emersacker, Welden und Heretsried. Dort sind zehn Windräder auf 289 Hektar geplant. Die Kommunen hatten hier Flächen ausgewiesen. Vier der Anlagen stehen auf Emersacker Flur. Diese befinden sich aktuell im Genehmigungsverfahren, wobei noch Klärungsbedarf besteht. Gleiches gilt für fünf bis sechs mögliche Anlagen, die östlich von Heretsried Richtung Peterhof entstehen sollen.
Mengele stellt klar, dass man in Emersacker nicht gegen Windkraft sei: „Wir befürworten Windenergie und sind uns bewusst, dass wir diese Form der Energie brauchen. Wir haben zwei Gebieten zugestimmt, aber die Zahl der Anlagen muss auf ein gewisses Maß begrenzt sein. Wir wollen keine Umzingelung, weil zu viele Anlagen der Natur auch nicht guttun.“ Mit den dann immer noch geplanten rund 15 Windanlagen könne Mengele leben. „Aber es muss verhältnismäßig und einigermaßen gerecht verteilt sein. 30 Anlagen rund um Emersacker kämen einer Umzingelung gleich und wären definitiv zu viel.“
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