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Abiturientin berichtet von Erfahrungen: Studenten U18: Probleme nach achtjährigem Gymnasium

Abiturientin berichtet von Erfahrungen

Studenten U18: Probleme nach achtjährigem Gymnasium

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    Durch das achtjährige Gymnasium sind etliche Studienanfänger noch nicht volljährig. Das führt oftmals zu Problemen.
    Durch das achtjährige Gymnasium sind etliche Studienanfänger noch nicht volljährig. Das führt oftmals zu Problemen. Foto: dpa

    Lorenza Fischer hat dieses Jahr ihr Abitur gemacht. Sie hat die Reifeprüfung bestanden, und geglaubt, sie sei in der Welt der Erwachsenen angekommen. Trotzdem wurde sie vom Finanzamt erst mal wieder heimgeschickt, als sie die Lohnsteuerkarte für ihr Praktikum abholen wollte. Sie solle bitte die Unterschrift eines Erziehungsberechtigten einholen. „Da denkt man doch nicht dran“, sagt die 17-Jährige.

    Äußerst unangenehm: Immatrikulation an Mamas Hand

    Lorenza Fischer.
    Lorenza Fischer. Foto: Kathrin Runge

    Die ehemalige Schülerin von St. Stephan gehört zu einer neuen Spezies von minderjährigen Abiturienten, die in diesem Wintersemester an die Unis strömen. Durch die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium sind viele Abiturienten noch nicht „voll geschäftsfähig“. Diese jungen Studienanfänger werden Rechtsabteilungen vor ganz neue Herausforderungen stellen. „Es wird sich um Einzelfälle handeln, für die wir individuelle Lösungen finden“, meint freilich Tobias Weismantel von der Hochschule Augsburg. Statistik hin oder her. Für die Betroffenen ist die Immatrikulation an „Mamas Hand“ eine unangenehme Angelegenheit.

    Eigentlich hatte Lorenza große Pläne. Nach dem Abi ins Ausland, weit weg, alleine eine fremde Kultur kennenlernen. Die Umstellung auf G 8 hat ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Mit unter 18 nimmt dich kein Freiwilligendienst.“ Anstatt in Angola Kinder zu betreuen, hat sie sich an der Universität Augsburg in Mathematik eingeschrieben. „Eigentlich wollte ich in München studieren, aber für eine Wohnung hätten meine Eltern zustimmen müssen“, erzählt sie. Also bleibt Lorenza zu Hause wohnen: „Da gilt zu 90 Prozent, was meine Eltern sagen.“

    Hier sieht Weismantel das eigentliche Problem der jungen Studenten. „Wir wollen mündige Studierende und dann müssen sie für alles die Unterschrift der Eltern einholen.“ Alles das betrifft nicht nur Immatrikulation selbst. Auch für Bibliotheksausweis, Exkursionen oder Prüfungsanmeldung müssen die U-18-Vollzeitstudenten bei Papa oder Mama anklopfen und ihre Zustimmung einholen. Im Gegensatz übrigens zu Schülern, die ein Frühstudium an der Uni belegen. „Die sind so versichert, als wenn sie mit der Schule unterwegs wären“, erklärt Weismantel.

    Wie in der Schule, so fühle sich manch Bachelorstudent, meint Felix Senner von der Studentenvertretung. „Es besteht die Gefahr, dass das Studium noch mehr verschult wird“, sagt er. Mit dem Alter der Studenten habe das aber höchstens indirekt zu tun. Und so hat der Hochschulsprecher auch keine Angst um die soziale Einbindung der jüngsten Unimitglieder. Vielleicht müsse man ihnen ein bisschen mehr unter die Arme greifen. „Wenn jemand in die Beratung kommt und um Hilfe bittet, fragen wir aber nicht zuerst nach dem Alter. Da machen wir keinen Unterschied, ob er 18 ist oder nicht.“

    Farbige Bändchen für Minderjährige auf der Party

    Bei der Semesterauftaktparty dagegen ist dieser Unterschied gesetzlich vorgeschrieben. „Da müssen wir wissen, wer harten Alkohol bekommt und wer nicht“, erklärt Senner. „Deshalb wird es wahrscheinlich farbige Bänder für die Minderjährigen geben.“ Lorenza stört das nicht so sehr: „So lange sie mir kein Schild um den Hals hängen . . .“

    Die Plakette „Minderjährig“ will sie sich auch im restlichen Unialltag nicht aufdrücken lassen. „Ganz viel hängt vom Verhalten ab – ob man sich wie 15 oder wie 20 aufführt.“ Die Jüngste zu sein, ist sie schon aus der Schule gewohnt. „Und in der Uni vermischt sich ja eh alles noch mal neu.“ Pläne für ihren 18. Geburtstag hat Lorenza Fischer übrigens noch nicht. „Ich muss mir nicht unbedingt die Kante mit hartem Alkohol geben.“ Also wird der große Unterschied die Unterschrift sein. Bis zum 29. Oktober hat Lorenza noch Zeit, die zu üben.

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