Der Flößerpark am Lechhauser Lechufer (bei der Ulrichsbrücke) wird deutlich teurer als geplant. Zu den schon bekannten Projektkosten von 1,3 Millionen Euro kommen jetzt überraschend Entsorgungskosten für Altlasten in Höhe von 325000 Euro hinzu. Unter anderem fanden sich bei Bodenuntersuchungen Schwermetalle. Nun muss das Erdreich teuer entsorgt werden.
Lech soll besser „erlebbar“ gemacht werden
Die Stadt plant, das Lechufer auf einigen hundert Metern südlich der Ulrichsbrücke abzuflachen und mit Wegen zugänglich zu machen. Der Lech soll auf dieser Strecke nach dem Vorbild von „Wertach vital“ besser erlebbar sein. Unter anderem werden Sitzstufen ans Wasser führen. Vor drei Jahren wurde ein erster Bauabschnitt mit einer Sandaufschüttung und Sitzgelegenheiten in Strandkorb-Optik abgeschlossen – seitdem ist nichts passiert. Der große Anziehungspunkt ist der Flößerpark momentan (noch) nicht.
Das städtebauliche Vorzeigeprojekt, das die Stadt am Lechufer umsetzt, hat schon mehrere Dämpfer bekommen. Erst stellte sich heraus, dass ein Glasfaserkabel der Telekom für 125000 Euro verlegt werden muss, weil es bei den Bauarbeiten im Weg ist. Und bis jetzt hat sich noch kein Wirt für ein von der Stadt gewünschtes Lokal am Lechstrand nach dem Muster der Kulperhütte an der Wertach gefunden. Als die Stadt im vergangenen Frühjahr mögliche Investoren und Pächter suchte, meldete sich kein einziger. Zuletzt liefen erneut Gespräche, etwa was eine Vergrößerung der Bewirtungsflächen betrifft. Dem Vernehmen nach soll es inzwischen einen vielversprechenden Kandidaten geben.
Bei der Begradigung mit Bauschutt aufgefüllt
Die jetzt aufgetauchten Altlasten sind ein neues Problem, auch wenn es laut Stadt nicht völlig unvorhergesehen auftaucht. Denn das gesamte Lechufer zwischen Wolfzahnau und Hochablass steht unter Altlastenverdacht. Als der Lech vor etwa 160 Jahren in diesem Bereich begradigt wurde, verwendete man wohl auch Bauschutt als Füllmaterial. Eine konkrete Gefahr für die Gesundheit besteht aus Sicht der Behörden nicht, allerdings muss das Erdreich abgetragen werden.
Zwar ist der Freistaat Eigentümer des Lechufers, aber die Stadt wolle dort eben ins Ufer eingreifen, so Umweltreferent Reiner Erben (Grüne). Man werde versuchen, vom Freistaat eine Kostenbeteiligung zu bekommen, aber solange keine Gefahr für Menschen oder Grundwasser besteht, werde sich das Land wohl sperren. „Wir sehen das Problem, aber jetzt müssen wir damit leben und sehen, wie wir weiter vorankommen“, so Erben.
Wasserspielplatz wird gebaut
Zum weiteren Vorgehen ist geplant, bis Ende Dezember Bäume als Vorbereitung für einen neuen Bauabschnitt zu roden. Bis zum Sommer soll das belastete Erdreich abgebaggert sein. Wegen Geldmangels ist dann erst einmal Schluss bis zum Jahr 2018: Dann soll der Wasserspielplatz gebaut werden.