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Augsburg

15.11.2019

Auch die „Generation Aux“ will in den Augsburger Stadtrat

Raphael Brandmiller, Christoph Steinle, Lena Gronde und Raimund Seibold (v. links) engagieren sich im Verein „Generation Aux“, der in den Stadtrat einziehen will.
Foto: Klaus Rainer Krieger

Plus In dem neuen Verein sind unter anderem Unternehmensgründer aus der Hipster-Generation vertreten. Ein klassisches Wahlprogramm gibt es allerdings nicht.

Bei den Stadtratswahlen im März werden die Augsburger nach derzeitigem Stand die Wahl zwischen 15 Parteien und Gruppierungen haben: Am Freitag kündigte der Verein „Generation Aux“ an, mit einer Liste anzutreten. In dem 100 Köpfe zählenden Verein engagieren sich unter anderem der ehemalige Stadtjugendring-Vorsitzende Raphael Brandmiller, die Unternehmensgründer Christoph Steinle (August Gin) und Raimund Seibold (Boxbote), Gastronom Oliver Hüttenmüller (Kulperhütte) sowie der frühere Modular-Leiter Christoph Elwert.

Auf ein Wahlprogramm im herkömmlichen Sinne verzichte man, sagt Brandmiller. „Wir konzentrieren uns auf konkrete Projekte. Wahlprogramme sind Wunschzettel, die keiner liest und die sich nicht unterscheiden, weil sie zu unkonkret sind“, so Brandmiller, der in der Vergangenheit für die SPD und die Grünen in den Stadtrat ziehen wollte. Angesichts der sinkenden Wahlbeteiligung sei offensichtlich, dass herkömmliche Parteien ein Problem haben.

Der Verein will etwas bewegen

Momentan ist allerdings auch nicht ganz klar, wofür der Verein steht. Positionierungen zu Politikfeldern wie Verkehr oder Wohnen gibt es nur in Ausschnitten (z.B. Mobilitäts-App). Der Verein habe sich gegründet, um in der Stadt etwas zu bewegen, sagt Unternehmerin Lena Gronde (Optiker-Firma). Zuletzt schnürte der Verein etwa Pakete für Bewohner von Obdachlosenunterkünften. Sich im Stadtrat engagieren zu wollen, sei nur eine Ausprägung des Engagements.

Augsburg ist eine Stadt, die sich stark wandelt, weg von der Arbeiter- zur Dienstleistungsstadt. Es kommen neue Leute hierher“, so Steinle. Dieses urbane Lebensgefühl bilde der Stadtrat aktuell nicht ab. Ziel sei, Politik aus dem Blickwinkel eines Start-up-Machers zu betrachten. Manches gehe heute zu langsam und werde von Interessensgruppen gesteuert, statt pragmatisch und zügig angepackt zu werden, sagt Brandmiller.

Dem Eindruck, angesichts des hohen Unternehmer-Anteils – auch einige Mitglieder der Wirtschaftsjunioren engagieren sich – quasi als wirtschaftspolitische Partei für die Hipster-Generation anzutreten, widerspricht der Verein. Man denke nicht in Kategorien wie links und rechts. Wenn er sich als Chef eines Fahrradlogistik-Dienstleisters beim Thema „Pakettransport auf der letzten Meile“ einbringe – angesichts des steigenden Versandvolumens und des Mehr an Lieferwagen in der Tat eine drängende Frage –, tue er das, weil er etwas vom Thema verstehe und nicht, um Interessen zu verquicken, so Raimund Seibold.

Eine lebendige Innenstadt ist das Ziel

Weitere Projekte sind die Förderung einer nachhaltigen Gastronomie, ein Begegnungsraum für Gründer oder die Neukonzeptionierung des Stadtmarkts. Künftig werde wohl nicht mehr der Handel die Innenstadt in dem Maß bespielen können wie bisher. „Da muss man sich überlegen, wie man eine lebendige Innenstadt hinbekommt“, so Steinle. Ein Ansatz sei eine dauerhafte Ladenfläche für Start-ups, die an ein Kaufhaus angelehnt sei.

Im Dezember will der Verein seine Stadtratsliste aufstellen. Nach und nach seien konkretere Aussagen zu Projekten zu erwarten, sagt Brandmiller. Ziel sind 60 Kandidaten. Einen Oberbürgermeister-Kandidaten soll es nicht geben – man verstehe Politik als bürgerschaftliches Engagement und nicht als Beruf, so Brandmiller.


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