Der Stadt laufen die Kosten in Teilen der Abfallentsorgung aus dem Ruder. So wurde jedenfalls die saftige Müllgebührenerhöhung Anfang dieses Jahres begründet. Bürger müssen seit Januar über 50 Prozent mehr bezahlen. Das mag wohl auch einer der Gründe sein, warum der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb den Vertrag mit der Sozialfirma Infau kündigte. Momentan lässt dieser einschneidende Schritt leider aber noch (zu) viele Fragen offen.
Infau hatte gesellschaftlich benachteiligten, behinderten und psychisch kranken Menschen eine bezahlte Beschäftigung in der Sortierstelle für Elektroschrott geboten, ein Job, der offenbar bei der Klientel gefragt war und dem Recycling von Wertstoffen diente. Mit der Vertragskündigung der Stadt fallen diese Arbeitsplätze weg. Umweltreferent Reiner Erben hat die Entscheidung nur sehr allgemein damit begründet, dass dieser Bereich der Abfallentsorgung neu geregelt werden soll. Alle weiteren Auskünfte, ob die bisherige Lösung zu teuer war und ob die jetzige Sortierung mit Hilfskräften im Abfallwirtschaftsbetrieb billiger ist, ließ Erben unbeantwortet. Er beruft sich auf die Vertraulichkeit von Verträgen.
Die Stadt Augsburg kündigt den Vertrag mit Infau - Jobs fallen weg
Doch diese Begründung wirkt ziemlich dünn. Natürlich ist die Stadt in der Pflicht, mit den Geldern der Gebührenzahler wirtschaftlich umzugehen. Mag auch sein, dass der Markt für Wertstoffe eingebrochen ist und neue Wege bei der Entsorgung nötig macht. Und zugegeben: Es sind nicht Arbeitsplätze bei der Stadt, die für benachteiligte Menschen verloren gehen. Der Arbeitgeber, der die Kündigungen ausgesprochen hat, war die Sozialfirma Infau.
Dennoch macht es sich Erben zu einfach, wenn man bedenkt, welche sozialen Begleitschäden mit der Beendigung des Sortiervertrages verbunden sind. Man würde gerne überzeugende und nachvollziehbare Argumente vom verantwortlichen Referenten hören, warum die Stadt so und nicht anders entschieden hat. Zumal dieser Schritt auch ein Chaos mit überquellenden Elektroschrott-Containern an den Sammelpunkten mit ausgelöst hat - sehr zum Ärger vieler Bürger und Müllgebührenzahler.
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