Bergheim Wohin soll sich der Stadtteil Bergheim entwickeln? Bauvorhaben vor allem am Rand des Naturschutzgebietes Westliche Wälder sorgten in der Vergangenheit für Zündstoff, weshalb die Stadt Augsburg Ende 2013 auf Antrag von Pro Augsburg ein sogenanntes Ortsentwicklungskonzept für Bergheim in Auftrag gegeben hat. Im Herbst sollen die Ergebnisse vorliegen und der Öffentlichkeit präsentiert werden, berichtet der Leiter des Stadtplanungsamtes, Norbert Diener, auf Anfrage.
Das Münchner Planungsbüro SEP ist derzeit im Stadtteil unterwegs und führt Gespräche mit Schlüsselpersonen wie dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Bergheimer Vereine (Arge), Stadträten und Bürgern. Zu den Ergebnissen wollte man sich vor der Präsentation noch nicht äußern, so Architekt Jochen Baur.
Ein Ortsentwicklungskonzept analysiert die bestehende Situation, um Probleme und Konflikte, aber auch Chancen und Möglichkeiten ablesen zu können. Ziel ist es, konkrete Vorstellungen herauszuarbeiten, wohin sich der Stadtteil entwickeln könnte, erklärt Diener. „Es geht nicht nur um mögliche Baugebiete, sondern um eine umfassende Prüfung“, so der Planer. In das Ortsentwicklungskonzept werde beispielsweise auch die Bevölkerungsentwicklung, das Landschaftsbild, Grün- und Freiflächen und die Umwelt einbezogen. Ein wichtiger Punkt in Bergheim sei auch die Regen- und Hangwassersituation. Auch die zukünftige Entwicklung des Verkehrs spiele eine Rolle. Bergheim ist dörflich geprägt, mit 2600 Einwohnern. In der Vergangenheit gab es verschiedene Einzelmaßnahmen wie die Anbindung an das Radwegenetz, die Tempo-30-Zone innerorts oder der Hochwasserschutz am Diebelbach. Ein geplantes neues Wohngebiet nördlich des Kleberweges stieß 2012 auf Widerstand – unter anderem gründete sich eine Umweltinitiative, die eine Liste mit rund 300 Unterschriften an den Oberbürgermeister übergab. Vorsitzender der Umweltinitiative Bergheim ist der Rechtsanwalt Moritz Bode, der zugleich auch der Arge vorsteht.
Er begrüßt, dass der Stadtteil jetzt in seiner Gesamtheit unter die Lupe genommen wird. „Wir brauchen Zuzug und damit neue Baugebiete – aber sozial- und umweltverträglich“, sagt er.
Viele Bergheimer machten sich Sorgen, weil der Stadtteil immer mehr überaltere und die Landwirtschaft langsam wegbricht. „Damit Bergheim für junge Leute attraktiver wird, muss infrastrukturell etwas geschehen“, so Bode. So könnte die Verkehrsanbindung besser werden, vor allem der Bustakt sei derzeit noch unattraktiv. Diese Punkte habe er auch im Gespräch mit SEP angeführt. Wenn alles nach Plan läuft, liegen die Ergebnisse der Befrager nach den Sommerferien vor, im Laufe des Herbstes soll es dann zur Bürgerbeteiligung kommen, so Diener. Ursprünglich wollte man schon im September mit der Präsentation der Ergebnisse und einer Bürgerwerkstadt beginnen – doch die Grundlagenerarbeitung sei umfangreicher als gedacht, heißt es aus dem Baureferat.
In der Bürgerwerkstatt sollen die Bergheimer Ideen einbringen, wie ihr Stadtteil künftig aussehen könnte. Alle Ergebnisse der Befragungen und der Bürgerbeteiligung fließen dann in ein umfangreiches Konzept, das als Grundlage für die weitere Entwicklung von Bergheim dient. Im November könnte der Bericht dem Bauausschuss vorgelegt werden. Erst dann können auch wieder neue Baugebiete ausgewiesen werden – bis zum Abschluss des Ortsentwicklungskonzeptes gilt im Stadtteil ein Planungsstopp.