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Augsburg
27.08.2019

Das Ende des Ökostrom-Booms in Augsburg

Das Thema Photovoltaik ist in der Stadt nicht leicht voranzutreiben.
Foto: Zoepf

Der Ausbau an erneuerbarer Energie in Augsburg hat massiv abgenommen. Bei der Photovoltaik geht es aber langsam wieder aufwärts. Wie sich der Sommer 2018 in der Energiebilanz bemerkbar macht

In Augsburg wurde im vergangenen Jahr deutlich weniger Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen, ein Grund sind die sehr niedrigen Wasserstände an den Flüssen und Kanälen. „Der Zubau der erneuerbaren Energien in Augsburg hat sich in den letzten Jahren deutlich abgeschwächt. Besonders der Ausbau der Photovoltaik blieb hinter unseren Erwartungen und Möglichkeiten zurück“, sagt Umweltreferent Reiner Erben (Grüne).

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

29.08.2019

https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter/chart/power_generation/24.08.2019/27.08.2019/
Einfach mal 24.12.2018 bis 27.01.2019 eingeben und selbst beurteilen...

Eine brauchbare Diskussion erfordert, dass man seine Meinung selber in möglichst ganzen Sätzen ausdrückt.

R.K.

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30.08.2019

Ich möchte nicht mit Ihnen diskutieren; ich weise mit qualitativ guten Quellen die Mängel in Ihrer Argumentation nach.

Sie sagten unten "Stromerzeugung aus Solar und Windkraft ergänzen sich gut" - ich sage das ist im Winter falsch und eine unzulässige Vereinfachung der komplexen Problemstellung.

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29.08.2019

Photovoltaikstrom und Windkraftstrom sind "Zappelstrom". Dieser ist bei den EVU´s deshalb so unbeliebt, weil er absolut nicht kalkulierbar ist. Und weil das so ist, muss die gesamte Menge Zappelstrom durch gesicherten Strom "abgesichert" werden! Es müssen konventionelle Kraftwerke bereit stehen, die einspringen können. Die ganze Infrastruktur wird doppelt ausgeführt.

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29.08.2019

https://www.energieagentur.nrw/blogs/erneuerbare/beitraege/wie-bedrohlich-ist-eine-dunkelflaute-fuer-die-stromversorgung/

>> Am 24. Januar 2017 erreichte nach Daten von Agora Energiewende die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen ihr Monatsminimum: 26.000 Windenergieanlagen haben fast den ganzen Tag weniger als ein Gigawatt Leistung geliefert. Die rund 1,2 Millionen PV-Anlagen steuerten nur mittags für kurze Zeit an die 2,3 Gigawatt Leistung bei. Nur 13,3 Prozent der gesamten Nettoerzeugung von allen Erzeugungsanlagen stammte aus erneuerbaren Energien. <<

Und dann lese man bitte noch dieses - mit Verlaub - Geschwurbel:

>> Die Dunkelflaute-Debatte lenke aber von wichtigen Fragen zur Modernisierung des Stromnetzes ab. Um solche Wetterereignisse künftig abfedern zu können, seien neben vielen Flexibilitätsoptionen in einem mehrheitlich aus volatilen regenerativen Quellen gespeisten Stromsystem zudem auch langfristige Speichertechnologien notwendig. Eine aktuelle Studie des Berliner Instituts Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace Energy setzt in diesem Zusammenhang auf die Windgastechnologie als klimaneutrale Lösung: Elektrolyseure könnten in sonnen- und windreichen Zeiten Stromüberschüsse in synthetischen Wasserstoff und im weiteren Verfahren in Methan wandeln. <<

Unter dem Begriff der "Modernisierung" wird eine sündhaft teure und wenig energieeffiziente Wasserstoffumwandlung vorgeschlagen.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Technik-Mythos-Wasserstoff-revolutioniert-die-Energieversorgung-3638549.html

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29.08.2019

Sie verwenden den bei der Minderheit der Leugner des menschengemachten Klimawandels und der Energiewende so beliebten wie irreführenden Begriff "Zappelstrom".

PV und Windkraft wie auch Bioenergie und Wasserkraft nutzen Naturenergien und sind somit wie beispielsweise auch die landwirtschaftlichen Ernten von der Natur und dem Wetter abhängig. Die Erzeugung dieses Stroms ist dank der guten Wettervoraussagen gut prognostizierbar. Man braucht dann zur VERSORGUNGSSICHERHEIT: a) die Flexibilitäten des Mix aus verschiedenen EE-Stromquellen (Bioenergie, Geothermie, Wasser- und Windkraft), b) zur Ausnutzung der Wetterunterschiede eine großräumige Verteilung und Vernetzung der Anlagen, c) Lastmanagement und d) Speicher.

Den EVU fällt es zudem leichter, die planbaren Schwankungen der Einspeisungen aus Naturenergien zu handhaben als die abrupten Änderungen beispielsweise bei Notabschaltung von einem oder mehreren AKW-Blöcken mit jeweils 1.300 MW.

Und die EVU haben endlich auf die Nutzung von PV und Windkraft umgeschwenkt. So hat jüngst die ENBW stolz verkündet, dass sie das Abschalten ihres AKW (1300 MW) in Philippsburg Ende des Jahres 2019 gut mit ihren neuen Seewindparks mit tausenden MW ausgleichen kann.

Wann widerrufen Sie übrigens Ihre Falschaussage?
https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Klimaexperte-Latif-Die-Hitzewellen-sind-nicht-mehr-normal-id54971236.html?comment=44430821#id_comment_44430821 Oder wollen Sie nicht ernst genommen werden?

Raimund Kamm

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30.08.2019

Wenn man bei Herrn Kamm etwas stärker anklopft, kommt schon eine etwas komplexere Möglichkeit ans Tageslicht.

>> Man braucht dann zur VERSORGUNGSSICHERHEIT: a) die Flexibilitäten des Mix aus verschiedenen EE-Stromquellen (Bioenergie, Geothermie, Wasser- und Windkraft), b) zur Ausnutzung der Wetterunterschiede eine großräumige Verteilung und Vernetzung der Anlagen, c) Lastmanagement und d) Speicher. <<

Zum Thema Netzausbau und großräumige Verteilung mal diesen Artikel zur Erinnerung:

https://www.sueddeutsche.de/bayern/energiewende-in-bayern-trassenstreit-spaltet-die-gruenen-1.2448753

>> Der Streit um die beiden Höchstspannungsleitungen von Norddeutschland in den Freistaat spalte die Grünen. <<

Oder etwas weniger regional aber aktuell hier:

https://gruene-sms.de/suedthueringer-gruene-gegen-stromtrasse-durch-suedthueringen

>> „Die Energiewende darf nicht auf Kosten der Landschaft erfolgen, sondern muss dezentral und ohne landschaftszerschneidende Stromleitungen umgesetzt werden." <<

In Anbetracht dieser Konflikte ist das Auftreten von Grünen und Naturschützern beim Thema Entwicklung einer klimaschonenden Energieversorgung von einer erschreckenden Unehrlichkeit geprägt.





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29.08.2019

Stromerzeugung aus Solar und Windkraft ergänzen sich gut

Hier kann man die monatlichen Produktionszahlen von Solar (Photovoltaik) und Windkraft in der allgemeinen Stromversorgung ablesen: https://www.energy-charts.de/energy_de.htm

2019 Monatliche Stromerzeugung von Solar und Windkraft in TWh (Terawattstunden, Mrd. kWh)
Solar: Jan 0,8; Fe 2,4; Mä 3,4; Ap 5,7; Mai 5,6; Jun 7,1; Jul 6,4
Wind: Jan 15,1; Fe 11,1 Mä 16,7; Ap 9,2; Mai 8,4; Jun 6,8; Jul 6,7
Summe: 15,9 13,5 20,1 14,9 14 13,9 13,1

Mtl. Ø von PV + Windkraft bis Ende Juli: 15 TWh
Also in der Summe nie unter 13 TWh. Meistens um 13 bis 15 TWh. Ausreißer war der besonders windreiche März mit 20 TWh und wird der jetzige August, der voraussichtlich bei knapp 12 TWh liegen wird.

Zum Vergleich: Im Jahr 2017 lag die durchschnittliche Monatsproduktion von PV und Windkraft erst bei 12 TWh.
Insbesondere der gute Windkraftausbau bis etwa Mitte des Jahres 2018 hat diese Steigerung um ein Viertel in nur zwei Jahren ermöglicht.

In den kommenden Jahren wird es wegen des Abbremsens des Windkraftausbaus in Deutschland nur noch geringe Steigerungen geben. Es sei denn, die Regierenden in Berlin und München würden durch die Jungen von Fridays for Future wie auch die stetig wachsende Zahl von Wirtschaftsunternehmen, die klimaneutral werden wollen sowie letztlich die WählerInnen zur Vernunft gebracht.

Raimund Kamm

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29.08.2019

"Stromerzeugung aus Solar und Windkraft ergänzen sich gut"

https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter/chart/power_generation/24.08.2019/27.08.2019/

Einfach mal 24.12.2018 bis 27.01.2019 eingeben und selbst beurteilen...

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29.08.2019

@Michael G.

Danke für Ihre Antwort, auch wenn sie an meiner Frage vorbeigeht. Ich habe überhaupt nichts zum Thema Steckdose geschrieben. Nur zur grundsätzlichen Thematik, ob die großen Energieerzeuger ein Problem damit haben könnten, dass sie bei guten Sonnenkollektoren-Bedingungen große Mengen an produzierten Strom für die Privaterzeuger nicht loswerden und bei schlechten nicht genug (regenative) beschaffen können.

Herr Kamm hat das eher ausgeführt, indem er schrieb, dass sich das ausgleichen würde, weil bei schlechtem Wetter die Windkraftanlagen einspringen könnten. Würde bedeuten - die Energiekonzerne müssten verstärkt auf Windkraft setzen. Genau diese Energieerzeugungsform ist aber extrem unbeliebt bei den Kunden und in Folge bei der Politik. (Landschaftsverschandelung, Schattenwurf, Lärm, Insekten- und Vögelkiller - nicht falsch verstehen, ich persönlich habe nichts gegen die Spargelflügler, finde die Klagen übertrieben).

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29.08.2019

Das sind Vermutungen.

Die Faktenlage sieht ganz anders aus. Die PV Erzeugung korreliert stark mit dem Energieverbauch.
(Hier sieht man das anschaulich: https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter/chart/power_generation/24.08.2019/27.08.2019/).

Jede erzeugte PV kWh entlastet also das Netz, denn vor der PV mussten Kraftwerke extreme Leistungsveränderungen absolvieren um der Tagesspitze zu folgen.

Mit PV Strom also eine Entlastung, ohne PV Strom läuft alles wie bisher.

Natürlich benötigen wir mit mehr PV Strom flexiblere Kraftwerke, was vor allem Gasturbinen (später auch CO2 neutral mit Power2Gas) leisten können. Stattdessen steht z.B. eines der modernsten Gaskraftwerke der Welt in München still, während die Kohle weiter angefeuert wird.

Mir ist Natürlich klar, dass wir nicht zu 100% vom PV Strom leben können. Aber wir sind noch so unglaublich weit davon entfernt, dass wir annähernd genügend PV haben, dass wir uns mehr drauf konzentrieren sollten die Dächer voll zu machen!

Und noch ein kleiner Hinweis zur ihrem ersten Kommentar: die Energieversorger sind nicht zu verwechseln mit den Energieerzeugern. Deshalb geht es bei dieser Geschichte rein ums Geld, „loswerden“ müssen die nichts, da dann einfach Kraftwerke zurück gefahren werden. Dazu lohnt es sich auch mal die Themen „Merit-Order“ und „Spitzenlastkraftwerk“ zu vertiefen.
Man möchte dem Kunden liebe die kWh für 0,30€ verkaufen, anstatt das der sich die für einen Bruchteil selbst erzeugt.

Das Grundproblem ist, dass wir versuchen regenerative Energie an unsere AKW, Kohle, Öl, ..-Infrastruktur anzupassen.
Wir müssen aber erneuerbare aufbauen und flexibel modernen Kraftwerke bauen (wie eben Spitzenlastkraftwerke), die an das Netz von morgen angepasst sind.

Wir müssen einen Zustand erzeugen in dem wir immer einen großen Energieüberschuss haben. Damit ist die Versorgung stets gesichert und die Überschussenergie kann für Power2Gas genutzt werden.

UND: sie werden es kaum glauben, aber jeder der heute eine PV Anlage installiert bekommt Apps und Protokolle mitgeliefert, die den Energieverbrauch im Tagesverlauf genau erfassen. Und so haben PV Anlagen Besitzer ( in erster Linie aus Überzeugung) ein bestreben die Energie möglichst Smart zu nutzen.

Und so startet man Waschmaschinen, Spülmaschinen und Co. eher bei Überschussstrom als nachts um 23:00.
Die E-Autos sind die Zukunft, sie lassen sich dann auch mit Überschuss laden, entsprechende smarte Wallboxen, die mit den Wechselrichtern kommunizieren gibts es bereits jetzt zu kaufen.

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29.08.2019

https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter/chart/power_generation/24.08.2019/27.08.2019/

Einfach mal 24.12.2018 bis 27.01.2019 eingeben...

Und das bitte mit der Mittelung über mehrere Monate abgleichen, wie sie uns unten Herr Kamm auftischt.

>> Arbeitspferde der Energiewende werden die Photovoltaik (PV) und die Windkraft sein. Beide ergänzen sich übrigens gut: „Gutes“ Wetter mit viel Licht und viel PV-Stromerzeugung haben wir meistens bei einem Hoch. Dann weht jedoch meistens wenig Wind. Bei „schlechtem“ Wetter ist es umgekehrt. Über die Monate gesehen ist die SUMME der Stromerzeugung aus PV und Windkraft ziemlich konstant. <<

Diese Ergänzung gibt es in langen Zeiträumen erkennbar nicht. Eine Sichtweise über "Monate" ist nicht seriös; hier steht der Industriestandort im Feuer. Bitte keine Öko Fake News!

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29.08.2019

Photovoltaik (Solar) und Windkraft müssen und können die Arbeitspferde der Energiewende sein

Allerdings haben wir den größten Bedarf bei der Windkraft. Denn diese erzeugt am meisten gerade im Winterhalbjahr, wenn PV wenig bringt und zugleich durch die kurzen Tage und die niedrigen Temperaturen der Strombedarf höher ist.

Raimund Kamm

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28.08.2019

Wie ist das eigentlich, durch die CO2-Steuer soll ja als Ausgleich der Strom billiger werden, damit wir Kleinen unter dem Strich nicht noch mehr belastet werden. Aber dann lohnt sich doch das Photovoltaik-Zeugs noch weniger, oder habe ich da jetzt einen Denkfehler drin?

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29.08.2019

Ich meine mal Denkfehler; es ist keine Veränderung der Großhandelspreise naheliegend, wenn am Ende nur eine Verbrauchersteuer geringfügig verändert wird. Es sind ja nur ca. 2 ct. im Gespräch.

Ob dieser von rotgrün angedachte "Sozialausgleich" für die eigene Politik überhaupt kommt, bleibt abzuwarten. Und wenn sich das E-Auto durchsetzt, steht beim privaten Stromverbrauch vielfach eine erhebliche Steigerung des Jahresverbrauchs an.

Wenn wir ehrlich sind, ist ein rückläufiger Strompreis nicht wirklich wahrscheinlich. Und es sind eher weitere Knüppel gegen private Stromerzeugung zu befürchten, weil sich die Balkon "Guerillia" PV unstrittig lohnt.

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28.08.2019

Bevor wir über Einzelheiten sprechen, müssen wir uns immer wieder klar machen, wie bedrohlich für unsere Kinder und Enkel die Lage ist: Wir haben Atommüll erzeugt, der über 1 Million Jahre zum Abklingen seiner tödlichen Strahlung braucht und wir haben durch die Freisetzung von Treibhausgasen bei der Verbrennung von insbesondere Erdgas, Erdöl und Kohle seit Beginn der Industrialisierung die Temperatur auf unserer Erde um etwa 1 ° Celsius erhöht.

Noch puffern insbesondere die Meere etwas die Entwicklung. Doch bald wird es in manchen Ländern Wochen mit lebensfeindlichen Temperaturen von über 40 ° Celsius geben. Dürren werden die Ernten schrumpfen lassen. Der Meeresspiegel steigt und es werden Räume, wo heute noch hunderte (!) Millionen Menschen leben, überflutet werden. Bei uns in Deutschland werden voraussichtlich zuerst die Wälder leiden und teilweise absterben.

Dies bedenkend müssen wir konsequent die Energiewende gerade mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien voranbringen. Arbeitspferde der Energiewende werden die Photovoltaik (PV) und die Windkraft sein. Beide ergänzen sich übrigens gut: „Gutes“ Wetter mit viel Licht und viel PV-Stromerzeugung haben wir meistens bei einem Hoch. Dann weht jedoch meistens wenig Wind. Bei „schlechtem“ Wetter ist es umgekehrt. Über die Monate gesehen ist die SUMME der Stromerzeugung aus PV und Windkraft ziemlich konstant. Deswegen haben auch gute Ökostromanbieter einen Mix aus Kraftwerken: Bioenergieanlagen, PV-Anlagen, Wasser- und Windkraftwerken.

Jede Kilowattstunde (kWh), die man mittels eigener PV erzeugt und verbraucht, muss man nicht bei RWE & Co kaufen. Jede kWh, die aus einer Windkraftanlage, einem Wasserkraftwerk oder einer Bioenergieanlage geliefert wird, schmälert ebenso den Absatz der alten Strommonopolisten. Deswegen haben diese seit Jahrzehnten die Energiewende torpediert. Jetzt sind diese Konzerne etwas schwächer geworden und der Widerstand auch.

Doch sie haben es in der Vergangenheit geschafft, der Energiewende den Hemmschuh BÜROKRATIE in den Weg zu stellen. Aus dem noch von Rot-Grün im Jahr 2000 mit dem EEG relativ unkompliziert auf den Weg gebrachten Ausbau von PV und Windkraft ist ein Formularmonster geworden. Es ist, wie „Michael G.“ schreibt, ein Wahnsinn was hier der normale Bürger alles tun soll. Ohne guten Solar-Fachbetrieb geht das nicht.

Wer wirklich unsere Umwelt und unsere Gesundheit schützen will, muss jetzt Dreierlei tun:
CO2 bepreisen, PV und Windkraft entbürokratisieren (PV-Anlagen unter 30 kW sollten als Bagatellfälle von den meisten Anforderungen befreit und der 52 GW-Ausbaudeckel gestrichen werden), direkte Kundenbeziehungen zwischen Erzeugern von EE-Strom und Verbrauchern erleichtern.

Raimund Kamm, ehrenamtlicher Vorsitzender der LEE Bayern

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27.08.2019

Das Problem bei PV Anlagen ist ein Ganz anderes:

Die Politik ist ausdrücklich gegen des Ausbau von erneuerbarer Energie bei Privatleuten. Vor einer dezentralen Lösung hat man Angst, weil man keinen Plan hat.

Und so muss man entweder Dutzende Stunden mit dem studieren von Rechtstexten, Steuerfachlichem und einer Tortur durch etliche Behörden (Finanzamt, Ordnungsamt, Marktstammdatenregister Bundesnetzagentur, Messtellenbetreiber, Einspeisevergütung beantragen) durchmachen, um das alles rechtmäßig anzumelden oder eben noch eine saftige Summe drauflegen um das von Rechts-/Steuerberatern erledigen zu lassen.

Und dann geht der Spaß weiter: monatliche Undatzsteuervoranmeldung, obwohl der Jahresertrag sehr genau abschätzbar ist und eine jährliche Steuererklärung ausreichen würde.

Dann sind Anlagen limitiert bis 10kWp. Aus diesem Grund finden sie auf fast jedem Privatdach 9,9 kWP. Darüber hinaus fällt die EEG Umlage an. - Man zahlt also dafür, dass man erneuerbare Energie zur Verfügung stellt die Steuer zur Förderung von erneuerbaren Energien. Was für ein Blödsinn!

Zitat:
„Noch nicht besonders verbreitet sind sogenannte Steckdosenanlagen, die keine aufwendige Installation benötigen, sondern einfach an eine spezielle Steckdose, die ein Elektriker anbringen muss, angeschlossen werden könnten. “

Weiter geht der „Schmarn“, wie man hierzulande sagt. Balkonkraftwerke können einfach in die Schuko Steckdose angesteckt werden.
Netzbetreiber versuchen ihren Kunden allerdings dieses Märchen aufzubrummen, um sie davor abzuschrecken (Elektriker = hohe Kosten/ Aufwand).
Diese „Einspeisesteckdose“ ist von der VDE angewiesen. Es wurde jedoch höchstrichterlich festgestellt, dass die VDE ein privates Unternehmen mit Empfehlungscharakter ist und KEINE gesetzgebende Instanz.
Solch eine Steckdose ist rechtlich nicht vorgesehen und dennoch behauptet auch die Stadtwerke Augsburg (ganz klar rechtswidrig), dass diese Steckdose von Nöten sei.

Also liebe Mitbürger, lasst euch nicht über den Tisch ziehen.
Wer eine PV-Anlage installieren kann, sollte das tun. Sie ist in jedem Falle wirtschaftlich.
Wer die Möglichkeit nicht hat, sollte sich einfach ein „Balkonkraftwerk“ für 500-800€ zulegen und kann damit immerhin seine Grundlast reduzieren. Einfach in die SCHUKO Steckdose einstecken und sich nicht von den Märchen der EVUs täuschen lassen.

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28.08.2019

Da Sie ja vom Fach sind/etwas von der Sache zu verstehen scheinen:

Wie ist das denn: Könnte es sein, dass die Stromversorger auch deshalb nicht ganz unberechtigterweise nicht so begeistert sind, wenn ihre Kunden in großem Maß dezentral die Stromabnahme reduzieren, weil sie das natürlich nur dann tun, wenn die Sonne scheint. Ist dann mal vier Wochen schlecht Wetter, will keiner irgendwelche Nachteile erleiden. Also müssen die Versorger immer Engergie vorhalten, die sie dann, wenn es schön ist und der Privatstromerzeuger wieder autark sein kann, nicht loswerden? Ich hätte dann ein gewisses Verständnis für die Versorgungsunternehmen.

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28.08.2019

Maja S.

Es könnte alles sein (auch wenn es nicht so ist, das ist jedoch eine längere Geschichte).

Um es kurz zu machen: ich widerspreche Ihnen in Ihrer Ansicht, dass sich die Stadtwerken den hohen Gerichten nicht Folge zu leisten haben.
Wenn wir die Gerichte nicht mehr ernst nehmen (wie es die Politik immer häufiger tut), dann wird der Rechtsstaat auseinander brechen!

Und zu behaupten ein Stecker sei vorgeschrieben, ob wohl das Gericht sagt, er sei nicht vorgeschrieben ist nicht akzeptabel.
Außerdem: ein Stecker ist immer eine Möglichkeit zum Kontaktschluss zweier Leiter. Ob der jetzt optisch anders aussieht, ändert NICHTS am Energiefluss.

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28.08.2019

Das mit den Stecker PV´s ist nicht so einfach; es geht auch nicht nur um den Stecker:

https://www.pv-magazine.de/2019/08/02/netzbetreiber-stellen-sich-weiter-quer-bei-anschluss-von-photovoltaik-balkonmodulen/

Ich wollte mir sowas schon auf die Garage stellen, aber trotz fachlicher Vorbelastung ist mir das aktuell schlicht zu kompliziert.

Und auch wenn die Speisung sofort unterbrochen wird; ein spannungsführender Stecker ist in einem Haushalt mit Kindern und liebsten Frauen irgendwie gruselig - so wie Güterzug ohne Bremsprobe. Also so dumm ist die Idee mit der speziellen Einspeisesteckdose nicht.

https://www.pv-magazine.de/2018/03/21/anschluss-von-balkonmodulen-ist-grundsaetzlich-erlaubt/

>> Aus der Einhaltung einer Norm ergebe sich nur „die Vermutung, dass der Betrieb der Anlage technisch korrekt ist“. Da der Schukostecker als letzter großer offener Punkt nicht in der Norm stehe, bleibe er wie bisher in der rechtlichen Grauzone – „er ist aber wie gesagt dadurch nicht direkt verboten“ <<

Na dann würde ich mir halt die Steckdose noch an die Wand dübeln; das mit den 70% finde ich problematischer, obwohl von Standby Verbräuchen von Telefon, Media, Heizung, WLAN, Torantrieb bei 300 pW eigentlich unmöglich.

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28.08.2019

@Peter P.

Ohne Impendanz und Frequenz aus dem Netz kann der Wechselrichter nicht arbeiten, der Stromfluss wird innerhalb Millisekunden unterbrochen. Und der Riesen Vorteil beim deutschen Schuko: sind die Stromführenden Kontakte sichtbar, ist der Stromfluss längst unterbrochen. Nicht so z.B. bei den US Steckern.

Aber die Angstmacherei ist groß, denn am Ende würde der Bürger ja Geld sparen und nebenbei noch regenerative Energie erzeugen. Aber als AKW oder Kohlekraftwerk Betreiber haben sie natürlich ein direkten Ansprechpartner in Berlin, bei dem man immer auf ein Kaffee vorbei kommen kann.

Ihr aufgerührtes Zitat ist falsch! Keine Grauzone. Es muss nichts explizit erlaubt werden, damit es genutzt werden darf. Erst wenn etwas verboten ist, darf man es auch tatsächlich nicht nutzen.
Nach dem Stromzähler befinden sie sich in Ihrem Wohneigentum, wo sie die Elektrik bauen können, wie sie lustig sind, da sie ja dafür verantwortlich sind.

Wenn sie lustig sind, können Sie sich auch eine UK Steckdose, eine US Steckdose, USB und Camping Dosen ins Wohnzimmer bauen. Dafür braucht es keine ausdrücklich Erlaubnis oder eine Heiligsprechung der Schuko Dose.

Wer sich vor einem Balkonkraftwerk fürchtet, sollte sich vor jedem anderen Elektrogerät auch fürchten! Dem Strom ist es nämlich völlig egal in welcher Richtung er den Leiter durchquert.

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