Das geplante Wasserkraftwerk am Hochablass wird wahrscheinlich teurer als geplant. Statt der bisher veranschlagten knapp neun Millionen Euro ist inzwischen von elf bis zwölf Millionen Euro für die Anlage am Lech die Rede.
Hintergrund ist, dass der Untergrund im Flussbett lockerer ist als zunächst angenommen. Das haben Probebohrungen ergeben. Wegen der Bodenverhältnisse müssten im für die Turbinen vorgesehenen Bereich tiefere Fundamente gesetzt werden, so die Stadtwerke.
Damit müssen auch die Wirtschaftlichkeitsberechnungen für das Kraftwerk neu angestellt werden. „Bis Ende des Monats rechnen wir mit Ergebnissen zu den Baukosten aus Ausschreibungen“, sagt Stadtwerkesprecher Jürgen Fergg. Eine endgültige Entscheidung über den Kraftwerksbau wird der Aufsichtsrat der Stadtwerke Anfang Dezember treffen. Der Betriebsstart war für 2013 geplant.
Zuletzt war das Kraftwerk, das grundsätzlich schon vom Stadtrat beschlossen wurde, in die Diskussion geraten, weil Bürger zu starke Eingriffe in den Hochablass befürchten (wir berichteten). Das Kraftwerk soll in die bestehende Wehranlage auf der Hochzoller Uferseite eingebaut werden. Auf diese Weise wird es von außen kaum sichtbar sein.
Zwei Turbinen sollen Strom für knapp 4000 Haushalte liefern. Maximal kann das Kraftwerk 64000 Liter pro Sekunde schlucken. Die Einleitungsmengen in Eiskanal und Stadtbäche sollen gleich bleiben, zudem wird eine neue Fischtreppe installiert. Allerdings bedeutet dies, dass über die Wehranlage von außen künftig weniger Wasser fließen wird.
Kein Hindernis für die Renaturierung des Lechs
Die Stadtwerke argumentieren, dass diese Anlage kaum Eingriffe in die Natur nötig mache. Ein Hochablass-Kraftwerk wird – anders als das geplante Eon-Kraftwerk an einem Wehr im Flussoberlauf – auch nicht als Hindernis für eine Renaturierung des Lechs gesehen.