Tugay Cogal, der dem Beirat seit der Verhaftung des Vorsitzenden A. vorsteht, spricht im Namen des erweiterten Vorstandes. Er räumt Verwerfungen ein, betont jedoch auch die Bedeutung des Beirats.
Der Vorstand distanziert sich von A. Cogal: „Der bisherige Vorsitzende hat sich berechtigter Kritik stellen müssen. Zweifellos hat sein Agieren dem Ruf des Beirats geschadet. Allerdings hat die Diskussion ihre Ursache auch in den sehr unterschiedlichen Zielvorstellungen der im Beirat vertretenen Gruppen und es wäre zu einfach, dies nur an einer Person festzumachen.“
Die Verwerfungen spiegelten die Realität der Stadtgesellschaft. Das negative Verhalten Einzelner dürfe jedoch nicht dazu führen, dem Beirat seine Funktion abzusprechen. Hierdurch würde man das lange Engagement zu Unrecht infrage stellen.
Allerdings ist dem Gremium klar, dass es sich mit seiner Situation auseinandersetzen muss. Das soll auf einer Klausurtagung Ende Januar mit- hilfe eines neutralen Fachmannes geschehen. Eckpunkte hat der erweiterte Vorstand bei einer Besprechung abgesteckt: Der Integrationsbeirat dürfe nicht Schauplatz parteipolitischer Diskussionen werden. Er habe eine ausgleichende Aufgabe zwischen den Migrantengruppen.
Ziel der Tagung soll daher sein, die Mitglieder zu einem gemeinsamen Wirken zusammenzuführen, alle Migrantenorganisationen einzubeziehen und dazu beizutragen, Unterschiede von Herkunft, Religion und Weltanschauung zu überbrücken. Bislang galt das Gremium als türkisch-sunnitisch dominiert.
Cogal sagt: „Persönlich fühle ich mich in der Verpflichtung, den Integrationsbeirat aus seiner Starre zu lösen und wieder zu einem Gremium zu formen, das die Integrationspolitik voranbringt. Meine Kollegen und ich werden sich mit aller Kraft dafür einsetzen.“
Cogal hatte erst dieses Jahr den stellvertretenden Vorsitz übernommen. Der Familienvater ist Anfang 40, stammt aus der Türkei und hat die deutsche Staatsbürgerschaft. Er ist Vorsitzender des FC Özakdeniz und beruflich Schichtführer bei Federal Mogul.