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Augsburg: Modular-Festival 2016 ein Erfolg - doch die Veranstalter haben Wünsche

Augsburg

Modular-Festival 2016 ein Erfolg - doch die Veranstalter haben Wünsche

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    30.000 Besucher kamen dieses Jahr zum Modular-Festival. Die Veranstalter freuen sich über den großen Zuspruch.
    30.000 Besucher kamen dieses Jahr zum Modular-Festival. Die Veranstalter freuen sich über den großen Zuspruch. Foto: Miriam Zissler

    Als am Samstagabend die Band „AnnenMayKantereit“ das letzte Konzert des Modular-Festivals im Wittelsbacher Park gab und ihren Hit „Es geht mir gut“ sang, stimmten Tausende begeisterte Besucher mit ein. Ihnen ging es ganz offensichtlich gut. Und auch die Veranstalter sind glücklich. Denn mit diesem Konzert ging wohl das erfolgreichste Modular-Festival über die Bühne. An drei ausverkauften Tagen feierten insgesamt 30.000 Jugendliche und Junggebliebene ein friedliches Fest, das im Auftrag der Stadt vom Stadtjugendring (SJR) organisiert wird. In diesem Jahr stand das Festival unter neuen Vorzeichen. 2015 hatte der Stadtjugendring erreicht, dass das Festival wieder aus dem zweijährigen Biennale-Turnus ausscheren und zu einem jährlich stattfindenden Rhythmus zurückfinden konnte.

    Für die Veranstalter ein wichtiger Schritt, denn nur so können sie den Augsburger Jugendlichen ein regelmäßiges Event bieten, einen produktiven Organisationsablauf garantieren. „Modular jedes Jahr“ lautet nun die Devise. Um das Festival für den Veranstalter rentabel zu machen, wurde das Gelände erweitert, die Festivitäten von zwei auf drei Tage verlängert. „Wir können erst in etwa drei Wochen sagen, wie das Festival finanziell abgeschnitten hat. Aber es sieht gut aus. Wir waren an drei Tagen ausverkauft“, sagt Festivalleiter Christoph Elwert.

    Städtischer Zuschuss macht nur 13 Prozent der Kosten aus

    550.000 Euro kostet das Fest. Haupteinnahmequellen für den Stadtjugendring sind Sponsorengelder, Ticket- und Getränkeverkauf und die Standgebühren von Gastronomie und Gewerbe. Der städtische Zuschuss macht nur 13 Prozent der Kosten aus: 75.000 Euro. Für das gewachsene Festival inzwischen zu wenig, rechnen die Veranstalter vor. „Denn 35.000 Euro fließen als Miete für die Kongresshalle ohnehin an die Stadt wieder zurück. Bleiben noch 30.000 Euro. Das sind gerade einmal ein Euro pro Besucher“, sagt Elwert.

    Und SJR-Geschäftsführer Helmut Jesske fügt hinzu: „Modular hat inzwischen solch eine Strahlkraft über die Stadt hinaus erreicht, dass das der Stadt Augsburg schon etwas wert sein sollte.“ Von Wertschätzung spricht auch Festivalleiter Elwert. „Klar könnten wir das Festival so budgetieren, dass wir den Zuschuss der Stadt gar nicht mehr brauchen würden. Aber es ist so ein Leuchtturmprojekt, dass da die Stadt einfach in die Pflicht genommen werden muss.“

    Das Modular hat sich entwickelt

    Das Festival sei nicht nur größer geworden, es habe sich auch konzeptionell entwickelt. „Neben der Musik sind die Bereiche Kunst und Kultur, Workshops und nun auch der Sport immer mehr in den Vordergrund getreten“, sagt Elwert. Die BBC aus London und russische Medien berichteten live vom Kongresszentrum über die Deutsche Freestyle Mountainbike-Tour und den Ex&Hop-Wettkampf, der auch viele Besucher in seinen Bann zog. Zahlreiche Kooperationen machten sich auf dem Gelände bemerkbar: In Zusammenarbeit mit dem Textilmuseum wurde der Wittelsbacher Park mit Deko-Objekten verschönert, Studierende der Hochschule des Studiengangs Energieeffizientes Planen und Bauen haben in ihrem Seminar „Modular wandelbar“ Sitz- und Bühnenmodule sowie eine Zuschauertribüne aus Europaletten gefertigt.

     „20 junge Flüchtlinge sind über das Berufsbildungszentrum Augsburg zu unseren ehrenamtlichen Helfern gestoßen und haben begeistert mitgemacht“, sagt SJR-Projektleiterin Anna Miessl. Insgesamt rund 330 junge Volunteers waren bei diesem Festival im Einsatz und haben beim Ticket- und Getränkeverkauf, bei der Betreuung von Musikern und beim Auf- und Abbau mitgeholfen. Miessl: „Ohne sie wäre das Festival überhaupt nicht möglich.“

    Wenn es nach den Veranstaltern geht, dann könnte das mit Modular jedes Jahr so weitergehen. „Mit dem Wittelsbacher Park haben wir sicher eines der schönsten Festivalgelände Deutschlands“, sagt Elwert. Doch da wird es nach dem Festival wohl noch das eine oder andere Gespräch geben. Umweltreferent Reiner Erben schritt dieser Tage über das Gelände, betrachtete sich die Wiese an der Bühne am Turm. Diese war durch eine Erweiterung neu hinzugekommen. Durch den Regen an den Aufbautagen hatte das Gras gelitten, raue Mengen an Hackschnitzeln konnten die Wiese offenbar nicht ausreichend schützen.

    Erben: „Die Flächen wird man wohl zwei Monate sperren müssen, bis die Wiese wieder hergestellt ist. Das muss man alles im Verhältnis zu dem Festival sehen. Aber je größer es wird, desto mehr Flächen werden beansprucht.“ Der Stadtjugendring wünscht sich mehr Rückendeckung von der Verwaltung. Jesske: „Wir versuchen, so schonend, wie es eben geht, mit dem Park umzugehen. Wenn es regnet, ist das nicht einfach.“ Oftmals würden Ämter den Eindruck erwecken, dass sie das Modular im Park verhindern wollten.

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