Nun ist es also auch in Augsburg so weit: Flüchtlinge werden in einem großen Zelt untergebracht, weil den Verantwortlichen die Alternativen ausgegangen sind. „Es kommen derzeit jede Woche rund 2000 Flüchtlinge bei uns an, dass ist eine enorme Herausforderung“, sagt Karl-Heinz Meyer“, Pressesprecher der Regierung von Schwaben.
Bett an Bett
Den rund 200 Flüchtlingen, die gestern mit vier Bussen ankamen, ist es egal – sie sind erschöpft und froh, endlich in Deutschland zu sein. Die meisten kommen aus Syrien und Afghanistan. Geduldig warten sie darauf, dass sie registriert werden und den Gesundheitscheck hinter sich bringen. Danach gibt es Essen und sie können in das beheizbare Zelt, um sich auszuruhen. Dort reiht sich ebenso wie im Salzlager Doppelstockbett an Doppelstockbett.
Nur einige Tage in Augsburg
Dass 15 mal 39 Meter große Zelt steht auf dem Areal des ehemaligen Streusalz-Lagers der Straßenmeisterei an der Berliner Allee. Dort werden seit Mitte August bereits Flüchtlinge im Salzlager untergebracht. Platz ist für 100 Menschen. Die Flüchtlinge bleiben dort allerdings nur ein paar Tage, bis sie innerhalb Bayerns und auf andere Bundesländer weiterverteilt werden.
Sanitäranlagen in Containern
„Wir werden jetzt schauen, welche Erfahrungen wir mit der Unterbringung im beheizten Zelt machen. Angemietet ist es zunächst für vier Wochen mit der Option einer Verlängerung“, so Mayer. Aufgestellt wurden auch zusätzliche Container, damit sich die Menschen waschen können. An der Berliner Allee soll eine Erstaufnahmeinrichtung entstehen, wann diese fertig sein wird, ist noch unklar. Der Einzug von bis zu 500 Flüchtlingen, der für April 2016 anvisiert war, lässt sich nicht einhalten.
Malteser helfen in München
Derweil sind die Augsburger Malteser nach München gefahren, um die dortigen ehrenamtlichen Einsatzkräfte zu unterstützen. Die oberbayrischen Helfer sind seit Wochen im Dauereinsatz und hatten Hilfe aus anderen Regierungsbezirken angefordert. Mit 14 ausgebildeten Helfern und drei Einsatzfahrzeugen waren die Malteser von Donnerstag auf Freitag in der Landeshauptstadt im Einsatz und übernahmen eine Zwölf-Stunden-Schicht.