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Augsburger Hauptbahnhof: Das Fuggerstadt-Center ist pleite

Augsburger Hauptbahnhof

Das Fuggerstadt-Center ist pleite

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    Das Fuggerstadt Center am Hauptbahnhof Augsburg ist pleite.
    Das Fuggerstadt Center am Hauptbahnhof Augsburg ist pleite. Foto: Silvio Wyszengrad

    Nach langen bangen Jahren sollte es ein Vorzeigeprojekt werden: Als das Fuggerstadt-Center am Hauptbahnhof 1999 eröffnete, waren die Hoffnungen groß. Bis zu 50.000 Besucher pro Tag sollten den Komplex auf der westlichen Seite des Bahnhofsvorplatzes besuchen, die jahrelang leer stehende Postruine im Zentrum belebt werden. Doch richtig in Schwung kamen die Geschäfte mit dem Gebäude, das ein Kino, eine Bowlingbahn, Gastronomie, Geschäfte und Büros beherbergt, nie. Nun wurde bekannt: Ende Februar hat die hinter dem Zentrum stehende Verwaltungsgesellschaft Insolvenz angemeldet.

    Immer wieder Gerichtsverfahren wegen Mietzahlungen

    „Auf den laufenden Geschäftsbetrieb wird das aber keine Auswirkungen haben. Mietverträge werden nicht tangiert, auch die Centerleitung bleibt“, so der vorläufige Insolvenzverwalter Axel W. Bierbach. Noch sei es zu früh, um zu sagen, wie es langfristig weitergeht. Neben dem Kino Cinestar ist die Supermarktkette Rewe ein Hauptmieter.

    Allerdings gibt es seit Jahren immer wieder Gerichtsverfahren wegen Mietzahlungen. Spielhallenbetreiber Peter Eiba („Harlekin“) stritt jahrelang mit der Verwaltungsgesellschaft, bevor er die damals größte Spielhalle Deutschlands dichtmachte. Begründung: zu wenig Kundschaft. Eine Disco schloss vor Jahren wieder. Heute ist das Fuggerstadt-Center eine Mischung aus soliden Einzelhändlern und Filialisten, einem Geschäft mit Billig-Waren und Leerständen. An der Treppe, die von der Pferseer Unterführung in die Passage führt, sind seit fast einem Jahr Steinplatten abgeplatzt – repariert wurde nichts.

    Hinter der Augsburger Gesellschaft steht die Münchner Deinböck-Capital-Management (DCM) AG, die sich auf die Ausgabe von Immobilienfonds spezialisiert hat. Am Fuggerstadt-Center beteiligten sich Ende der 1990er Jahre 1300 Anleger. Jedoch sahen diese schon länger keine Renditen in der erhofften Höhe, zuletzt gab es nichts mehr. Wie viel Verlust sie nun machen, ist unklar – über die Höhe wird derzeit viel spekuliert. Schon vor Jahren war über ein drohendes finanzielles Desaster gemutmaßt worden. DCM hatte dies aber stets dementiert.

    Insgesamt gibt es im Fuggerstadt-Center derzeit 30 Mieter, der Vermietungsstand liegt bei 70 Prozent. Knapp 11.000 der 35.000 Quadratmeter stehen leer. Grund für den Insolvenzantrag sei, dass die finanzierenden Banken Darlehen nicht verlängern wollten, so DCM-Geschäftsführer Matthias Meyer. Nach einem Bericht der Immobilien-Zeitung sind 41,2 Millionen Euro offen. Die Gesellschaft führt an, dass ein Schweizer-Franken-Darlehen zuletzt Wechselkursverluste gebracht habe. Eine Fortführung des Betriebs sei aus Bankensicht nicht infrage gekommen. Doch klar ist, dass es auch im Center nicht gut läuft: Eine andere Bank war von der Mietsituation offenbar so abgeschreckt, dass sie nicht einsteigen wollte. Allerdings, so Meyer, stehe die Anschluss- und Neuvermietung von 14 000 Quadratmetern direkt bevor.

    Kino drohte mit Auszug und reduzierte die Mietzahlungen

    Die DCM führt an, dass eine Mietreduzierung seitens Cinestar die Lage verschärft habe. Das Multiplex-Kino und das Fuggerstadt-Center liegen seit Jahren im Clinch, zuletzt drohte das Kino mit Auszug. Wie es mit Cinestar weitergeht, hänge vor allem vom Insolvenzverwalter ab, so Detlef Becherer, Geschäftsführer der 2. Kinoabspielstätten GmbH, unter der das Augsburger Cinestar rechtlich firmiert.

    Die Unternehmen beharken sich seit Jahren wegen der Miethöhe, im November 2011 reduzierte das Cinestar seine Mietzahlungen. DCM sei seinen Belegungsverpflichtungen nicht nachgekommen, heißt es. Eine Klage der DCM gegen die Mietminderung läuft bereits.

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