Fujitsu: Augsburger kämpfen mit 15.000 Postkarten gegen Fujitsu-Schließung
Fujitsu
Augsburger kämpfen mit 15.000 Postkarten gegen Fujitsu-Schließung
Die Auswertung eines Sachverständigen zeigt auf, welche Alternativen es bei Fujitsu zur Standortschließung gibt. Dazu sollen 15.000 Postkarten etwas bewirken.
Das Fujitsu-Werk in Augsburg soll geschlossen werden.Foto: Silvio Wyszengrad
Die Sondierungsgespräche bei Fujitsu haben begonnen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer stellen derzeit ihre jeweiligen Forderungen vor. Dazu gehört auch das Gutachten eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers, das die IG Metall zusammen mit dem Betriebsrat in Auftrag gegeben hat und das Alternativen zur Standortschließung vorstellen soll. „Das Gutachten ist da und liegt dem Arbeitgeber vor. Jetzt müssen wir abwarten, welche Reaktion kommt“, sagt Angela Steinecker, Unternehmensbeauftragte der IG Metall. Was genau in dem Gutachten steht, will Steinecker noch nicht verraten. Die Verhandlungen sollen dadurch nicht beeinflusst werden.
15.000 Postkarten sollen an Fujitsu-Zentrale geschickt werden
Parallel dazu haben Arbeitnehmervertreter eine neue Mitarbeiteraktion ins Leben gerufen, um die Fujitsu-Spitze davon zu überzeugen, dem Standort Augsburg noch eine Chance zu geben. 15.000 Postkarten sollen in den nächsten Tagen an die Konzernzentrale nach Japan geschickt werden – sowohl von Fujitsu-Mitarbeitern selbst als auch Beschäftigten anderer Unternehmen, die sich solidarisch erklären.
„Wir, die Beschäftigten aus anderen Augsburger Betrieben, zeigen uns solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen von Fujitsu in Augsburg. Bitte erhalten Sie das Fujitsu-Werk in Augsburg!“ steht in Deutsch und Englisch auf der Karte.
Die Fujitsu-Mitarbeiter schreiben auf ihrer Karte: „Fujitsu ist eine große Familie. Die Mitarbeiter in Augsburg möchten auch weiterhin zur Familie gehören. Bitte erhalten Sie das Werk in Augsburg!“ Um den Worten Nachdruck zu verleihen, sind sie hier auch in japanischen Schriftzeichen festgehalten.
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Chancen für Fujitsu-Mitarbeiter weiter offen
Welche Durchschlagskraft die Postkartenaktion haben wird, ist offen. „Schön wäre es natürlich, möglichst alle der 15.000 gedruckten Karten würden Japan erreichen. Einfach um zu zeigen, dass wir weiter kämpfen und die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz behalten wollen“, ordnet Steinecker ein. Mit dem Beginn der Verhandlungen rechnet die Gewerkschafterin noch im März.
Bislang ist zu den Chancen der Verhandlungen wenig bekannt geworden. Die Unternehmensleitung hat die Werksschließung für September 2020 angekündigt. 1500 festangestellte und rund 350 Leiharbeiter sind von den Plänen betroffen. Ein unabhängiger Gutachter hat Alternativen zur Werksschließung aufzeigen. Wie sie aussehen könnten, bleibt weiter unklar.