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Ausstellung: Aura des Rätselhaften

Ausstellung

Aura des Rätselhaften

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    Das Auge des Betrachters will erkennen und benennen, will abgleichen, einordnen, entschlüsseln. Doch die Fotografien von Stefan Heyne verweigern sich diesem gewohnten Prozess. Extreme Ausschnitthaftigkeit, Unschärfe, Leere und dunkle Zonen der Unterbelichtung schaffen eine Aura des Geheimnisvollen, Rätselhaften.

    Es fehlt das Vertraute, das Detail, das Verlässliche. Statt dessen: Verfremdung, Verwirrung der Sinne, Unwägbarkeit. Der Fotograf schafft keine Abbilder, sondern er erschafft autonome Bilder. Wo sie aufgenommen sind, erschließt sich nicht.

    Wer diese Fotografien betrachtet, tritt ein in ein Zwischenreich der Ortlosigkeit. Darin zählt das Ahnen mehr als das Wissen, die Aura ist stärker als ein konkretes Vor- oder Abbild. Insofern ist Stefan Heyne (geboren 1965, lebt und arbeitet in Berlin) ein abstrakter Fotograf. Seine Aufnahmen, die der Flächigkeit huldigen, haben malerische Qualität, sind im Wortsinne lichtbildnerische Werke. Ihr Sujet: Abwesenheit.

    Er schafft aus Licht und Schatten Tableaus der Stille

    Der ausgebildete Bühnenbildner Stefan Heyne, der im Theater unter anderem mit Dimiter Gottscheff und Andreas Kriegenburg arbeitete, schafft aus Licht und Schatten Tableaus der Stille, auf denen „die Magie der Leere“ wirkt. So lautet auch der Titel der von Thomas Elsen in der Galerie im Höhmannhaus kuratierten Ausstellung mit Fotografien Stefan Heynes.

    Elsen findet in den Bildern „eine Welt, in der keine Geschichten erzählt oder Ereignisse referiert werden, die ohne den Menschen auszukommen scheint, jedoch immer Referenzen an die Welt des Menschen als fotografierten ’Rest’ beinhaltet.“

    Solche „Reste“ sind beispielsweise Wandkanten, Tischplatten, eine Bodenleiste, eine Zimmerflucht. Leere Räume, in denen nur Licht und Dunkel sind, Zonen des Unbekannten. „Was mich umtreibt, ist die Herausforderung, die durch Weglassung entsteht“, sagt Heyne zu seinen Bildern, die in ihrer matten Farbigkeit, häufig in Brauntönen, wie ein träumerisches Ertasten des Lichts wirken.

    Eine schemenhafte Welt, unserer Seherfahrung entrückt

    Heyne, der 1987 bis 1992 an der Kunsthochschule Berlin bei Professor Volker Pfüller studierte, zeigt eine schemenhafte, unserer normalen Seherfahrung entrückte Welt, die sich in Auflösung, gleichsam in einem anderen optischen Aggregatzustand zu befinden scheint. Als sei das Sehen auf eine Art äthergedämpft.

    Mit seinen in Unschärfe getränkten Bildern ist der 47-jährige Heyne ein Pendler zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. Im Faltblatt, das in der Ausstellung aufliegt, sind für einzelne Aufnahmen Titel genannt, die ein wenig Aufschluss geben. „Kantine“ ist ein Foto betitelt, das eine bräunliche Scheibe zeigt – eine Tischplatte also? Doch meistens helfen auch Titel nicht – wie bei den Bildern „Telefon“ oder „Szene“. So bleibt der Betrachter dieser malerischen, rätselhaften Lichtbilder auf sein Gefühl angewiesen – und auf die Assoziationen, die seine Sinne finden.

    Laufzeit bis 14. Oktober. Geöffnet Dienstag 10-20 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 10-17 Uhr. Eintritt frei. Infos: www.hoehmannhaus-augsburg.de

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