Newsticker

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in die belgische Provinz Antwerpen
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Bau der Bahnhofsplätze in Augsburg startet erst 2023

Augsburg

17.07.2020

Bau der Bahnhofsplätze in Augsburg startet erst 2023

Der Bahnhofsvorplatz dient als Baustellen-Lagerfläche.
Bild: Bernd Hohlen

Plus Der Bahnhofstunnel soll in drei Jahren eröffnet werden, doch die Vorplätze werden frühestens zwei Jahre später fertiggestellt. Warum das so ist und was geplant ist.

Wenn der Bahnhofstunnel im August 2023 nach zehn Jahren Bauzeit in Betrieb genommen wird, werden Bahnreisende auf dem Weg zum Zug noch jahrelang von Baustellen begleitet werden. Wie Baureferent Gerd Merkle ( CSU) jetzt bekannt gab, wird die Stadt erst nach dem Abschluss der Tunnelbauarbeiten mit der Neugestaltung des Innenstadt-Bahnhofsplatzes bzw. dem Neubau des westlichen Bahnhofsvorplatzes zum Thelottviertel hin beginnen können. „Die Leute werden fragen, warum wir es in zehn Jahren Bauzeit für den Tunnel nicht geschafft haben, die Vorplätze herzustellen, aber das liegt daran, dass diese Flächen für die ganze Zeit des Tunnelbaus als Baustelleneinrichtungen benötigt werden“, so Merkle.

Beim Bahnhofs-Umbau in Augsburg vergehen noch Jahre

Dass die Neugestaltung der Bahnhofsvorplätze sich noch etwas hinziehen wird, war klar, doch nun steht sicher fest, dass es frühestens 2025 wird, bis die Plätze hergestellt sein werden, und auch das klappt nur, wenn die Stadt das Geld dafür trotz coronabedingt schmalen Haushalts lockermachen kann. Allein das Fahrradparkhaus am westlichen Vorplatz wird etwa 16,6 Millionen Euro kosten.

In den Jahren nach 2023 sind erst einmal provisorische Fußgängeranbindungen auf beiden Seiten geplant. Ab 2023 werden Bahnreisende das Bahnhofsgebäude immerhin wieder über den Haupteingang betreten können. Auf der Westseite ist ein provisorischer Weg über den Vorplatz bis zum Tunneleingang geplant. Geplant ist folgende Platzgestaltung:

So soll der Bahnhofsvorplatz auf der Innenstadt-Seite (rechts das Bahnhofsgebäude) nach der Umgestaltung aussehen.
Bild: Anne Wall

Auf dem großen Bahnhofsvorplatz ist eine gepflasterte Fläche vorgesehen, die an den beiden Rändern durch baumbestandene Streifen begrenzt wird. Hier sollen Taxi- und Kurzzeitstellplätze für Autos entstehen (Helio-Seite) bzw. ein großer Fahrradabstellplatz und die Ausfahrtgasse für AVV-Busse vom geplanten Regionalbusterminal (Bohus-Center-Seite). Der Bechteler-Brunnen, der im Zuge der Tunnelbauarbeiten demontiert werden musste, soll auf dem Vorplatz wieder aufgestellt werden.

Wann die Bahnhofsstraße in Augsburg umgebaut werden soll

An den Seiten des Platzes sind lange Sitzbänke vorgesehen. Vorgesehen sind auch eine Neugliederung der Viktoriastraße nach dem Wegfall der Straßenbahngleise sowie der Umbau der ersten 100 Meter der Bahnhofstraße (bis Hübnerstraße). „Für das Jahr 2030 plus x ist auch der Umbau der gesamten Bahnhofstraße ein Ziel“, so Merkle. Fußgänger sollten dort mehr Platz bekommen, die Baumreihen wieder vervollständigt werden und die Straße von Verkehr befreit werden. Mit diesem Projekt wäre der Innenstadtumbau im Westen dann abgeschlossen, so Merkle.

Diesen Platz gab es in der Vergangenheit nicht. Er entsteht am westlichen Ausgang des Bahnhofstunnels zur Rosenaustraße hin, wo aktuell noch Baucontainer stehen und sich auf Höhe des Sebastian-Buchegger-Platzes früher die Böschung der Wertachleite befand. Hier sind ein Wasserspiel unter Bäumen und Sitzstufen geplant. Direkt am Tunnelausgang werden zwei etwa 80 Meter Begrenzungsmauern in den Platz ragen, die Fußgänger und Tram trennen sollen. Das soll verhindern, dass einem Tramfahrer, der aus dem dunklen Tunnel kommt, ein Fußgänger direkt vor die Straßenbahn läuft.

Zentrales Element ist das neue Fahrradparkhaus mit seiner Bogenarchitektur. Das Parkhaus hat knapp 900 Stellplätze (davon 330 gratis und 550 reserviert und kostenpflichtig) mit einer Fahrradwerkstatt sowie einem Kiosk. Vor allem für Bahnpendler aus Richtung Pfersee/Kriegshaber/Göggingen dürfte die Anbindung interessant sein, weil sich Pendler künftig den Weg durch die Pferseer Unterführung sparen können.

So soll der westliche Bahnhofsvorplatz zum Thelottviertel hin einmal aussehen (hier die Blickrichtung vom Sebastian-Buchegger-Platz in Richtung Bahngleise). Im Hintergrund ist der westliche Eingang zum Bahnhofstunnel zu sehen.
Bild: Anne Wall

Fahrradparkhaus am Augsburger Bahnhof soll nicht am Geld scheitern

Im Obergeschoss des Gebäudes befinden sich Büroräume, die von städtischen Ämtern belegt werden könnten, so Merkle. Damit spare sich die Stadt womöglich Mietkosten an anderer Stelle. Grundsätzlich signalisierte Merkle, dass der Baubeginn 2023 nicht am Geld scheitern solle. Weitere Verzögerungen seien den Bürgern kaum zu vermitteln.

Für das Fahrradparkhaus ist ohnehin vorgesehen, auf Geld aus der Parkraumrücklage zurückzugreifen. Dies ist ein Sondertopf, der unabhängig vom allgemeinen Haushalt ist. Damit der westliche Vorplatz und das Radparkhaus gebaut werden können, ist es zudem nötig, dass es eine Baugenehmigung für den ersten Bauabschnitt der Straßenbahnlinie 5 gibt. Die Planfeststellung regelt, wo die Straßenbahnen der Linie 3 und der geplanten Linie 5 auf der Westseite des Bahnhofs fahren. Das ist wiederum ausschlaggebend dafür, wie die Gleise auf dem Bahnhofsvorplatz genau liegen werden.

So sieht die Augsburger Innenstadt von oben aus.
14 Bilder
Bilder aus der Luft: So verändert sich Augsburg
Bild: Ulrich Wagner

Noch haben die Stadtwerke keine Unterlagen zur Genehmigung eingereicht. Zuletzt favorisiert wurde die Linienführung über die südliche Rosenaustraße (stadtauswärts) bzw. über die Perzheim-/Hörbrotstraße (stadteinwärts). Die Prüfung der Unterlagen durch die Regierung von Schwaben dürfte je nach Zahl der Einwendungen etwa ein Jahr dauern.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

18.07.2020

Die Römer wären mit ihren vergleichsweise einfachen Mitteln bestimmt schon weiter gewesen.
Sogar die "Preissn" in Hannover haben in den ersten zehn Jahren zwischen 1965 und 1975 mit dem Bau ihrer U- Bahn wesentlich mehr auf die Reihe bekommen.
Die künftigen Augschburger Kalender haben pro Jahr mindestens 730 Tage......

Permalink
18.07.2020

Das Kind mit dem roten Luftballon im Vordergrund steht doch auf der extrem stark befahrenen Rosenaustraße?

Warum nicht eine wirkliche Lösung im Westen des HBF?

3er auf planfestgestellter Trasse durch die Rosenaustraße?
Darunter ein Autotunnel zwischen Portal West und der Pferseerstraße für den notwendigen Durchgangsverkehr?
Darüber ein echter verkehrsberuhigter Bahnhofsvorplatz mit PLATZ für Tram, Fußgänger, Radfahrer, Taxis, Kiss and Ride, Bushaltestellen?
Eine Fahrradachse/Fahrradstraße zwischen Kö und Wertachufer - via Bahnhofstraße, westliche Viktoriastraße, verbrennungsmotorfreien Pferseer Tunnel, Pferseer Straße?
Dem Erhalt der Haltestelle „Rosenaustraße“ in der verkehrsberuhigten Pferseer Straße mit bequemer Anbindung der umliegenden Wohnbebauung?
Allen Möglichkeiten für eine künftige Linie 5?
Einer Neuverteilung des Platzes auf der Pferseer Brücke nach Entfall der Haltestelle? Vielleicht mit by-pass zwischen Lutzstraße und Perzheimstraße?
Einer Sperrung der Hessenbachstraße mit neuem Platz am Eingang nach Pfersee?

Ein echtes neues Verkehrskonzept statt Zuschussabzocke?

Permalink
18.07.2020

Genau! Erlebe das öfters in Taipei: Da wird gegen 20:00 die 4- oder 6-spurige Strasse gesperrt, alle Maschinen sind vorher schon am Straßenrand ohne Verkehrsbehinderung aufgestellt. Dann gehts zügig und extrem koordiniert mit Fräsen los, auftragen der neuen Decke,anschliessend Straßenmarkierung und gegen 05:00 ist die Strasse wieder für den Verkehr frei. Bin jedesmal überrascht, mit welcher Präzision hier die einzelnen Aerbeiten ineinandergreifen und zügig vorangehen. Wo ist unsere Effektivität und Knowhow geblieben?

Permalink
18.07.2020

Sorry, die Antwort sollte für Andreas B. sein.....

Permalink
18.07.2020

Das wäre ein attraktive Lösung. Aber ob man bei unseren hiesigen Politikern soweit denkt?!?

Permalink
18.07.2020

So ein verhältnismäßig kleines Projekt und immer noch nicht fertig. Das ist schon beschämend.

Man sollte ernsthaft überlegen, die Projekte ausländischen Firmen anzuvertrauen. Die sind schneller und günstiger. Nur als Beispiel: Die Türkei stampft in vier Jahren den weltweit größten Flughafen aus dem Boden.

Bei uns? Ein relativ kleines Projekt wird nach zehn Jahren nicht fertig und kostet vergleichsweise ein Vielfaches.

Das gleiche im Straßenbau. Da hampeln bei uns werktags vereinzelt Bauarbeiter auf den Baustellen herum. Deswegen sind das auch Dauerbaustellen.

Wer schon mal gesehen hat, wie in manch asiatischem Land eine komplette Hauptstraße in einem Tag abgefräst und neu geteert wird, kann nur den Kopf schütteln wenn man zuschaut wie hier herumgekaspert wird. In den bezeichneten Ländern ist auf der Baustelle Vollbesetzung. Da wird komplett durchgearbeitet, bis die Baustelle erledigt ist.

Ich wette darauf, der Bahnhof wird hier in Augsburg weder "planmäßig" fertig, noch wird der Kosten Rahmen eingehalten werden. Und dann werden sich sowieso zuhauf Mängel zeigen.

Wir könnten es eigentlich besser...

Permalink
17.07.2020

Man muss sich das mal vorstellen: Ein Fahradparkhaus geplant für (heute) € 16,6 Mio.! In 3 Jahren kostet dies dann min. € 20 Mio.!

Permalink
17.07.2020

Krank kränker Stadt Augsburg und wenn sie nicht gestorben sind bauen sie noch heute!

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren