Nach jahrelangen Planungen und Gesprächen beginnt dieses Jahr die Brandschutzsanierung an Fachoberschule/Berufsoberschule sowie Reischlescher Wirtschaftsschule (FOS/BOS und RWS). Den riesigen Schulkomplex am Alten Postweg im Hochfeld besuchen 2400 junge Leute. Die Brandschutzmaßnahme dort hat nach Ansicht von Experten höchste Priorität. So dürfen in der Aula der RWS, ein beliebter Ort für Kabarett und Vorträge, nur noch Veranstaltungen für 200 statt 1000 Personen stattfinden. Der Bergsteiger Reinhold Messner musste daher mit seiner Dia-Schau im Winter in die Sporthalle am Wittelsbacher Park umziehen.
Problempunkte sind sowohl die Aulen als auch die Klassenzimmertrakte. Die Renovierung wird seit Jahren aus finanziellen Gründen verschoben. Sie wird schätzungsweise mehrere Millionen Euro kosten und sich über Jahre hinziehen, weil die Arbeiten nur zu bestimmten Zeiten stattfinden können.
Zwei Tage lang inspizierten in den Faschingsferien Architekten und Firmen zusammen mit Vertretern des städtischen Hochbauamts und der Schulen die Gebäude. Das Ergebnis ist ein 30-seitiges Konzept mit Bestandsaufnahme und notwendigen Arbeiten, berichtet Gerald Fähndrich, Mitarbeiter der FOS-Leitung. Noch im März sollen Bauordnungsamt und Brandschutzbehörde das Gutachten durcharbeiten.
Laut Fähndrich soll die Aula der Schule eine Sprinkleranlage erhalten. In den Klassenzimmertrakten müssen Wände feuersicher gemacht und Brandabzugsklappen eingebaut werden. Vorsichtshalber hat die Schule die Belegung der Aula für Veranstaltungen ab Oktober geblockt. Auch sonst ist es laut Fähndrich eine Herausforderung, den Umbau zu schultern.
Damit der Unterricht nicht leidet, sollen die Arbeiten an den Klassenzimmern immer im Zeitfenster zwischen dem Ende des Abiturs und dem Ende der Sommerferien stattfinden. Fähndrich: „Nach dem Abi sind zwei Drittel unserer Schüler weg.“ Außerdem wollen die Schulen sich gegenseitig mit Klassenzimmern aushelfen. Die Räume werden voraussichtlich etagenweise renoviert. Drei bis vier Jahre, so rechnet Fähndrich, werde das insgesamt dauern. Er versichert jedoch, dass die Schule auch jetzt schon für den Ernstfall gerüstet sei. Bei den Brandschutzübungen gelinge es stets, die Gebäude binnen weniger Minuten zu evakuieren.