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Augsburg

14.05.2020

Corona-Proteste müssen jetzt auf dem Plärrer-Gelände stattfinden

Rund 500 Menschen haben am vergangenen Samstag auf dem Rathausplatz gegen Beschränkungen in der Corona-Krise protestiert. Der Protest soll auch in Augsburg weitergehen - aber nicht mehr im Zentrum.
Bild: Peter Fastl

Plus Am Samstag soll es in Augsburg sechs Demos gegen die Corona-Regeln geben - auf dem Plärrer-Gelände. Die Polizei kündigt an, die Abstandsregeln durchzusetzen.

Die für Samstag angekündigten Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen sollen laut Stadt alle auf dem Plärrergelände stattfinden. Das weitläufige Areal sei besser geeignet als der Rathausplatz, so die Auskunft der Stadt nach einem Gespräch mit Polizei und Veranstalter. Wie berichtet, standen am vergangenen Samstag bei der Demo, die für 50 Personen angemeldet war, plötzlich rund 500 Menschen auf dem Rathausplatz, zum großen Teil unter Missachtung des Mindestabstands.

Gefordert werden weitere Lockerungen, teils sprachen die Demonstranten auf Plakaten von Angstmache zu Corona-Risiken, „Massenhypnose“ oder zogen Parallelen zur Propaganda der NS-Zeit. „Grundrechte sind unerschütterlich, gerade in Krisenzeiten“, sagt Oberbürgermeisterin Eva Weber ( CSU) zum Thema Versammlungsfreiheit. Allerdings seien aktuell für Versammlungen gewisse Auflagen wie ein Mindestabstand vorgegeben, um dem Infektionsschutz Rechnung zu tragen.

So will die Polizei mit Corona-Protesten in Augsburg umgehen

Die Polizei werde die Auflagen der Stadt konsequent durchsetzen, sagt Weber, die das Verhalten der Samstagsdemonstranten zuvor scharf kritisiert hatte. Wer Verschwörungstheorien verbreite und Schwache und Alte durch Missachtung des Abstands gefährde, handle unverantwortlich und demokratiefeindlich, sagte sie. Am vergangenen Samstag hatte die Polizei angesichts der Verstöße gegen den Mindestabstand auf ein Einschreiten verzichtet, auch weil für die Einsatzkräfte nicht ganz klar war, wer unter den 500 Personen Demonstrant und wer ein zufällig vorbeikommender Passant war. Dies sei auf dem Plärrer einfacher möglich, sagt Ordnungsreferent Pintsch.

Wer sich auf dem umzäunten Gelände aufhalte, sei der Demonstration zuzurechnen. Als Auflage gelte ein Abstandsgebot unter den Teilnehmern. Sollte dies aus irgendwelchen Gründen nicht mehr einhaltbar sein, sei ein Mund-Nasen-Schutz nötig. Die Polizei werde bei Missachtung der Auflagen in einem abgestuften Konzept auf die Veranstalter zugehen. Dies könne auch die Aufforderung beinhalten, die Demonstration aufzulösen.

Rund 500 Personen haben am Samstag auf dem Augsburger Rathausplatz gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert.
53 Bilder
So war die Demo gegen die Corona-Maßnahmen in Augsburg
Bild: Peter Fastl

Corona-Demo mit 500 Teilnehmern erwartet

Die wohl größte Kundgebung, zu der wohl abermals 500 Teilnehmer kommen könnten, ist für 15 Uhr angemeldet. Am Samstag werden ab 13 Uhr insgesamt fünf weitere Demonstrationen zu Corona-Themen stattfinden. Auch sie sollen auf das Plärrergelände verlegt werden, allerdings zeitlich gestaffelt und auf eine Stunde begrenzt. Unter anderem werden Tanzschulen dafür demonstrieren, wieder öffnen zu dürfen – „selbstverständlich mit Maske und Abstand“, so die Ankündigung der Organisatoren.

Ordnungsreferent Pintsch betonte, dass die meisten Corona-Kundgebungen in Augsburg bisher unproblematisch gelaufen seien. Zuletzt demonstrierten etwa diverse Berufsgruppen für Lockerungen, am 1. Mai fanden auch Kundgebungen mit sozialistischem Hintergrund oder zum Tierwohl statt. Pintsch betonte, die Stadt könne und wolle keinesfalls friedliche Kundgebungsteilnehmer, die mit ausreichend Abstand demonstrieren, in ihren Rechten einschränken. Veranstalter seien selbst dafür verantwortlich, dass ihre Demos nicht von politischen Extremisten, egal aus welcher Richtung, unterwandert werden.

Lesen Sie auch den Kommentar: "Corona-Demo" in Augsburg: Die Vergleiche sind unter Niveau

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Die Diskussion ist geschlossen.

15.05.2020

Unsicherheit und Sorgen kann ich verstehen, gegen Rettungsmaßnahmen zu sein nicht. Belgien hat Stand 15.5. mit 11 Mio. Einw. 8.900 Tote, D mit 83 Mio 7.884 Tote - belgische Verhältnisse hochgerechnet wären wir bei 67.000 Toten - danke also für 60.000 Tote weniger Stand heute. Da setz ich trotz 0 € Umsatz als Seminaranbieter derzeit selbst unbequeme Masken gern im Supermarkt auf.
Ungünstig ist allerdings, wenn nun eine Art Cherry Picking wie beim Fussball stattfindet - entweder sind dann alle mit gleicher DIstanz verbundene Sportarten erlaubt oder keine. Dennoch - Die Ursache des Prpblems ist das Virus nicht die Retter. Wer einen Notarzt ruft, hätte auch nichts davon ihn als erstes zusammen zu stauchen dafür, dass ihr in einer Notlage seid, genauso wenig wie über die eingeschränkten Ausübungsmöglichkeiten der Grundrechte in einem engen Krankenwagen oder im Krankenhaus, weil ihr am Tropf hängt. Am schnellsten und mit den wenigsten Verlusten kommen wir durch die Krise wenn wir gemeinsam verantwortungsvoll handeln #besserzusammen.

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14.05.2020

Recht auf Eigenverantwortung stärken!

Behandlung Covid-19 raus aus der allgemeinen Krankenversicherung!

Dafür Möglichkeit, sich individuell für EUR 11,11 zu versichern - Covid-19 Beatmung oder Dialyse - mir wäre es das wert ;-)

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14.05.2020

Out of sight out of mind, Weber hat Angst!

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15.05.2020

Ja genau, warum nicht gleich auf dem Grünstreifen neben der Müllverbrennungsanlage?
So kann man aus Demonstranten Trottel machen, indem man sie in eine Randzone abschiebt.

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15.05.2020

@Gerold: Das schaffen die schon selber, sich zum Trottel zu machen. Was sich da unter dem Deckmäntelchen der Grundrechtsbesorgten sammelt, sind zu größten Teil schlichtweg Wahnsinnige, Spinner und Idioten. Haben Sie sich mal die Bilder der letzten Demo angesehen? Vom besorgten Kickboxer mit sehr entschlossener Visage, dem Hampelmann mit selbstbemaltem Mäntelchen über Menschen, die ernsthaft "Gib Gates keine Chance" (wohl wegen Computerchip-Impfung) auf den Schildern stehen haben, ist da alles dabei. Ich sehe die Corona-Beschränkungen aktuell auch kritisch, aber dieses undifferenzierte, destruktive und beleidigte Geheule von Leuten, die seit Jahren irgendwelchen kruden Verschwörungstheorien nachhängen und jetzt glauben, ihre Stunde sei gekommen, ekelt mich an.

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15.05.2020

@julian r
Da sehen sie mal was Berichterstattung kann:) ich war dort und von mir hat keiner ein Foto gemacht. Ich finde impfen ne gute Sache, halte Bill Gates für einen Wohltäter und sehe auch dass viele jetzt auf einmal Grundrechte verteidigen wollen, die sie Minderheiten normalerweise nicht zugestehen. Ja, da waren einige Spinner. Aber es waren nicht „die meisten“. Und solange es keine echte Debatte gibt , weil man sobald man die Maßnahmen auch nur hinterfragt, sofort in eine Ecke gestellt wird, die nur den Zweck hat, dass „anständige“ Menschen sich eh nicht mit einem auseinandersetzen müssen, gehe ich da hin. Gerade weil ich eine sinnvollen (!) Protest nicht nur den Spinnern überlassen möchte.

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