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Vox-Sendung

06.11.2018

"Die Höhle der Löwen": Augsburger stecken hinter "Nero Grillkohle"

Jakob Hemmers (links) und Aaron Armah präsentieren mit „Nero Grillkohle“ die erste Grillkohle mit Bio-Zertifizierung.
Bild: MG RTL / Maurer

Drei Augsburger haben auf einer Reise eine Idee. Zwei von ihnen geben dafür ihre Jobs auf. Sie gründen das Start-up "Nero Grillkohle". Warum sie damit heute im Fernsehen zu sehen sind.

Sie beide hatten nach ihrem Studium sichere Jobs, das Gehalt war gut. Aaron Armah arbeitete als Bauingenieur, sein Freund Jakob Hemmers als Informatiker. Doch die gebürtigen Augsburger gaben ihre sicheren Berufe für eine fixe Idee auf. Diese präsentieren die beiden 36-Jährigen nun am Dienstag, 6. November, in der bekannten TV-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ auf Vox, Folge 10, Beginn: 20.15 Uhr.

In Urlauben hat man oftmals kreative Ideen. Zumindest ging es den Augsburger Freunden so, als sie vor sieben Jahren nach Ghana reisten. Armahs Vater stammt aus Afrika. „Aaron wollte uns das Land mal zeigen“, sagt Jakob Hemmers. Mit dabei war noch Rolf Wagner. Die drei Freunde kennen sich seit der Grundschule.

Augsburger bei "Die Höhle der Löwen": Idee für Start-up kam bei Urlaubsreise

Trotz unterschiedlicher Studiengänge in verschiedenen Städten haben sich die Augsburger nie aus den Augen verloren. Eines fiel ihnen auf der dreiwöchigen Urlaubsreise durch Ghana auf, erzählt Hemmers. „An den Straßen standen überall Säcke mit Holzkohle.“ In Ghana wird Grillkohle aus Tropenwäldern hergestellt“, fügt der 36-Jährige hinzu. „Lkw holen die Säcke ab und bringen sie zu den Seehäfen. Von dort werden sie zum größten Teil nach Europa transportiert.“ Für die drei Freunde sei diese Erkenntnis wie ein Schock gewesen.

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Nie zuvor hatten sie sich beim Grillen Gedanken gemacht, woher die Kohle stammen könnte. Laut Hemmers werden tatsächlich zwei Drittel der Grillkohle, die es in Deutschland zu kaufen gibt, aus Ländern mit Tropenwäldern importiert. „Jährlich werden in Südamerika und Afrika hunderttausende Tonnen Tropenholz abgeholzt und irrsinnigerweise einmal um die Welt transportiert, um bei uns im Grill auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden“, fasst Aaron Armah die für ihn unglaubliche Tatsache zusammen.“ Die drei Männer hatten fortan eine Vision: die erste bio-zertifizierte Grillkohle der Welt herzustellen. Das tun sie mit ihrem Start-up „Nero Grillkohle“.

Vor rund drei Jahren gründeten sie das Unternehmen, das seinen Sitz in der Fuggerstadt hat. Während Wagner seinen ursprünglichen Beruf als Elektroingenieur behalten hat, wagten Hemmers und Armah das Risiko des Neuanfangs als Jungunternehmer. Nervenaufreibend und schwer sei die Anfangszeit gewesen, gibt Hemmers zu. „Ich zum Beispiel bin Informatiker und eigentlich ein klassischer Nerd. Mit Grillkohle hatte ich vorher nichts am Hut.“ So wie seine Kompagnons eben auch. Aber alle drei eint über die Freundschaft hinaus etwas: „Wir hatten schon immer Spaß daran, den Dingen auf den Grund zu gehen.“

"Nero-Grillkohle" der Augsburger ist biozertifizierte Grillkohle

Seit Anfang 2017 lassen die Augsburger nun biozertifizierte Grillkohle aus heimischen Gehölz herstellen. Diese gibt es nicht nur online auf ihrer Website zu bestellen. Die besondere Grillkohle ist deutschlandweit in sämtlichen Biogeschäften, wie Alnatura, Denn’s oder Basic erhältlich. „Nächstes Jahr nimmt uns der Baumarkt Obi mit ins Sortiment.“ Auch in Österreich und Luxemburg steht ihr Produkt in den Regalen.

Die Jungunternehmer kaufen das heimische Holz aus biozertifizierten Forstbetrieben. „Verwendet wird sogenanntes Industrieholz, das zum Beispiel in Hackschnitzelheizungen landet. Unsere Grillkohle besteht zu 90 Prozent aus Buchen- und Eichenholz“, erklärt Jakob Hemmers. Produziert werde die Kohle in einem modernen Werk in der französischen Champagne, das die aus der Herstellung gewonnene Energie zugleich in Ökostrom umwandelt.

Jakob Hemmers mit einem Sack "Nero Grillkohle". Innerhalb eines Jahres wurde das Produkt in 700 Märkten in Deutschland, Österreich und Luxemburg platziert.
Bild: Michael Hochgemuth

Jakob Hemmers und Aaron Armah hoffen nun, dass sie bei ihrem Auftritt in der Gründersendung „Die Höhle der Löwen“ bei den potenziellen Investoren gut ankommen. Die Experten aus der Sendung, wie etwa Unternehmer Carsten Maschmeyer, können ihr Geld als Risikokapitalgeber investieren, im Gegenzug erhalten sie Firmenanteile. Dass die Teilnahme an der Vox-Show durchaus einen riesigen Schub bringen kann, zeigt das Beispiel von Little Lunch.

Mit Little Lunch-Machern vor "Höhle der Löwen" Kontakt aufgenommen

Die Brüder Denis und Daniel Gibisch hatten vor vier Jahren ebenfalls ihre Jobs gekündigt. Sie wollten Bio-Suppen verkaufen. Der Auftritt im Fernsehen veränderte für sie alles. Auf einmal standen ihre Suppen, die vorher kaum jemand kannte, in jedem Supermarkt-Regal. Die Augsburger steigerten ihren Umsatz quasi über Nacht um 3000 Prozent. Mittlerweile haben sie einen Jahresumsatz von zwölf Millionen Euro. In diesem Jahr sollen es 20 Millionen Euro werden. Die Startup-Gründer von „Nero Grillkohle“ haben zu den Gibisch-Brüdern längst Kontakt aufgenommen, wie Hemmers verrät. Man holt sich Tipps.

Hemmers und seine Freunde sehen die TV-Sendung als eine Plattform, um die Problematik der Grillkohle den Menschen nahe zu bringen. „Es kann doch nicht sein, dass wir auf die Herkunft unseres Grillfleisches achten, aber unter dem Fleisch das Holz aus Tropenwäldern verglüht“, sagt Hemmers leidenschaftlich.

Neben der Nero-Grillkohle, von der ein Sack mit 2,5 Kilogramm regulär 6,99 Euro kostet, stellen die Firmengründer auch Bio-Grillsoßen und -Gewürze her. „Von Holzkohle allein zu leben, ist schwer. Wir müssen uns breiter aufstellen.“ Egal, wie ihre Präsentation am Dienstag bei den Investoren ankommt, die Augsburger haben eine Vision: „Wir sind die Grillmarke für nachhaltige Produkte. Irgendwann werden wir der Weber im Biosegment sein.“

Welche Bedeutung Start-ups für den Wirtschaftsraum Augsburg haben

Start-ups, Unternehmen also, die innovationsorientiert sind, liegen im Trend. In Augsburg wurden im vergangenen Jahr im Schnitt sechs Start-ups pro Monat gegründet. Erfahrungen von Experten der IHK zeigen aber, dass generell nach fünf Jahren nur noch etwa 50 Prozent der Gründer am Markt aktiv sind. Die Ursachen hierfür sind verschieden. Bei der IHK wertet man Start-ups als bedeutend. Jedes für sich schafft mindestens einen Arbeitsplatz. Zudem modernisieren sie Wirtschaftsstrukturen, bringen frischen Wind und sind auf Fortschritt und Innovation ausgerichtet.

Bei der Veranstaltung „Augsburg gründet!“ am Mittwoch, 21. November (14 bis 20 Uhr), präsentieren Gründer und Start-ups im Kongress am Park ihre Ideen und Projekte. Experten geben ihr Wissen weiter. Mehr Infos gibt es unter https://2018.augsburg-gruendet.de/

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