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Augsburg

16.07.2019

Diese Pläne hat der neue Besitzer fürs Schwabencenter

Der neue Eigentümer des Schwabencenters möchte das Einkaufscenter an der Friedberger Straße umgestalten.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Weniger Verkaufsfläche, mehr Wohnungen: Für das fast vier Jahrzehnte alte Augsburger Schwabencenter gibt es erste Ideen vom neuen Eigentümer.

Im Mai hatte in den Edeka-Regalen schon gähnende Leere geherrscht, erinnert sich Manfred Matte. Nach dem Eigentümerwechsel im Schwabencenter schien der Auszug des Marktes besiegelt. Matte ist Rentner, wohnt im zehnten Stock des 60 Meter hohen, mittleren Blocks über dem Schwabencenter. Dass jetzt die Ware wieder drin und alles beim Alten ist, findet er gut. „Einfach mit dem Aufzug runter zum Einkaufen – das wäre dann ja nicht mehr gegangen“, sagt er.

Vor zwei Monaten übernahm die Augsburger Solidas Immobilien die Einkaufspassage von der Objektgesellschaft SCA. Diese hatte zwar 2015 Umbau, Abriss des Parkhauses, Sanierung und Vermarktung des in die Jahre gekommenen und verwaisten Einkaufszentrums versprochen, aber nicht geliefert. Jetzt legt der neue Eigentümer vor.

Parken rein, Verkaufsfläche raus, Wohnen auf dem Parkhausgelände: Das sind bisher die wichtigsten Eckpunkte des Nutzungskonzepts von Stefan Quarg. Der Architekt, Stadtrat und Vorsitzende des Bauausschusses wird im Auftrag der Immobilienfirma die Analyse von Umfeld, Verkehrsfluss und Potenzial vornehmen lassen, mit Anwohnern sprechen und Abstimmungen mit dem Stadtplanungsamt erarbeiten. Die Analyse betrifft das gesamte soziale, wirtschaftliche und das konkurrierende Einzelhandels-Umfeld wie die neuen Supermärkte im Textilviertel.

Welche Pläne es für das Schwabencenter gibt

Welche Mischung macht im Schwabencenter noch Sinn? „Es soll neben dem Vollversorger Edeka weiter Lotto, Post, Optiker und Sparkasse geben, das steht fest“, erklärt Quarg. Eine Spielhalle sei nicht mehr vorgesehen. Baulich umfasst sein Vorschlag die Verlegung der Parkplätze vom hinteren Parkhaus in den parallel zur Friedberger Straße verlaufenden Gebäuderiegel des Centers. Gefordert sind laut Stellplatzverordnung pro 30 Quadratmeter Verkaufsfläche ein Stellplatz.

Die Verkaufsfläche in der Passage soll um 40 Prozent auf etwa 9000 Quadratmeter schrumpfen und sich auf die Fläche um den östlichen Turm konzentrieren. Der überdimensionierte Mittelgang, den der Vorbesitzer SGA noch weiter verbreitern wollte, ist im aktuellen Modell von Solidas und Quarg schmaler konzipiert. „Das Ladenangebot soll kleinteiliger sein, den Wunsch hatten ja auch schon einige Anwohner geäußert“, erklärt Quarg.

Insgesamt zwölf Gutachten seien notwendig für das neue Nutzungskonzept. Die Analysen des aktuellen und zukünftigen Verkehrsflusses werden das Herz der Planungen sein. „Dass jetzt alle Autos hinter das Gebäude in ein Parkhaus mitten im Wohngebiet fahren, ist völlig unsinnig. Wir schlagen vor, das Parkhaus abzureißen und dort Wohnungen zu bauen“, so Quarg. Zur Anzahl der Wohnungen, von denen 30 Prozent förderfähig, also Sozialwohnungen sein werden, macht er keine Angaben.

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Schwabencenter-Areal soll auch für Eiskanal-Besucher attraktiv werden

Der Individualverkehr könnte in Zukunft direkt an der Friedberger Straße in das westliche Drittel der dann zum Parkdeck umgebauten Ladenpassage geleitet werden. Wie das genau gehen könnte, überlässt Quarg den späteren Planungen. Eventuell reiche die bereits neu gesetzte Ampel vor der noch abzureißenden Fußgängerbrücke. Weitere Gutachten werden die Altlasten sowie die Eigentümer- und Wegerechte betreffen. Letztere gelten als kompliziert, weil der neue Eigentümer sowohl die Belange von Eigentümern in der Ladenzeile als auch eines Teils der etwa 500 Wohnungseigentümer in den drei Betontürmen berücksichtigen muss.

Um das Areal mit dem Spickel zu verbinden und im Sommer auch für Eiskanal-Besucher attraktiv zu machen, könnte am Ende des östlichen Gebäuderiegels eine Begegnungsfläche mit Aufenthaltsqualität, Grün und Bewirtung entstehen. Die Abstimmungen zwischen Investor und Stadt über „Art und Maß der baulichen Nutzung“ sollen in diesem Jahr abgeschlossen sein, so dass 2020 der Architektenwettbewerb ausgelobt werden kann. Zur Information über den Gewinnerentwurf sei dann auch eine Bürgerbeteiligung vorgesehen.

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