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Augsburg

29.10.2019

Ein Ticket für Tram, Bus, Auto und Rad: Stadtwerke starten Pilotprojekt

Über das Stadtgebiet verteilt sind die Stellplätze für das Carsharing der Stadtwerke. Nun weitet das Verkehrsunternehmen sein Angebot um ein zusätzliches Modell aus: Kunden können zu einem Pauschaltarif Bus und Tram fahren sowie Auto und Fahrrad nutzen. 
Bild: Annette Zoepf

Mobilitätsflatrate heißt das Schlagwort: Für einen Pauschaltarif nutzen Stadtwerke-Kunden Bus und Tram sowie Auto und Fahrrad in Augsburg. So funktioniert es.

Es ist ein Verkehrsangebot, mit dem die Stadtwerke Augsburg bundesweit Neuland betreten. Kunden, die sich für die Mobilitätsflatrate entscheiden, können dann sowohl Bus und Tram nutzen, sich aber zusätzlich auch ein Auto ausleihen (Carsharing) oder ein Rad mieten. Das Ganze gibt es zu zwei Tarifen, die wegen des Carsharings nötig sind: Wer häufig mit einem Auto der Stadtwerke unterwegs ist, muss mehr bezahlen. Offizieller Startschuss ist am Freitag, 1. November.

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Mobilitätsflatrate in Augsburg: Tarife kosten 79 und 109 Euro

Das Angebot wird seit Wochen beworben. Gegenwärtig gibt es laut Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg rund 150 Vertragsabschlüsse mit deutlich steigender Tendenz. Das kleine Paket gibt es für 79 Euro pro Monat, das große Paket kostet 109 Euro pro Monat. Immer mit dabei ist ein Mobil-Abo für den Innenraum im Nahverkehr und die Nutzung der Leihräder für jeweils 30 Minuten, auch mehrmals am Tag. Unterschiede gibt es nur beim Carsharing: Mit dem 79-Euro-Paket darf man bis zu 15 Stunden beziehungsweise 150 Kilometer pro Monat mit dem Auto fahren. Beim 109-Euro-Paket gilt eine Zeitbeschränkung von 30 Stunden (keine Kilometerbegrenzung).

Die Mobilitätsflatrate ist nicht auf eine bestimmte Nutzerzahl begrenzt. Wer den Pauschaltarif der Stadtwerke nutzen möchte, sollte allerdings digital gut ausgestattet sein: Buchung von Autos und Rädern erfolgt ab kommendem Jahr über eine zentrale Online-Plattform und eine Anwendung (App) fürs Handy. Die Flatrate richtet sich an Kunden, denen das Angebot von Bus und Tram allein nicht reicht.

Hinter der Mobilitätsflatrate steckt laut Fergg ein Verkehrskonzept, das auf den Umweltschutz eingehe: „Ziel ist, Mobilität in allen Variationen jenseits des eigenen Autos anzubieten und zu fördern. Das eigene Auto ist heute bei vielen, vor allem auch jungen Menschen nicht mehr das Nonplusultra der Mobilität.“ Es gehe darum, flexibel mit dem Verkehrsmittel ans Ziel zu kommen, das jemand für seinen Zweck brauche. Es gehe ferner um Luftreinhaltung und Schonung von Ressourcen.

Lohnt sich die Flatrate?

In der Flatrate kommen laut Auskunft der Stadtwerke die Nutzer insgesamt günstiger weg, als würden sie die Angebote getrennt kaufen. Zum Vergleich: Das herkömmliche Innenraumabo kostet 52,50 Euro pro Monat, fürs Carsharing käme man als herkömmlicher Abo-Inhaber bei 15 Nutzungsstunden pro Monat tagsüber auf weitere 24 Euro zuzüglich 26 Euro Streckengebühren bei 150 Kilometern (gerechnet auf die kleinste Fahrzeugklasse). Die aktuell 200 Carsharing-Autos der Stadtwerke verzeichnen um die 7000 Fahrten pro Monat, bei den 150 Rädern sind es 1600 Ausleihen.

Wie sich das neue Geschäftsmodell finanziell auswirkt, bleibt abzuwarten. Bekannt ist, dass der Öffentliche Nahverkehr ein Draufzahlgeschäft ist. Das jährliche Defizit im Verkehrsbereich in Augsburg liegt bei mehr als 40 Millionen Euro. Das Carsharing-Angebot der Stadtwerke schreibt mittlerweile schwarze Zahlen. „Wobei wir hier keine großen Gewinne machen, sondern unser Carsharing als Ergänzung zum Nahverkehr sehen“, so Fergg. Mit der Mobilitätsflatrate wolle man vor allem neue Kunden für Bus und Straßenbahn gewinnen.

Lesen Sie dazu auch: Debatte: Verbesserungen im Nahverkehr müssen endlich kommen

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