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Freiluftausstellung: Die Suche nachder vollendeten Form

Freiluftausstellung

Die Suche nachder vollendeten Form

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    Der im Ostallgäu lebende Bildhauer Karl K. Maurer.
    Der im Ostallgäu lebende Bildhauer Karl K. Maurer. Foto: Foto: Michael Schreiner

    Das Licht wechselt, ist grell oder weich, golden oder trüb, es gibt ganz unterschiedliche Schatten oder gar keine Schatten, manchmal wächst Gras ins Blickfeld; ein Vogel singt in die Stille, Wind streicht über das Gelände… Freiluftausstellungen haben ihren besonderen Reiz.

    Erfahrbar ist das derzeit wieder im historischen Park des Kurhauses in Göggingen, wo zwischen Bäumen und auf Rasen 15 Arbeiten des Allgäuer Künstlers Karl K. Maurer zu sehen sind. Die Stahlplastiken, deren warmer brauner Rostton sich harmonisch ins Farbspektrum des Parks einfügt, sind ebenso unaufdringlich wie unübersehbar im Gelände verteilt. Darunter sind mächtige Arbeiten wie die beiden aneinanderlehnenden Scheiben, deren Durchmesser zwei Meter beträgt. Es gibt schlanke Stelen wie der 3,50 Meter hohe „Zehnkeil“. Und es gibt kleine „Zweikeil- und Dreikeilfaltungen“, die sich am Wegrand spitz in die Vegetation drücken. Origami in Metall.

    Kuratiert wurde die bis zum Herbst bleibende Ausstellung von Wolfgang Reichert und Annette Urban, deren Ecke Galerie im Kurpark ja eine Art „Außenstelle“ betreibt. Im vergangenen Jahr hatten die Galeristen im Park Arbeiten von Willi Weiner gezeigt. Er arbeitet ebenfalls mit Stahl, der rostet.

    Er faltet den Stahlwie Papier

    Der 1956 geborene Karl K. Maurer, seit 1987 als freischaffender Künstler in Günzach lebend, faltet den Stahl wie Papier. Er lässt ihn himmelstrebend aufragen. Er legt rostige, elegante Linsen ins Gras, die an gerade startende oder eben gelandete Ufos erinnern. Er zerschneidet eine Kugel und verschiebt ihre Hälften. Maurers Arbeiten zeichnen sich durch Klarheit und Einfachheit aus, sie stehen für Ebenmaß und Vollendung – und ihre Gestaltung folgt schlichten Gesetzmäßigkeiten.

    Fast alle Werke lassen sich auf geometrische Grundformen wie Dreieck, Kugel, Rechteck, Kreis zurückführen. Der 55-Jährige, den man als beständig qualitätsvollen Teilnehmer an der Großen Schwäbischen Kunstausstellung kennt, ist ein Meister der Reduktion und Konzentration. Er sucht „das Wesentliche“, wie er selbst sagt. Der Materialreiz der nie ganz glanzglatten Rostoberfläche, Kanten und Knicke, aufsteigende und absteigende Flächen, spitze und stumpfe Winkel, Symmetrien, Auswölbungen und Mulden, das Wechselspiel von Verbergen und Zeigen, innen und außen: Die Formensprache des Bildhauers ist von elementarer, konkreter, fast mathematischer Unbedingtheit.

    Die Form soll autonom für sich stehen – ohne als Bedeutungsträger symbolisch aufgeladen zu sein oder als Gefäß für Interpretationen und Deutungen zu dienen. „Der konkreten Kunst gibt es nichts hinzuzufügen“, erklärt der Ostallgäuer Bildhauer, der 2005 den Förderpreis der Rupert-Gabler-Stiftung erhielt. Doch es gibt Ausnahmen wie seine „Begegnung zweier Stühle“ – eine Arbeit, die nicht überzeugen kann.

    Maurer gestaltet oft Doppelformen. In seinem „Zweibogenzyklus“ verbindet er zwei Bogenfragmente zu einem sich in Harmonie schaukelnden Paar, einer Wellenform, die offen daliegt und zugleich etwas überdacht. In der intimen Parklandschaft beim Kurhaus halten die Werke eine Art Zwiesprache. Eine Einladung zum Zuhören und Betrachten. Bei Regen muss es besonders schön sein, zu erfahren, wie diese Kunst klingt.

    Laufzeit bis Oktober. Der Park ist gewöhnlich täglich 9 bis 21 Uhr geöffnet.

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