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Freizeit: Lindau plant eine Therme direkt am Bodensee

Freizeit

Lindau plant eine Therme direkt am Bodensee

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    Die Stadt Lindau plant eine Therme samt Saunalandschaft direkt am Ufer des Bodensees.
    Die Stadt Lindau plant eine Therme samt Saunalandschaft direkt am Ufer des Bodensees. Foto: Wolfgang Schneider

    Das Vorhaben wird die Bäderlandschaft am Bodensee verändern. Bis in drei Jahren soll am Seeufer in Lindau eine Therme mit mehreren Bädern und der größten Saunalandschaft der Region entstehen. Die Stadt will zusammen mit Investoren 29 Millionen Euro ausgeben. Aufmerksam verfolgt wird das Vorhaben in Oberstaufen. Das dortige „Aquaria“ liegt direkt im Einzugsbereich der Lindau-Therme. „Der Kuchen wird nicht größer“, sagt Geschäftsführerin Heidi Köberle, eher würden die einzelnen Stücke kleiner.

    Nach Sanierung der Inselhalle: Lindau kann neues Bad nicht selbst finanzieren

    Die Lindau-Therme ist direkt am Ufer des Bodensees geplant. An der Stelle befindet sich heute das Eichwaldbad mit drei Schwimmbecken und direktem Zugang zum See. Die Therme soll das Eichwaldbad und das gut einen Kilometer entfernte Vital- und Hallenbad „Limare“ mit einem kleinen Wellnessbereich ersetzen. Beide sind in die Jahre gekommen. Eine Sanierung kann sich die finanziell angeschlagene 25.000-Einwohner-Stadt, die gerade mit Millionenaufwand die Inselhalle erneuert, kaum leisten. „Zudem hätten wir dann immer noch zwei alte Bäder“, sagt Oberbürgermeister Gerhard Ecker.

    Deshalb arbeitet die Stadt seit über vier Jahren an einem alternativen Bäderkonzept. Das jetzige stammt von einer Planer- und Investorengruppe, die eine Ausschreibung der Stadt gewonnen hat. Die geplante Therme besteht aus mehreren Bereichen. Dazu gehören ein Sport-, Familien- und Strandbad, eine Therme sowie ein Vitalbad mit Becken innen und außen. Zudem sollen je sechs Innen- und Außensaunen Gäste anlocken. Auch ein Teil des Strandes im Eichwald bleibt für Saunagäste reserviert. Entstehen soll die größte Saunalandschaft im Bodenseeraum.

    Neue Therme soll im Jahre mehrere hunderttausend Besucher haben

    An der Spitze der Investorengruppe steht der frühere Wettkampfschwimmer Andreas Schauer. Er war erster Geschäftsführer der Therme in Überlingen, 50 Kilometer von Lindau entfernt. Mit Blick auf das Eichwaldbad spricht er von dem „besten Bauplatz für eine Therme in Deutschland“. Damit meint er nicht nur die direkte Lage am Bodenseeufer mit Blicken auf die österreichischen und Schweizer Berge, sondern auch den Einzugsbereich. Schauer rechnet damit, dass Besucher aus einem Umkreis von 45 Fahrminuten zu der Therme kommen. In dem Bereich leben 1,1 Millionen Menschen. Gleichzeitig reisen jedes Jahr 800.000 Touristen in das Gebiet um Lindau. Bei den Besucherzahlen orientieren sich die Planer an den bestehenden Thermen am Bodensee. Sie locken zwischen 220.000 (Meersburg) und 370.000 (Konstanz) Gäste im Jahr an. In dieser Bandbreite bewegen sich die Schätzungen für die Lindau-Therme im schlechtesten und besten Fall.

    Konkurrenz zum „Aquaria“ in Oberstaufen

    Die Verantwortlichen in Oberstaufen sind über die Pläne in der Bodenseestadt nicht glücklich. Das „Aquaria“ ist das nächstgelegene Spaßbad, 40 Kilometer von Lindau entfernt. „Wir kreuzen uns“, sagt Heidi Köberle mit Blick auf den Einzugsbereich. 320.000 Besucher kommen im Jahr ins „Aquaria“, viele fahren aus Oberschwaben, dem Raum um Wangen und Ravensburg, in das Oberallgäuer Erlebnisbad. Diesen Kundenkreis haben auch die Betreiber der Lindau-Therme im Visier. Köberle spricht deshalb von einer „absoluten Konkurrenz für uns“. Für den erwarteten Wettbewerb sieht sie das Aquaria aber gewappnet. Mit Blick auf die Gipfelsauna, die freie Sicht auf die Berge der Nagelfluhkette bietet, spricht sie vom „schönsten Standort“ in Deutschland. Anders als die meisten anderen Bäder biete das „Aquaria“ zudem einen Inklusivpreis für Bad und Sauna an.

    Die Lindau-Therme hat im Übrigen eine wichtige Hürde genommen. Der Stadtrat hat das Vorhaben mit breiter Mehrheit abgesegnet. Das Landratsamt muss die Therme samt seiner Finanzierung noch genehmigen.

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