1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Früherer Bischof Mixa hält Vortrag bei der Augsburger AfD

Augsburg

12.05.2019

Früherer Bischof Mixa hält Vortrag bei der Augsburger AfD

Walter Mixa, als er noch Bischof von Augsburg war. Nun kommt der frühere Würdenträger wieder in die Stadt - allerdings zu einem Vortrag und auf Einladung der AfD.
Bild: Fred Schöllhorn (Archiv)

Der frühere Bischof Walter Mixa hält in Augsburg demnächst einen Vortrag über "Islamisierung" - auf Einladung der AfD. In Sozialen Netzwerken regt sich Widerstand.

Update: Mixa hat seinen Auftritt am 13. Mai abgesagt. Lesen Sie mehr hier: Nach geplatztem Auftritt: AfD-Politiker erhebt Vorwürfe gegen Bischof Mixa

Immer wieder ist der frühere Bischof von Augsburg und Eichstätt für seine provokanten Aussagen als Hardliner kritisiert worden. Demnächst tritt er auch in Augsburg mal wieder in Erscheinung. Und zwar hält er am Freitag, 24. Mai, um 19 Uhr im Zeughaus einen Vortrag.

Der frühere Bischof Walter Mixa kommt auf Einladung der AfD zu Vortrag nach Augsburg

Das Thema, dem sich Walter Mixa bei der Veranstaltung widmen wird, lautet: „Islamisierung? Christentum“. Eingeladen hat ihn dazu die Alternative für Deutschland (AfD). Landtagsabgeordneter und Stadtrat Markus Bayerbach teilte dies mit.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Schon im Januar hatte der frühere Bischof von Augsburg und Eichstätt auf Einladung der AfD einen Vortrag zu einem ähnlichen Thema gehalten - damals in Stuttgart beim Neujahrsempfang. Bei der Veranstaltung war es unter anderem auch um Moscheebau-Pläne in einem Stuttgarter Stadtteil gegangen.

Vortrag über "Islamisierung": So trat Walter Mixa in Stuttgart auf

Die Stuttgarter Zeitung berichtete tags darauf, Mixa habe vor etwa 35 Gästen gesprochen. Er akzeptiere das Glaubensbekenntnis der Muslime, sagte er dem Bericht zufolge „nach der berechtigten Frage, ob man sich zunehmender Islamisierung in Deutschland unterwerfen oder Widerstand leisten müsse“.

Mixa verteidigte sich eine Woche später in der katholischen Wochenzeitung Die Tagespost für den Auftritt. Als Mann der Kirche wolle er mit allen politischen Parteien im Gespräch sein, „die mich darum bitten“. Und er bekräftigte: „Europa hat christliche Wurzeln und kann und darf nicht islamisiert werden.“

Kritik an Vortrag von Walter Mixa bei AfD-Veranstaltung im Zeughaus

Angesichts des geplanten Vortrags in Augsburg gibt es in den Sozialen Netzwerken ersten Widerstand gegen die Veranstaltung. Cemal Bozoglu, Landtagsabgeordneter der Grünen, hat auf Twitter beklagt, dass Walter Mixa mit dem Vortrag Teil der AfD-Propaganda werde. Augsburg, eigentlich Stadt des Religionsfriedens würde auf diese Weise zum Schauplatz einer Veranstaltung, die die Gesellschaft spalten und Ängste schüren wolle.

Walter Mixa war von 1996 bis 2005 Bischof in Eichstätt und wechselte dann nach Augsburg. 2010 wurde er nach nie vollständig aufgeklärten Prügel- und Veruntreuungsvorwürfen sowie wegen des falschen Verdachts, einen Ministranten sexuell missbraucht zu haben, zum Rücktritt gedrängt. Seither lebt er im Bistum Eichstätt. (AZ)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

13.05.2019

Zum Glück (oder: Gott sei Dank) wurde dieser Auftritt nun abgesagt. Angesichts der Autorität seines früheren Amtes wäre ein solcher Auftritt zwei Tage vor der Europawahl unangemessen gewesen.

@ Patrick R.: Auch als überzeugter Laizist versuche ich, fair zu bleiben. Und da messe ich die katholische Kirche lieber an dem, was sie heute tut, anstatt an ihren Taten im Jahre 1518 oder 1768.

Permalink
13.05.2019

Die neuere Geschichte der Kirche liest sich auch nicht gerade besser. Rechte und Stellung der Frau in der Gesellschaft, Arbeitnehmerrechte in kirchlich geführten Einrichtungen, Eingriffe in Dritte Welt Ländern, Anhäufung von Vermögen und ein verklärtes Weltbild aus dem Mittelalter.

Permalink
13.05.2019

Was Walter Mixa auf dem AfD-Empfang in Stuttgart im Januar Berichten zufolge gesagt hat, war inhaltlich gar nicht so dramatisch. Aber durch seine Person und sein früheres Amt adelt er die AfD natürlich. Das ist hochproblematisch, nicht umsonst hat die katholische Kirche aus der Spätphase der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus eigentlich eine äußerst zurückhaltende Linie für das parteipolitischen Engagement ihrer Amtsträger beschlossen.

Ich bin gespannt darauf, wie Vatikan und Nuntiatur auf den Auftritt reagieren werde. Priester, die mit Protestant*innen ein gemeinsames Abendmahl zelebrieren oder Beschäftigte katholischer Krankenhäuser, die ein zweites Mal heirateten, mussten bisher die volle Härte des Kirchenrechtes spüren.

Permalink
13.05.2019

Die Kirche hat schon reagiert. Leider nicht genug wie ich finde. Was die Vergangenheit der Kirche angeht, so hätte sie gerne, die letzten paar Jahrhunderte gerne aus ihrem Lebenslauf gestrichen. Hexenverbrennung, Kreuzzüge, Nähe zu den Nazis (ja parallelen sind durchaus erkennbar), Menschenrechte, Sexualaufklärung und Sexualmoral, Ablasshandel, Veruntreuung und Missbrauchsvorwürfe klingen halt nicht ganz so gut. Lieber auf Jesus und die Bibel fokussieren, da ist alles nicht gut dokumentiert und klingt auch besser. Die von Ihnen angesprochenen aktuellen Highlights machen den Braten da auch nicht mehr fett. Reformen wird es eh nicht geben.

Permalink
13.05.2019

Dürfen heute nur noch Vorträge zu bestimmten Themen und vor bestimmten Parteien abgehalten werden, die dem politischen und Meinungs-Mainstream entsprechen? Nähern wir uns langsam an Verhältnisse an amerikanischen Universitäten an, wo politische Correctness wichtiger ist als freie Meinung und Diskussion?

Permalink
13.05.2019

Sie haben das recht auf eine freie Meinung. Genauso wie jeder andere hier eben auch. Erfreulich zu sehen, dass die meisten mit ihrer Meinung nicht einverstanden sind was Herr Mixa da von sich gibt. Es gibt das recht auf freie Meinung aber halt nicht das Recht diese Meinung unkommentiert herausposaunen zu können und ohne Fakten oder Gegenargumente so stehen lassen zu können. Ich dachte zumindest das hat das AFD-Gefolge mittlerweile begriffen.

Permalink
13.05.2019

Bischöfe werden vom Staat bezahlt, sollten sich daher neutral verhalten und bei keiner Partei auftreten. Die AFD vertritt keine christlichen Werten!! Eigentlich kann man nur noch aus der Kirche austreten!

Permalink
13.05.2019

ich dachte , die werden von der kath. Kirche bezahlt

Permalink
13.05.2019

Hallo Herr W.,
die Gehälter werden leider von staatlicher Seite bezahlt wie Herr F. schon sagt. Das hat historische Hintergründe und ist fast genauso erschreckend wie die Positionen von Herrn Mixa.
https://www.gehalt.de/news/wer-zahlt-gehaelter-der-pfarrer

Permalink
12.05.2019

Respekt, Dr. Walter Mixa hat seine Sprache nicht verloren, geht als Missionar in die Diaspora und kümmert sich weder um das Gekeife noch die Gülle, die über ihn ausgeschüttet wird. God bless.

Permalink
12.05.2019

Mich als Katholikin erschüttert es, dass sich ein katholischer ehemaliger Bischof der Diözese der Friedensstadt Augsburg vor den Karren der Spalter-Partei AfD spannt.
Herr Mixa, kehren Sie um, sagen Sie Ihre Teilnahme an der Veranstaltung ab! Schöne Grüße, Eva Hammer

Permalink
12.05.2019

Auch dieser Vorfall spricht gegen die AFD

Die tatsächlichen oder mutmaßlichen Vergehen von Herrn Mixa wurden 2010 bekannt als das ganze Ausmaß des Missbrauchs in der katholischen Kirche noch nicht öffentlich geworden war; auch nicht die Verschwendungssucht von Bischöfen wie Tebartz-van Elst (2013) oder die Prügelunkultur im Donauwörther Internat (2019).
Vermutlich käme Walter Mixa heute nicht mehr so glimpflich davon. Dass jetzt die AFD Herrn Mixa als Redner eingeladen hat, zeigt wiedermal, dass diese Partei wie auch bei den Finanzskandalen und den Neonazi-Äußerungen Rechtsbrüche und Rechtsbrecher schätzt, wenn diese nur ausreichend nationalistisch, scheinheilig und unchristlich sind.

Raimund Kamm

Permalink
12.05.2019

(persönlicher Angriff/edit)

Permalink
12.05.2019

Ich denke hierzulande herrscht Meinungs- und Redefreiheit (im Rahmen der Gesetze).
Dann ist dieser Artikel nämlich nicht der Rede wert..

Permalink
12.05.2019

Ist er sehr wohl. Vor allem wall er nicht selbst anklagt oder kritisiert sondern nur Fakten nennt. Das du AFD gerne spaltet und populistische reden schwingt ist nicht neu. Das ein Herr Mixa als Vertreter der Kirche (dieser Anschein steht zumindest im Raum und ist von den Beteiligten durchaus gewollt) sich hinstellt und eine angebliche Islamisierung propagiert ist ein Unding. Verbieten kann man es ihm leider nicht aber die Kirche sollte sich solchen Personen endlich distanzieren, denn sonnst wird dieser Religion die für Nächstenliebe stehen soll, nur noch mit ihrem mittelalterlichem Weltbild und pädophilen Priestern in Verbindung gebracht. Meinungsfreiheit gilt immer noch Herr G., genauso wie die Pressefreiheit.

Permalink
Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20HocMIH_0560.tif
Augsburg

TSG Hochzoll verdoppelt Fitness-Abteilung

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden