Was ist das für ein Gefühl? Wie das eines Kaninchens vor der Schlange oder wie das Warten auf ein Überraschungspaket. Christian Grünwald sieht die Sache locker. Wenn sein August in der Haag-Villa wieder zwei Sterne vom wichtigsten Gourmetführer bekommt, freut er sich. Das wäre inzwischen zum elften Mal. Den ersten Stern für das August, damals noch an der Frauentorstraße, gab es bereits 2006.
Woran arbeiten Sie gerade? Im letzten Jahr hieß das Zauberwort Umami, eine besondere raffinierte Verbindung von Geschmacksknospen.
Grünwald: Im Augenblick arbeite ich an einem neuen Gericht, das heißt Mariage, also Hochzeit. Das ist die Weiterentwicklung von Umami.
Am Dienstag verkündet der Michelin seine Bewertungen für 2019. Wie fühlt man sich als Zwei-Sterne-Koch kurz vor der Bekanntgabe?
Grünwald: Ich habe leichtes Bauchgrummeln. Es geht aber.
Wie wichtig sind Sterne bei einem Restaurant wie dem Ihren?
Grünwald: Das ist für uns schon sehr wichtig.
Träumt man als Zwei-Sterne-Koch von drei Sternen?
Grünwald: Natürlich immer.
Was tut man, wenn man nur noch einen Stern bekommt oder vielleicht gar keinen?
Grünwald: Das weiß ich jetzt noch nicht.
„Es gibt sie noch, die Restaurants, die ein Geheimnis haben, über die man praktisch nichts im Netz findet“, so steht es bei Sternefresser im Internet. „Das August ist ein solch seltener Fall. Das Restaurant hat keine Website, es gibt keine Blogger-Berichte, und die paar Gästekritiken sind wenig aussagefähig“. Ist das ein Vorteil für Sie?
Grünwald: Das ist vor allem ein Vorteil für den Gast. Weil dieser noch überrascht werden kann.
Gibt es demnächst vielleicht doch noch eine Homepage?
Grünwald: Ich arbeite daran.
Info: Laut Guide Michelin gibt es in Deutschland derzeit elf Lokale mit drei Sternen, 39 mit zwei und 250 mit einem Stern. Auch wenn am Dienstag die Bewertungen bekannt gegeben werden, im Buchhandel ist der Gourmetführer erst Ende der Woche zu haben.