Viele hatten mit einem knappen Ergebnis gerechnet, doch am Ende fiel die Wahl deutlich aus: Der amtierende Präsident der Hochschule Augsburg, Hans-Eberhard Schurk, wurde gestern Abend vom Hochschulrat mit einer Mehrheit von zehn zu fünf Stimmen für eine dritte und letzte Amtsperiode wiedergewählt. Der 61-jährige Maschinenbauprofessor setzte sich damit klar gegen seinen schärfsten Konkurrenten innerhalb der Hochschule durch, den 54-jährigen Senatsvorsitzenden Christian Märtin.
Drei Bewerber waren am Start, einer chancenlos
Zwar waren diesmal drei Bewerber bei der Wahl im Rennen, der einzige externe Kandidat, Komponist und Musikphilosoph Karl-Gottfried Brunotte aus Bad Homburg, blieb jedoch chancenlos. Er erhielt keine Stimme.
Mit Spannung war vor allem die Entscheidung zwischen Schurk und seinem internen Herausforderer Märtin erwartet worden. Die beiden gelten schon lange als Konkurrenten. Schurk war gestern Abend die Erleichterung über seinen klaren Sieg deutlich anzusehen. „Das Ergebnis gibt mir Rückenwind“, sagte er. Damit sei auch die Leistung im Team mit seinen beiden Vizepräsidenten wertgeschätzt worden.
Mit Schurks Wahlsieg werden nun die Weichen für die nächste Amtszeit gestellt. Als nächster Schritt steht im Juli die Neuwahl der Vizepräsidenten an, um das Führungsteam komplett zu machen.
In den kommenden vier Jahren will Schurk seinen bisherigen Kurs fortsetzen. Er stellt sich dabei auf einen verstärkten Wettbewerb der Hochschulen ein. „Bei einem gleichbleibenden Haushalt wird es immer wichtiger, Drittmittel für Forschung und Lehre einzuwerben“, sagt er. Dabei soll das geplante Forschungszentrum für Ressourcenmanagement der Universität Augsburg gemeinsam mit der Hochschule ein wichtiger Baustein sein.
Schurk muss aber auch die Erwartungen des Hochschulrates erfüllen. Dessen Vorsitzender, der Unternehmer Michael Grandel, hat genaue Vorstellungen. „Die Hochschule muss sich strategisch positionieren, sowohl in der Hochschullandschaft als auch gegenüber den Universitäten.“ Auch das Profil der Fakultäten müsse gestärkt und aktives Marketing betrieben werden.
Die Vertreter der Kammern zeigten sich froh über die Wiederwahl Schurks: IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Saalfrank hofft, dass die Zusammenarbeit bei zwei Berufsbildungsgängen auf neue Branchen wie Faserverbundtechnologie ausgeweitet wird. Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK, erwartet, dass bestehende Projekte zwischen Hochschule und Handwerk vertieft werden. „Das Handwerk braucht Akademiker“, so Wagner. Er erwartet, dass dieser Wirtschaftszweig für Hochschulabsolventen noch interessanter wird. "Kommentar