Nach den Restaurant-Bewertungen von Gault-Millau und Michelin kam jetzt mit Gusto der letzte der großen Gastro-Führer für das Jahr 2017 heraus - mit einigen Überraschungen für Augsburg. 2016 schafften es sechs Lokale mit "Pfannen" in den kulinarischen Reiseführer Gusto. Im Buch für 2017 sind es acht.
Unangefochten an der Spitze ist das August, das auch zwei Michelin-Sterne hat. Wie im letzten Jahr gab es von Gusto für die Kreationen von Christian Grünwald acht Pfannen (maximal sind zehn möglich), dazu einem Bonuspfeil. Dieser hebt laut Tester das Lokal erkennbar von anderen der gleichen Stufe ab.
Sieben Pfannen für das Sartory
Über sieben Pfannen darf sich Simon Lang mit seinem Sartory im Hotel Drei Mohren freuen. Das Kokos-Curry-Süppchen mundete, ebenso eine Hummerpraline. Im letzten Jahr, allerdings noch mit einem anderen Chef am Herd, bekam das Lokal noch fünf Pfannen. Allerdings hatte Simon Lang, als er noch im KKlub kochte, ebenfalls bereits sieben Pfannen.
Das Magnolia im Glaspalast bekam, wie im letzten Jahr, wieder sechs Pfannen.
Thomas Abele, Küchenchef bei Feinkost Kahn, dem die Tester einen Spagat zwischen traditionellen gutbürgerlichen Gerichten und internationalen Viktualien bescheinigen, hat, wie im letzten Jahr, wieder fünf Pfannen.
Bereits deutlich raffinierter gegessen
Auch die Ecke, der gastronomische Klassiker, bekam fünf Pfannen. Allerdings merken die Tester an, dass sie am Elias-Holl-Platz bereits deutlich raffinierter gegessen hätten.
Einer der drei Aufsteiger des Führers ist die Alte Liebe, die 2015 eröffnet wurde. Das Lokal von Benjamin Mitschele in der Ludwigstraße gefiel trotz schlichter Einrichtung mit guten nachhaltigen Produkten, kochtechnischen Raffinessen und viel Substanz. Es bekam aus dem Stand fünf Pfannen.
Die gleiche Bewertung ging an die Färberei im Färbergäßchen, die Anja Neumaier und Georg Krauß seit 2015 betreiben, und in der Peter Zühlke in der Küche „zaubert“. Dort werde „weltoffen, mit guten Produkten und undogmatisch gekocht“.
Fünf Pfannen gibt es für das Maximilians, wie das Sartory im Steigenberger Hotel Drei Mohren zu Hause. Auch da „regiert“ Simon Lang als Chef.
Absteiger in Haunstetten
Absteiger ist das Gasthaus Settele in Haunstetten. Das hatte zuletzt fünf Pfannen, 2017 keine mehr. Allerdings beginnt die Pfannenwertung erst mit fünf, wer darunter liegt, hebt sich laut Gusto dennoch vom „Durchschnitt ab“ (siehe „Die Kriterien“). Die Tester erlebten in Haunstetten „Licht und Schatten“ und sehen als Grund dafür den großen Umbau, den die Küche noch nicht bewältigt habe.
Im Anna im Annahof werde Gästen aus kulinarischer Sicht mehr geboten, als man glauben würde. Allerdings für die Verleihung von Pfannen reicht es doch nicht.
Die Kosten
Seit fünf Jahren geht der Führer Gusto, der für sich eine moderne transparente Restaurantkritik in Anspruch nimmt, neue Wege. Mit einer Startgebühr in Höhe von derzeit 229 Euro kann ein Lokal sicherstellen, dass es getestet wird. Auf das Ergebnis hat die Gebühr laut Redaktion keinerlei Einfluss. Nach wie vor würden auch Häuser getestet, die nicht bezahlt haben. Ein Lokal, das darauf seit Jahren keinen Wert legt, ist die Lustküche in der Altstadt.
Die Kriterien
Der kulinarische Reiseführer vergibt Pfannen – die Skala beginnt bei fünf:
Ohne Auszeichnung (Pfanne): „Interessante Gasthäuser oder Restaurants, die sich vom Durchschnitt abheben.“
5 oder 6 Pfannen für gute, handwerklich sehr sorgfältig zubereitete Küche mit guten Produkten.
7 oder 8 Pfannen für handwerklich und geschmacklich hervorragende, meist kreative Küche, die weit über dem Durchschnitt liegt.
9 oder 10 Pfannen für konstant herausragende Küchenleistung, erstklassige, sehr harmonische Kreationen, viel Kreativität bei der Zubereitung nur mit besten Produkten.
Der Gusto Deutschland 2017 ist online bereits zu haben, als Buch kommt er Anfang Januar für 24,90 Euro auf den Markt.