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Handel: Werden Raucher weniger zur Zigarette greifen?

Handel

Werden Raucher weniger zur Zigarette greifen?

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    In Australien sind bereits seit fünf Jahren die Zigarettenschachteln mit Schockfotos versehen.
    In Australien sind bereits seit fünf Jahren die Zigarettenschachteln mit Schockfotos versehen. Foto: dpa

    Abgefaulte Zahnstummel, eine vom Krebs zerfressene Lunge, die Leiche eines verstorbenen Rauchers. Seit vergangenem Freitag sind Schockfotos wie diese Pflicht auf allen neu produzierten Zigarettenschachteln. Zwei Drittel der Verpackung müssen die Bilder und der dazugehörige Warntext auf der Vorder- und Rückseite der Packung bedecken. Damit sollen Raucher zur Entwöhnung gebracht und Nachwuchs-Raucher abgeschreckt werden. Auch das Verbot von Aromen in Tabakprodukten soll den Konsum von Zigaretten unangenehmer machen. Wenn die Zielsetzungen der neuen Richtlinien aufgehen, müssten die Verkäufe von Tabakwaren künftig sinken. Die Augsburger Tabakhändler haben dazu geteilte Erwartungen.

    Gabriela Lösche aus dem Tabakladen Bertsche in der kurzen Maxstraße erwartet keinerlei Veränderung. Sie ist überzeugt: „Wer jetzt schon raucht, der wird auch weiter rauchen.“

    Das sei wie mit den Warnsprüchen – an denen störe sich nun auch niemand mehr. Ob man es schaffe, die junge Generation vom Anfangen abzuhalten, werde sich zeigen. „Ich glaube auch nicht, dass sich jemand Vorräte an alten Packungen ohne Schockbilder anlegt. Wer sich wirklich an den Bildern stört, der kauft sich eine Hülle für die Schachtel, damit er das Foto nicht sehen muss“, sagt Lösche.

    Auch Andrea Schmidt und Katharina Huber aus dem Tabakladen No7 in der Steingasse sind skeptisch gegenüber der Wirkung der Schockbilder: „Mich selbst stören die Fotos auch nicht“, erklärt Schmidt.

    Wer rauche, der lasse sich davon nicht abschrecken. Und auch beim Bewahren der jungen Generation vor dem Rauchen sehen die beiden wenig Hoffnung: „Wie kommt man denn als Jugendlicher zum Rauchen? Durch die Freunde, die fragen: Willst du auch eine? Und da besitzt man die Schachtel ja nicht einmal selbst“, gibt Katharina Huber zu bedenken.

    Sibylle Gschoßmann vom Tabakladen in der Jakoberstraße sieht das ganz anders: Sie rechnet auf jeden Fall mit rückläufigen Verkäufen vor allem in der ersten Zeit. „Raucher lassen sich zwar gewöhnlich nicht leicht vom Rauchen abbringen, die Bilder sind aber nicht zu übersehen, und schön ist das nicht, was dort gezeigt wird“, sagt Gschoßmann. Sie vermutet, dass sich einige dazu entscheiden werden, mit dem Rauchen aufzuhören oder sich zumindest eine Hülle zuzulegen.

    Und auch von den Neuanfängern werde es durch die Schockbilder bestimmt weniger geben. Mit den bisherigen Warntexten seien die Schockfotos jedenfalls nicht zu vergleichen. Zu lesen: „Rauchen kann tödlich sein“ sei auch nicht schön, aber die abschreckenden Bilder seien doch wesentlich heftiger. Das Verbot von Aromen in den Tabakprodukten habe dagegen weniger Wirkung: „Es gibt ja mittlerweile schon so viele Sorten ohne Aroma, das macht keinen Unterschied“, sagt Sibylle Gschoßmann.

    Bis die schockierenden Bilder aber tatsächlich in den Regalen zu sehen sind, wird es wohl noch eine ganze Weile dauern. „Bis September zieht sich der Abverkauf der alten Schachteln bestimmt noch“, vermutet Gschoßmann.

    Und auch Andrea Schmidt rechnet damit, dass sie bis zum Ende der Frist 2017 noch alte Schachteln im Sortiment haben werden: „In Tankstellen geht der Abverkauf vielleicht schneller, aber bei uns dauert das noch eine ganze Weile“, sagt sie.

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